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EKS - Engpasskonzentrierte Strategie

Phase 5: Innovation nach EKS

Wer am schnellsten ein brennendes Problem der Zielgruppe erkennt, aufgreift und dafür ein innovatives Produkt oder eine neue Dienstleistung anbietet, der erringt entscheidende Wettbewerbsvorteile. Deshalb sind Produktideen und Innovationen für EKS notwendig.

In Phase 5 der Engpasskonzentrierten Strategie geht es darum, das eigene Leistungsangebot, bestehend aus Produkten oder Dienstleistungen, zu entwickeln, neu auszurichten oder entscheidend zu verbessern, um die Kernprobleme der Zielgruppe zu lösen: Aus Problemen der Zielgruppe werden Produktideen abgeleitet und als Innovationen realisiert.

Dabei geht es auch um Schnelligkeit. Denn die Zeit zwischen dem Auftauchen neuer Bedürfnisse bei den Zielgruppen und ihrer Lösung durch spezielle und innovative Angebote ist sehr knapp. Naheliegende und konventionelle Lösungen werden schnell von der Konkurrenz entwickelt, angeboten und verbessert. Erst wenn grundlegend bessere Lösungen angeboten werden, sind sie schwer von der Konkurrenz zu imitieren. Allerdings sind mitunter schnelle, einfache Lösungen attraktiv, aber ihnen müssen genauso schnell weitere Entwicklungen folgen. Wenn Sie ein „intellektuelles Monopol“ entwickeln können, werden Sie lange Ihre führende Position behaupten.

Erster Schritt: Ideen entwickeln

Im ersten Schritt entwickeln Sie Ideen unabhängig davon, ob und wie Sie diese umsetzen können. Sie denken also kühn und ohne Rücksicht auf verfügbare Ressourcen. Hier kommt es auf Kreativität und die Vielzahl neuer Ideen an. Sie können auch spezielle Methoden wie TRIZ einsetzen, um innovative Produkte systematisch herzuleiten.

Zweiter Schritt: Ideen bei Kunden prüfen

Im zweiten Schritt testen Sie die Resonanz Ihrer Ideen bei Ihren Kunden. Durch das Gespräch mit der Zielgruppe stellen Sie fest, welcher Vorschlag von Ihren Kunden positiv beurteilt wird und welcher keine Zustimmung findet. Sie präzisieren daraufhin Ihre Innovationsidee, auf die Sie alle Ihre Kräfte konzentrieren werden.

Die Bewertung können Sie in unterschiedlicher Form vornehmen: Sie können die Produktideen qualitativ bewerten, indem Sie dokumentieren, was die Kunden dazu sagen. Sie können auch Bewertungskriterien mit den Kunden erarbeiten und dann die Produktideen mit Hilfe eines Punktesystems bewerten. Entscheidend ist, dass Sie bei Ihrer Bewertung das Kundenbedürfnis und das Kundenproblem nicht aus dem Fokus verlieren.

Dritter Schritt: Relevante Produktideen realisieren

Im dritten Schritt zerlegen Sie zunächst Ihre Produktideen in einzelne Arbeitsschritte; Sie ermitteln, was Sie alles tun müssten, um die Produktidee zu realisieren. Dann können Sie erkennen, welche Engpässe auftreten können. Solche Engpässe können bei Ihnen selbst, in Ihrem Unternehmen, aber auch außerhalb liegen.

Die notierten Arbeitsschritte bewerten Sie nach deren Machbarkeit wie gewohnt durch die Vergabe der Punkte von 0 bis 100. Hierbei gilt:

  • 75 bis 100 Punkte = kleinster Engpass: ist ohne externe Hilfe realisierbar
  • 50 bis 75 Punkte = mittlere Engpass: eine einmalig oder vorübergehende Hilfe von außen wird benötigt
  • 0 bis 49 Punkte = größter Engpass: nur mit Unterstützung eines dauerhaften Partners lösbar

Nicht jeder kann alles. Bei der notwendigen Konzentration auf die Kernkompetenz nimmt die Phase 6, die sich mit der Kooperation befasst, eine wichtige Stellung ein.

Praxis

Sie haben in der vorhergehenden Arbeitsphase das „brennendste Problem“ Ihrer Zielgruppe identifiziert. Für dieses Problem gibt es noch keine Marktlösung oder bestenfalls nur unzulängliche. Sie müssen nun nach einer Problemlösung suchen. Dazu kann auf zwei Wegen vorgegangen werden.

Die Lösung ist im wahrsten Sinne zu suchen, das heißt, sie existiert bereits, ist aber noch in kein Marktangebot übersetzt worden. Nutzen Sie für Ihre Recherche zum Beispiel:

  • Gespräche mit Experten aus Wissenschaft und Praxis
  • Ergebnisse aus Forschungs- und Entwicklungsprojekten (an denen Sie vielleicht selbst mitwirken)
  • Fachliteratur
  • Patente und Patentdatenbanken
  • Einbindung von Patentrechercheuren

Für solche Aktivitäten zur Recherche oder Entwicklung neuer Produktideen und Innovationen gibt es staatliche Förderprogramme, über die Sie Fördergelder erhalten können.

Die Alternative ist, die Lösung selbst zu kreieren. Vielleicht gibt es ja in Ihrem Unternehmen ein Vorschlagswesen. Außendienstler äußern manchmal tolle Gedanken, die sie von ihrem Kundenbesuch mitgebracht haben. Gleichgültig ob Sie erprobt sind in der Problemlösung oder jetzt animiert sind: Nutzen Sie die Kreativitätstechniken und Problemlösungsmethoden hier im Handbuch.

Produktideen und Lösungen sammeln

Wie auch immer Sie zu Lösungsansätzen kommen, notieren Sie sie in einer Datenbank für Produktideen und Lösungen. Nehmen Sie alle Ideen auf – unabhängig davon, ob und wie Sie diese (im Moment) umsetzen können. Lassen Sie sich von folgenden Fragen inspirieren:

  • Welche Verbesserungsmöglichkeiten sehen Sie in Ihren bisherigen Leistungen und Produkten?
  • Welche weiteren Probleme haben Ihre Kunden?
  • Wie werden diese Probleme bisher gelöst?
  • Welche anderen Lösungsansätze sind denkbar?

Produktideen und Lösungen prüfen

Die gesammelten Ideen sind zu prüfen. Sie können es sich einfach machen und die Lösungsideen mit der Schulnoten-Skala bewerten. Wenn Sie mit den potenziellen Kunden vertraut sind, können Sie deren Resonanz auf Ihre Idee testen. Das bindet diese Kunden auch gleich ein.

Aus Produktideen Produkte machen

Nach dem Resonanztest haben Sie das Ziel definiert. Jetzt gilt es zu überlegen, wie es realisiert werden kann. Leiten Sie aus Ihren Produktideen einzelne Arbeitsschritte ab, die notwendig sind, um aus der Produktidee ein Leistungsangebot zu machen. Je nach Komplexität werden Sie dies im Rahmen eines Entwicklungsprojekts realisieren; dazu nutzen Sie die Methoden des Projektmanagements.

Engpässe erkennen

Durch die Auflösung der Produktidee in einzelne Arbeitsschritte werden Sie die Engpässe finden, die bei der Realisierung entstehen können. Ihre Arbeitsschritte bewerten Sie anschließend nach deren Machbarkeit.

Nutzen Sie die folgende Vorlage für die Sammlung der Produktideen, für deren Bewertung und für die Ableitung von Arbeitsschritten und Engpässen.

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