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Resilienz stärken

Resilienzfaktor Positive Selbstwahrnehmung: Sich selbst annehmen

Die Wertschätzung der eigenen Person ist bei resilienten Menschen höher. Sie sind sich ihrer Fähigkeiten, Motive und Werte bewusst. Unsere Übungen helfen Ihnen, Selbstsicherheit zu gewinnen, sich selbst besser anzunehmen und Ihre Fähigkeiten optimal einzusetzen.

Sich selbst anzunehmen sowie seine Stärken, Schwächen und Bedürfnisse zu kennen und zu akzeptieren, ist nicht immer einfach. Denn jeder ist selbst sein größter Kritiker. Außerdem folgen einige Menschen nicht ihren eignen Zielen, sondern schlagen zum Beispiel einen Berufsweg ein, den andere für richtig halten.

Eine positive Selbstwahrnehmung wird mit den Begriffen Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Selbstliebe und Selbstwertgefühl umschrieben. Es geht um die Bewertung, die man sich selbst gibt und das Bewusstsein von der eigenen Persönlichkeit. Wissenschaftler haben festgestellt: Ein hoher Selbstwert ist kein Schutzfaktor an sich – zeigt also keine schützende Wirkung in belastenden Situationen, ein niedriger Selbstwert jedoch ist eindeutig ein Risikofaktor.

Werte- und Strategieklarheit erlangen

Die Coachin Katharina Maehrlein schreibt in ihrem Buch „Die Bambusstrategie“ sehr treffend: „Nur wenn ich weiß, wer ich bin, was ich kann und welche Bedingungen ich brauche, um zu zeigen, was ich kann, bin ich fähig, in mir selbst Unterstützung und Halt zu finden. Dann kann ich noch Stärke zeigen, wenn es überall brennt.“ Die eigenen Fähigkeiten und Motive zu kennen, ist eine gute Voraussetzung, um zu wissen, wie auf bestimmte Situationen zu reagieren ist: Wann zum Beispiel brauche ich bei der Lösung einer Aufgabe Hilfe von außen? Welche (falschen) Ziele verfolge ich, die mich unter Druck setzen könnten?

Aus der Gewissheit, den richtigen Weg zu verfolgen beziehungsweise einen Sinn zu sehen, schöpfen Menschen ihre Motivation, ihre Lebensfreude und Lebensenergie, die gerade bei der Krisenbewältigung wichtig sind. Die Grundlage für mehr Selbstbewusstsein sind deshalb Werte- und Strategieklarheit. Katharina Maehrlein empfiehlt dafür die Arbeit mit der Potenzial-Pyramide von Robert Dilts (s. Abbildung 1). Die Potenzial-Pyramide basiert auf dem NLP-Modell der logischen Ebenen, auf denen Veränderungen stattfinden können. Sie liefert Antworten auf die Fragen: Wo kann eine gewünschte Veränderung oder Weiterentwicklung am besten ansetzen? Wo ist ein Problem angesiedelt?

Die Potenzial-Pyramide von Robert Dilts

Die Ebenen des Seins sind hierarchisch gegliedert und beeinflussen sich wechselseitig. Etwas liegt auf einer höheren Ebene, wenn es das Darunterliegende umfasst und steuert. So sind Überzeugungen auf einer höheren Ebene angesiedelt als Fähigkeiten, denn man ist insbesondere dann zu etwas fähig, wenn man glaubt, dazu fähig zu sein.

Durch das gedankliche Wechseln von der Problemebene auf die nächsthöhere Metabene werden Veränderungen erleichtert. Auf der Metaebene werden Ressourcen aktiviert, die Veränderung in den darunter liegenden Ebenen erleichtern. Entwicklung und Veränderung gelingt deshalb in der Regel am besten auf der nächsthöheren Ebene als auf der, auf der ein Problem angesiedelt ist.

Abbildung 1: Potenzial-Pyramide von Robert Dilts
Abbildung 1: Potenzial-Pyramide von Robert Dilts

Sich selbst wie einen guten Freund behandeln

Manch einer behandelt andere besser als sich selbst. Ihrem besten Freund treten Sie wahrscheinlich respektvoll, hilfsbereit, verständnisvoll, tröstend und rücksichtsvoll entgegen. Seine Fehler akzeptieren Sie. Wie einen guten Freund sollte sich jeder selbst behandeln. Stattdessen vergleichen sich Menschen mit anderen – und schneiden schlechter ab, weil sie einzelne Aspekte wie das schickere Büro oder Eigenschaften wie das souveräne Auftreten herausgreifen. Sie orientieren sich dabei immer an dem Größeren, Schöneren, Erfolgreicheren, das sie vergleichen. Es ist nie das Gesamtbild, das sie vergleichen, da nie alle Informationen über den anderen verfügbar sind. Dabei könnte es sein, dass die Person mit dem schickeren Büro kaum mit dem Leistungsdruck in der Firma fertig wird und dessen Familie daran zerbrochen ist.

Selbstliebe ist eine Einstellung, die Sie unabhängig macht von der Anerkennung anderer beziehungsweise von äußeren (negativen) Einflüssen. Versuchen Sie, sich nicht selbst zu kritisieren, geduldig mit sich zu sein, sich zu loben und sich in Ihren Vorhaben zu bestärken. Kurzum, halten Sie es mit sich selbst mit Nietzsche: „Erkennen heißt: Alle Dinge zu unserem Besten zu verstehen“.

Praxis

Schritt 1: Selbstsicherheit gewinnen

  • Finden Sie Ihren Trigger, also den Aspekte, der es Ihnen schwer macht, selbstbewusst aufzutreten und souverän für Ihre Interessen einzustehen. Beantworten Sie dazu die Fragen in der folgenden Vorlage.
  • Vermerken Sie die Erfolgshandlungen, die Ihren Anteil am guten Gelingen in Ihren persönlichen Erfolgsbeispielen kennzeichnen.
  • Werten Sie alle künftigen Durchsetzungssituationen aus: Was möchten Sie beibehalten, weil Sie damit Erfolg hatten?

Schritt 2: Werte- und Strategieklarheit gewinnen

  • Wo kann eine gewünschte Veränderung oder Weiterentwicklung am besten ansetzen? Wo ist ein Problem angesiedelt?
  •  Bearbeiten Sie zur Beantwortung dieser Fragen die einzelnen Ebenen der Potenzial-Pyramide mithilfe der folgenden Vorlage. Reflektieren Sie anschließend Ihre Überlegungen und Einschätzungen mit den Analysefragen in der Vorlage.
  • Legen Sie erste Schritte und Maßnahmen fest.

Schritt 3: Schlechte Angewohnheiten umdeuten (Reframing)

  • Notieren Sie: Was an sich mögen Sie nicht? Mit welchen Ihrer Eigenschaften haben Sie oft zu kämpfen?
  • Deuten Sie diese Eigenschaft, Situation etc. ins Positive um (Reframing) und geben Sie dieser Eigenschaft einen Sinn. Zum Beispiel: Was hat Ihnen diese schlechte Angewohnheit gebracht? Zu was hat Sie Ihnen verholfen?
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