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Arbeitsschutz

Organisation und Management des Arbeitsschutzes

Der Vorstand oder die Geschäftsleitung eines Unternehmens ist für den Arbeitsschutz und für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen verantwortlich. Sie können die damit verbundenen Aufgaben delegieren, müssen aber die notwendigen Strukturen schaffen und Ressourcen zur Verfügung stellen. Außerdem bleiben sie dafür verantwortlich, dass alle organisatorischen und technischen Maßnahmen zum Arbeitsschutz umgesetzt werden (Kontrollpflicht).

Die wichtigen Bausteine für die Organisation des Arbeitsschutzes sind:

  • Verantwortung im Vorstand oder in der Geschäftsleitung festlegen.
  • Person (Führungskraft) schriftlich bestellen, die für die Planung und Durchführung aller operativen Maßnahmen verantwortlich ist und dafür auch die notwendigen Befugnisse hat (Pflichtenübertragung). Sie muss fachkundig und zuverlässig sein. In den meisten Fällen ist das der Betriebsleiter, der Werksleiter oder der Verantwortliche für Qualitätsmanagement.
  • Betriebsärzte schriftlich bestellen (soweit erforderlich) oder Teilnahme an einem Betreuungsmodell der Berufsgenossenschaft sicherstellen.
  • Fachkräfte für Arbeitssicherheit (SiFa) schriftlich bestellen und im notwendigen Umfang qualifizieren.
  • Sicherheitsbeauftragte in allen Abteilungen schriftlich bestellen und im notwendigen Umfang qualifizieren.
  • Ersthelfer in allen Abteilungen bestellen und im notwendigen Umfang qualifizieren.
  • Regelmäßige Überprüfungen durchführen lassen (siehe voriges Kapitel Gefährdungsbeurteilung); zum Beispiel in den Bereichen Arbeitsmittel und Arbeitsstoffe, Brandschutz (Brandschutzübungen), Gefahrenquellen und Ergonomie am Arbeitsplatz.
  • Unterweisungen und Schulungen der Mitarbeiter durchführen, insbesondere bei technischen oder organisatorischen Veränderungen.
  • Aushangpflichten zum Arbeitsschutz nachkommen.

Darüber hinaus ist es erforderlich, dass alle Mitarbeiter und ihre Vertreter (Betriebsrat) in den Arbeitsschutz einbezogen werden. Ein Ausschuss für Arbeitsschutz muss eingerichtet werden (nach §11 ASiG  ist ein Arbeitsschutzausschuss zu bilden, wenn im Betrieb Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte bestellt sind). Zudem können „Arbeitskreise Gesundheit“ dazu beitragen, die Potenziale des Arbeits- und Gesundheitsschutzes zu nutzen und Verbesserungen umzusetzen.

Die Unternehmensleitung muss die Aufgaben, Verantwortung und Befugnisse regeln und die notwendigen Ressourcen bereitstellen. Sie muss dafür Sorge tragen, dass die Zusammenarbeit funktioniert und der Informationsfluss geregelt ist. Im Arbeitsschutzgesetz § 3, Absatz 2 heißt es:

„Zur Planung und Durchführung der Maßnahmen nach § 3, Absatz 1 ArbSchG hat der Arbeitgeber unter Berücksichtigung der Art der Tätigkeiten und der Zahl der Beschäftigten für eine geeignete Organisation zu sorgen und die erforderlichen Mittel bereitzustellen sowie Vorkehrungen zu treffen, dass die Maßnahmen erforderlichenfalls bei allen Tätigkeiten und eingebunden in die betrieblichen Führungsstrukturen beachtet werden und die Beschäftigten ihren Mitwirkungspflichten nachkommen können.“

Halten Sie in Ihrem Organigramm fest, welche Stellen und Personen mit Aufgaben zum Arbeitsschutz betraut sind. Dokumentieren Sie außerdem die Zahl der Jugendlichen, Behinderten, Schwangeren, stillende Mütter und Zeitarbeiter.




Ein wesentlicher Baustein des Arbeitsschutzes sind die Unterweisungen und Schulungen aller Mitarbeiter. Diese müssen inhaltlich, fachlich und organisatorisch vorbereitet werden. Die folgenden Excel-Vorlagen helfen Ihnen bei der Planung der Unterweisungen, und Sie erhalten eine Übersicht, welche Themen relevant sind und welche Abteilungen oder Personen bereits unterwiesen wurden.

Organigramm Arbeitsschutz

Hier finden Sie eine Ergänzung zum Arbeitsvertrag als Pflichtenübertragung für den bestellten „Leiter Arbeitsschutz“ mit seinen Aufgaben und Befugnissen:

http://www.arbeitsschutz.nrw.de/pdf/themenfelder/formblatt_pflichtenuebertragung_2009.doc

Hinweis

Setzen Sie als Führungskraft regelmäßig das Thema Arbeitsschutz auf die Tagesordnung. Lassen Sie alle Mitarbeiter berichten, wo sich gegebenenfalls Gefahren oder Defizite ergeben und halten Sie alle Maßnahmen oder Ereignisse (Unfälle) schriftlich fest.

Dokumentation

Nach den Bestimmungen des Arbeitsschutzgesetzes gibt es für Betriebe mit mehr als zehn Beschäftigten eine Pflicht zur Dokumentation. Sie müssen über Unterlagen verfügen, aus denen ersichtlich wird:

  • das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung,
  • die festgelegten Maßnahmen des Arbeitsschutzes und
  • das Ergebnis ihrer Überprüfungen.

Kommt es zu einem Unfall, bei denen ein Beschäftigter getötet oder so verletzt wird, dass er stirbt oder für mehr als drei Tage völlig oder teilweise arbeits- oder dienstunfähig wird, muss dies dokumentiert werden.

Grundsätzlich sollten Sie alle organisatorischen, technischen und personenbezogenen Maßnahmen (Schulungen und Unterweisungen) dokumentieren, die Sie durchgeführt haben.

Erstellen Sie eine Übersicht über alle arbeitsschutzrelevanten Dokumente.




Zur Dokumentation gehört auch, dass Sie wichtige Kennzahlen zur Unfällen, Ausfällen, Beinaheunfällen oder Krankheit ermitteln und festhalten. In den folgenden Excel-Vorlagen können Sie die Zahlen erfassen, Dokumentieren und in Diagrammen darstellen.

Arbeitsschutzmanagementsysteme (AMS)

Noch existiert für ein Arbeitsschutzmanagementsystem keine weltweit anerkannte ISO-Norm, so wie es etwa schon im Qualitätsmanagement (ISO 9001) oder im Umweltmanagement (ISO 14001) der Fall ist. Stattdessen gibt es Beschreibungen von Arbeitsschutzmanagementsystemen (AMS) wie zum Beispiel die international verbreitete „Occupational Health- and Safety Assessment Series“ (OHSAS 18001) – eine Zertifizierungsgrundlage für Managementsysteme zum Arbeitsschutz.

Dazu kommen der vom Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik entwickelte LASI-Leitfaden, das von der bayerischen Gewerbewirtschaft mit entwickelte „Occupational Health and Risk Management System“ (OHRIS) oder auch das aus der Mineralölbranche stammende „Sicherheits Certifikat Contraktoren“ (SCC).

Hinweis

Weitere Informationen zur Einführung eines Managementsystems finden Sie im LASI-Leitfaden LV 58: Beratung der Länder zu und Umgang der Länder mit Arbeitsschutzmanagementsystemen

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