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Entscheidungsfindung

Methodische Herangehensweise zur Bewertung

Wenn die Entscheidungssituation geklärt ist und die Alternativen herausgearbeitet sind, dann geht es darum, die vorliegenden Informationen zu bewerten. Dieser Prozess soll Ihnen als Entscheider helfen, die richtige Entscheidung zu treffen. Dabei gibt es eine Reihe von Methoden, die Ihnen bei diesem Prozess helfen können.

Sie haben alle den Zweck, Transparenz in die Entscheidungssituation zu bringen und sichtbar zu machen, welche Alternative vor dem Hintergrund der Ziele und Bewertungskriterien die beste wäre. Die Methoden zeigen damit auch mögliche Folgen in der Zukunft auf und helfen, die Unsicherheit beim Entscheider zu verringern.

Es gibt eine Reihe von unterschiedlichen Bewertungsmethoden, die Sie nutzen können – je nachdem, worum es bei der Entscheidung geht und welche Bewertungskriterien eine Rolle spielen. Aus der Betriebswirtschaft sind bekannt:

  • Kostenvergleichsrechnung,
  • Gewinnvergleichsrechnung,
  • Investitions- bzw. Rentabilitätsrechnung,
  • Amortisationsrechnung.

Dahinter stehen Berechnungsverfahren, die davon ausgehen, dass Kosten auf der einen Seite und Erlöse auf der anderen Seite bekannt und berechenbar sind. Es besteht darüber Sicherheit. Häufig wissen Sie aber nicht, ob diese Kosten und Erlöse in der Zukunft auch tatsächlich so ausfallen. Sie sind unsicher. Deshalb sind diese Verfahren in der Praxis mit großer Vorsicht und nur dann einsetzen, wenn die eingehenden Zahlen verllässlich sind. Ein wenig differenzierter geht die Risikoanalyse vor. Mehr dazu finden Sie unter:

Risikoanalyse: Alternativen und ihre Konsequenzen systematisch bewerten

Grundlage für die Bewertung und Entscheidung ist, dass Sie alle Konsequenzen, die mit einer Alternative verbunden sind, möglichst gut sichtbar machen. Dabei hilft die Konsequenzentabelle. Sie stellt möglichst konkret und umfassend alle Konsequenzen zusammen und macht die Alternativen so auf „einen Blick“ vergleichbar. Wichtig hierbei ist: Vorausschauend denken, Konsequenzen ausformulieren, offensichtlich schlechte Alternativen gleich aussortieren.

Beispiel: Eine Reise nach Hamburg

Im Folgenden finden Sie weitere qualitative und quantitative Methoden, bei denen es vor allem darum geht, die Entscheidungssituation und die Folgen transparent zu machen und den Prozess der Bewertung und Entscheidungsfindung zu unterstützen.

Argumentenbilanz und SWOT-Analyse

Eine einfache Methode für die Bewertung ist die Argumentenbilanz. Obwohl oder gerade weil sie so einfach anzuwenden ist, kann sie wichtige Erkenntnisse für die Bewertung bringen. Sie zwingt den Anwender dazu, seine wesentlichen Bewertungskriterien zu benennen und sichtbar zu machen – gerade auch für andere Personen. Implizite Bewertungskriterien werden explizit gemacht; so werden subjektive Meinungen sichtbar und zur Diskussion gestellt.

Wie bei einer betriebswirtschaftlichen Bilanz mit Aktiva und Passiva werden zwei Seiten einander gegenübergestellt: Pro und Contra. Kurz und knapp werden in beiden Spalten die wesentlichen Kriterien benannt, die für oder gegen eine Alternative sprechen. Der Nutzer dieser Argumentenbilanz kann dann selbst entscheiden, welche Kriterien er zur Gesamtbewertung der Lösung heranziehen will.

Sie sollten möglichst sachlich und neutral alle Argumente für beide Seiten zusammenstellen – und nicht ihre vorgefasste Meinung in die Auswahl und Formulierung der Argumente einfließen lassen. Das ist schwierig. Wenn Sie die Argumentenbilanz im Team erstellen, verringern Sie die Gefahr, dass eine einseitige Sichtweise vorherrscht und sich eine Person mit ihrer Meinung durchsetzt.

Sie können Ihre Analyse weiter differenzieren. Mit der Analyse der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken beleuchten Sie die Güte der Alternativen in Bezug auf die Gegenwart und die Zukunft. So werden mit dieser sogenannten SWOT-Analyse Argumente, die für oder gegen eine Alternative sprechen, differenzierter herausgearbeitet und dargestellt. Die Stärken und Schwächen werden vor allem dann sehr bedeutsam, wenn Sie mit Chancen oder Risiken im Umfeld zusammenfallen.

Konsequenzen aufzeigen mit dem Entscheidungsbaum

Der Entscheidungsbaum gibt eine Übersicht über mögliche Handlungen (Alternativen) und ihre wahrscheinlichen oder unwahrscheinlichen Konsequenzen. So verschaffen Sie sich ein Bild über Folgewirkungen, können diese bewerten und dadurch Ihre favorisierten Handlungsmöglichkeiten bestimmen.

Ausgangspunkt ist Ihre Fragestellung. Um diese zu lösen, haben Sie mehrere Handlungsmöglichkeiten. Jede Handlung kann zu unterschiedlichen Folgen oder Umständen führen. Jede Folge hat spezifische Wirkungen, die Ihnen Aufschluss darüber geben, welche Alternative von Ihnen bzw. der bewertenden Person bevorzugt wird.

So kann es eine Wirkung geben, die Sie auf keinen Fall zulassen wollen. Dann scheiden alle Handlungsmöglichkeiten aus diesem Zweig aus. Andererseits kann es eine Wirkung geben, die Sie bevorzugen; dann sollten Sie versuchen, die entsprechenden Handlungen umzusetzen. Da viele Folgen oder Wirkungen nicht sicher eintreten, sondern nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, können Sie nicht immer sicher gehen, dass Ihre Handlungen zum gewünschten Ergebnis führen.

Ermitteln Sie den Nutzwert

Wenn mehrere Kriterien bei der Bewertung eine Rolle spielen, diese aber auch einen sehr unterschiedlichen Charakter haben, dann können diese mithilfe der Nutzwertanalyse vergleichbar gemacht werden. Hier werden die einzelnen Kriterien auf eine gemeinsame Skala übertragen. Dann können die einzelnen Skalenwerte – wie Kosten – addiert werden, und es ergibt sich ein Gesamtwert, der die Güte der Alternative beschreibt.

In einigen Fällen wird noch ein Zwischenschritt eingebaut: Die Kriterien erhalten ein unterschiedliches Gewicht. Das ist dann wichtig, wenn nicht alle Bewertungskriterien für Sie die gleiche Bedeutung haben. In der folgenden Arbeitsvorlage ist die Funktionsweise erklärt; sie kann für eine Nutzwertanalyse auch unmittelbar eingesetzt werden. Hier finden Sie dazu zwei hilfreiche Excel-Vorlagen:

Die Nutzwertanalyse zeigt, wo die Stellschrauben im Entscheidungsprozess sind. Sie erkennen als Anwender, was Ihre Entscheidung alles maßgeblich beeinflusst – und können so sehr gut prüfen, wie Sie dies einschätzen und inwiefern dies für Ihre Entscheidung wichtig ist. In Unternehmen kann die Nutzwertanalyse einen recht hohen Grad von Verbindlichkeit schaffen, wenn sie richtig angewendet wird und wenn die Annahmen und Werturteile, die in sie einfließen, sichtbar gemacht werden.

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