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Zielkostenrechnung (Target Costing)

Phase 2: Produktkomponenten

Die Zielkosten sind nun über die Produkteigenschaften und Produktfunktionen auf die einzelnen Produktkomponenten herunterzubrechen. Dabei entspricht der vom Kunden und Käufer den einzelnen Funktionen beigemessenen Nutzenanteil dem Anteil der entsprechenden Funktion an den Zielkosten. Auch hier gilt: Die Wahrnehmung des Konsumenten ist entscheidend für den Erfolg am Markt!

Die folgende Übersicht zeigt die einzelnen Phasen, über die Target Costs heruntergebrochen werden.

Bestimmung der Zielkosten (Target Costs) in den Produktentwicklungsphasen

Die Zielkostenspaltung wird in acht Schritten vorgenommen:

  1. Definition der einzelnen zu erfüllenden Funktionen und Eigenschaften des Produktes aus Sicht der Kunden. Am Beispiel eines Fahrrads könnte das sein: geringes Gewicht, modernes Design, Einstellbarkeit, Sicherheit, Langlebigkeit etc.
  2. Gewichtung der einzelnen Funktionen: Die Bedeutung und damit die Gewichte der einzelnen Nutzenelemente und Produktfunktionen können mithilfe der Conjoint-Analyse bestimmt oder vom Marketing- oder Vertriebsteam abgeschätzt werden.
  3. Definition von Produktkomponenten, die zur Erfüllung der geforderten Funktionen und Eigenschaften beitragen. Dabei kann eine Komponente mehreren Funktionen dienen. Für unser Beispiel könnten das sein: Rahmen, Lackierung, Bremssystem, Schaltgetriebe etc.
  4. Für jede Komponente wird, ausgehend von den bisher üblichen Abläufen zur Leistungserstellung sowie den vorhandenen Technologie- und Verfahrensstandards, eine Schätzung der Kosten vorgenommen. Sozusagen der Anteil einer Komponente an den Drifting Costs, auch relativer Standardkostenanteil genannt. Diese ergeben sich meist aus der Kostenträgerstückrechnung.
  5. Dann ist zu klären, in welchem prozentualen Umfang die jeweiligen Komponenten zur Erfüllung der Produktfunktionen beitragen. Dazu werden die Funktion und Eigenschaften einerseits und die Komponenten andererseits in einer Matrix gegenübergestellt.
  6. Die Teilgewichte der Produktkomponenten werden nun mit den Teilgewichten der Funktionen und Eigenschaften verrechnet. Somit erhält man die Bedeutung der jeweiligen Komponente für die gesamte Produktfunktionserfüllung. Bildet man anschließend die Quersumme aller verrechneten Werte auf die Komponente bezogen, so stellt dies den Anteil der Produktkomponente an den Target Costs dar.
  7. Der Quotienten aus relativem Zielkostenanteil und relativem Standardkostenanteil einer Komponente stellt deren Zielkostenindex dar. Wurde beispielsweise in Schritt 4 für den Rahmen eines Fahrrads ein relativer Standardkostenanteil von 20 Prozent festgelegt und beträgt der Anteil an den Zielkosten 38,8 Prozent, dann ergibt sich ein Zielkostenindex für den Rahmen von 38,8 / 20 = 1,94. Ein Zielkostenindex von 1 ist als Optimum anzusehen, da hier der Zielkostenanteil dem Standardkostenanteil entspricht. Das heißt, diese Komponente kann mit den vorhandenen Standards zu den geforderten Zielkosten realisiert werden. Es sind keine Änderungen im Bereich dieser Komponente notwendig. Meistens ist der Zielkostenindex kleiner als 1 und die Komponente somit zu teuer. Ist der Zielkostenindex größer als 1, dann ist die entsprechende Komponente zu günstig. Das kann Anstoß sein, über eine Funktionsverbesserung nachzudenken.
  8. Das Value Control Chart (Zielkostenkontrolldiagramm) erstellen, um die Lage der einzelnen Komponenten zu visualisieren. Für jede Komponente einen Zielkostenindex von 1 als zwingend erreichbaren Wert vorzugeben, ist in der Praxis nicht haltbar. Daher wird ein Zielkostenkorridor definiert, welcher den zulässigen Spielraum für den jeweiligen Index darstellt. Dabei ist der Korridor so zu gestalten, dass dieser sich mit zunehmender Bedeutung der Komponenten verengt, der Spielraum für wichtige Komponenten demnach kleiner ausfällt. Die Festlegung der zulässigen Abweichung im konkreten Fall obliegt dem Entscheidungsträger.

Mit Hilfe der folgenden Excel-Tabellen können Sie Schritt für Schritt Ihre Zielkosten ermitteln und die Abweichungen im Zielkostendiagramm darstellen. Es wird sichtbar, an welchen Stellen und Komponenten bei Ihrem Produkt Kosteneinsparungen notwendig sind und wo Sie noch Spielraum haben, um die vom Kunden gewünschte Funktionalität zu verbessern.

Erarbeiten Sie Ihre Value Control Chart für Ihr Produkt und seine Produktkomponenten. Ermitteln Sie, wie Sie teure Komponenten verbessern können.




So kann schließlich das Value Control Chart aussehen (Ausschnitt aus der Excel-Tabelle):

Value Control Chart (am Beispiel eines Fahrrads; unvollständig)

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