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Burnout

Rahmenbedingungen können Burnout fördern

Viel Arbeit und Leistungsdruck führen zu Stress. Wie die Betroffenen reagieren, hängt auch von ihrer Resilienz ab. Persönlichkeitsmerkmale und Arbeitsorganisation können Burnout fördern.

Die moderne Gesellschaft – zumindest in Industrieländern – bezeichnet sich selbst als Leistungsgesellschaft. Mit dieser Bezeichnung fassen wir zusammen, worauf es vielen Menschen heute in ihrem Leben primär ankommt: Auf den Erfolg im Beruf. Dabei sind einerseits die Arbeitsbedingungen für unsere körperliche und geistige Gesundheit verantwortlich, anderseits unsere persönlichen Eigenschaften.

Arbeitsorganisation

Einige gesellschaftliche und sozialen Entwicklungen moderner Zeit können als weitere Ursachen für die Ausweitung von Erschöpfungserscheinungen angesehen werden.

Konkurrenzkampf

Bewusst oder unbewusst – viele von uns sehen ihr Beschäftigungsverhältnis ständig in Gefahr. Der Konkurrenzkampf in Unternehmen ist enorm, je weiter nach oben, umso dünner wird die Luft. Außerdem trägt die Vielzahl befristeter Arbeitsverträge dazu bei, dass der Druck wächst und die Selbstsicherheit schwindet.

Vertrauensarbeitszeit

Eigentlich eine gute Sache – keine Stechuhr, keine festen Arbeitszeiten, sondern freie Zeiteinteilung. Eine Stunde früher gehen, wenn wenig zu tun ist. Doch Vertrauensarbeitszeit bedeutet auch, sich Zeit zu nehmen, wenn mehr Arbeit da ist, als in der Regelarbeitszeit zu schaffen ist. Ist ein Projekt im Verzug, muss man eben da bleiben, bis alle Aufgaben bearbeitet sind. Im Kontext zunehmender Konkurrenz wird die lange Arbeitszeit neben der geistigen Kraft zum Mittel gegen die Konkurrenz – wer die Möglichkeit und Kraft hat, länger zu arbeiten, kann das bessere Ergebnis abliefern.

Teamarbeit

Noch eine großartige Errungenschaft der modernen Arbeitswelt. Die Aufgaben werden auf Gruppen verteilt, jeder übernimmt einen Teil der Belastung. Doch das Entscheidende ist, dass die Gruppe einen Anführer hat, der die Aufgabenverteilung koordiniert. Der Teamleiter verantwortet das Gesamtergebnis. Dieser Mitarbeiter ist nicht nur für seine eigene Arbeit zuständig, sondern auch für den der Anderen. Ziehen die Teammitglieder nicht mit, sind sie träge oder nicht kompetent, ist er derjenige, der das ausbügeln muss. Nicht selten durch erhöhten Zeiteinsatz.

Gleichberechtigung

Waren früher Verantwortungsbereiche zwischen Berufstätigkeit und Hausarbeit klar aufgeteilt, verschwimmen sie heute. Wenn früher der gesellschaftliche Konsens über die Aufgabenverteilung beider Geschlechter eine Orientierung vorgab, muss heute jedes Paar für sich aushandeln, welche Ansprüche die Partner aneinander stellen. Die Erwartungen des Partners oder die eigenen Ansprüche können Menschen unter Druck setzen und zur Erschöpfung führen.

Diese Trends der gegenwärtigen Arbeitswelt tragen dazu bei, dass engagierte Mitarbeiter schnell unter Druck geraten können, mehr Energie in ihre Arbeit und Freizeit zu investieren, als sie zur Verfügung haben. Einige sind stärker bedroht als andere. Es lassen sich einige Charaktereigenschaften identifizieren, die Burnout-Syndrom zu begünstigen scheinen.

Typische Charaktereigenschaften der Betroffenen

Von Burnout betroffen sind oft Menschen mit einer nicht ausbalancierten Beziehung zum Beruf, Menschen, die man im Berufsleben als extrem erlebt. Extrem engagiert oder extrem passiv.

Dynamisch, zielstrebig, engagiert

Zweifelsohne erstrebenswerte Eigenschaften eines Arbeitnehmers. Er ist derjenige, der sich für die Arbeit „das Bein ausreißt“, der Highperformer. Doch das ist auch derjenige, der sich selbst am stärksten unter Druck setzt und dadurch Stress erlebt. Unter schlechten Bedingungen leiden diese Mitarbeiter mehr, als die passiven Kollegen, denn sie möchten den niedrigen Leistungsoutput nicht akzeptieren. 

Schüchtern, passiv, wenig durchsetzungsfähig

Diese Menschen sind stark von der Meinung anderer abhängig. Sie lassen sich Aufgaben übertragen, mit denen sie nicht in der vorgegebenen Zeit fertig werden können. Da sie sich nicht trauen, ihre Überlastung gegenüber Vorgesetzten und Kollegen zu erwähnen, weil sie dann Sympathien verlieren könnten, werden sie weiterhin ohne böse Absicht mit Arbeit überschüttet.

Im Grunde handelt es sich um die beiden Extreme: Diejenigen, die nicht „Nein“ zu sich selbst sagen können und die eigenen Grenzen nicht erkennen und diejenigen, die nicht „Nein“ zu anderen sagen können und ihre Grenzen nicht aufzeigen.

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