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Resilienz stärken

Resilienzfaktor Kontrollüberzeugung: Situationen beeinflussen

Resiliente Menschen sind überzeugt, dass sie Situationen beeinflussen und steuern können, Ereignisse kontrollierbar sind. Mit unseren Übungen folgen Sie diesem Gestalterprinzip. Sie erkennen, nutzen und dehnen Ihre Handlungsspielräume aus.

Beim Schutzfaktor Kontrollüberzeugung geht es um die subjektiv wahrgenommene Beeinflussbarkeit einer Situation. Resiliente Menschen führen eingetretene Ereignisse hauptsächlich auf ihre Handlungen zurück, während weniger resiliente Menschen sie auf das Handeln anderer oder dem Zufall beziehungsweise Schicksal zuschreiben. Wer meint, Einfluss nehmen zu können beziehungsweise wer seine Opferrolle verlässt, ist zufriedener mit seinem Job sowie psychisch und physisch gesünder, leidet also auch seltener unter Burnout.

Kontrollgefühl entwickeln

Kontrollüberzeugung zeigt sich in der Übernahme von Verantwortung; zum Beispiel, wenn es darum geht, eine Aufgabe anzugehen oder eine Karriereentscheidung zu treffen. Wer das Gefühl hat, keine Kontrolle (mehr) zu haben, der kann sein Kontrollgefühl entwickeln, indem er eventuell eintretende Widrigkeiten in seinem Leben bedenkt. Dazu müssen die eigenen Lebensmotive klar sein. Denn wer weiß, was er wozu macht – wer also seine Visionen, Werte, Ziele und innere Antriebe kennt – der bezieht in seine Überlegungen unbewusst oder bewusst möglich auftretende Schwierigkeiten mit ein.

Allerdings können Sie nicht alles kontrollieren oder beeinflussen. Es gibt jedoch selbst in einer Krise oder einer scheinbar ausweglosen Situation einen Handlungsspielraum – selbst wenn dieser noch so klein ist. Resiliente Menschen erkennen diesen und konzentrieren sich darauf.

Handlungsspielräume erkennen

Die Coachin Katharina Maehrlein unterscheidet in ihrem Buch „Die Bambusstrategie“ zwei Bereiche:

Unveränderliche Rahmenbedingungen (Opferprinzip)

Dieser Bereich beeinflusst Ihr Leben, kann von Ihnen aber nicht beeinflusst werden. In diesem Bereich ist keine Kontrolle möglich. Verharren Sie in diesem Bereich, werden Sie zum Opfer Ihrer Umstände.

Veränderliche Handlungsspielräume (Gestalterprinzip)

Das ist der Bereich in Ihrem Leben, den Sie beeinflussen können, indem Sie selbst handeln (direkte Kontrolle), andere zu einer Handlung veranlassen (indirekte Kontrolle) oder etwas bewusst unterlassen (direkte Kontrolle).

Praxis

Schritt 1: Handlungsspielräume erkennen, nutzen und ausdehnen

Unterscheiden Sie zwischen unveränderlichen Rahmenbedingungen und veränderlichen Handlungsspielräumen und notieren Sie in der folgenden Vorlage:

  • Beobachten Sie ein bis drei Menschen in Ihrem Umfeld unter dem Gesichtspunkt, inwieweit diese nach Ihrer Einschätzung ihren jeweiligen Handlungsspielraum nutzen.
  • Richten Sie sich konsequent auf Ihre Handlungsspielräume und Lösungen aus und notieren Sie: Was können Sie wie beeinflussen?

Schritt 2: Herausforderungen visualisieren

Bei scheinbar ausweglosen Situationen: Verschaffen Sie sich einen Überblick und zerlegen Sie große Herausforderungen in kleine leichter handhabbare Teile. Die Visualisierungsübung in der folgenden Vorlage unterstützt Sie dabei.

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