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IFRS

Übersicht über das Regelwerk der IFRS

Das Regelwerk der IFRS macht Vorgaben, wie die Rechnungslegung eines Unternehmens erfolgen soll. Das wird insbesondere in den Abschlüssen eines Unternehmens sichtbar – also in der Bilanz, der Gewinn-und-Verlust-Rechnung und der Kapitalflussrechnung. Abschlüsse sind immer auf einen Zeitraum bezogen und werden dem entsprechend als Quartalsabschluss oder Jahresabschluss bezeichnet.

Das Regelwerk setzt sich aus drei zentralen Bausteinen zusammen:

  • Rahmenkonzept (Framework): Da nicht alle Rechnungslegungsfragen durch Standards eindeutig beantwortet können, gibt es ein Rahmenkonzept, das die grundsätzliche Ausrichtung der IFRS-Rechnungslegung beschreibt.
  • Standards (IFRS, IAS): Hier wird genau festgelegt, wie Rechnungslegungsfragen behandelt werden sollen. Sie sind verbindlich, wenn der Abschluss eines Unternehmens als „IFRS-Abschluss“ gelten soll.
  • Interpretationen: Sie helfen bei der Anwendung der Regelungen, haben zwar keinen verbindlichen Charakter, doch in der Praxis kommt ihnen der durchaus zu.

Das Rahmenkonzept gibt die generelle Richtung und Zielsetzung vor

Das Rahmenkonzept erläutert die Zielsetzung des Abschlusses eines Unternehmens. Die Bilanz soll Informationen über die Vermögenslage (Aktiva) und die Finanzlage (Passiva) liefern. Die Gewinn-und-Verlust-Rechnung zeigt die Ertragskraft des Unternehmens auf und die Kapitalflussrechnung beschreibt die Entwicklung des Cashflows. Die wesentlichen Grundannahmen dabei sind, dass die Vorfälle dann verbucht werden, wenn sie anfallen und dass das Unternehmen fortgeführt wird.

Qualitative Anforderungen an einen Abschluss und die Grundsätze des Rahmenkonzepts sind Verständlichkeit und Verlässlichkeit. Die Informationen müssen relevant sein in Bezug auf den Inhalt und die jeweiligen Werte; es gilt der Grundsatz der Wesentlichkeit. Außerdem müssen innerbetriebliche und zwischenbetriebliche Vergleiche möglich sein. Weitere Anforderungen im Sinne der Verlässlichkeit sind: glaubwürdige Darstellung, wirtschaftliche Betrachtungsweise, Neutralität, Vorsicht bei unsicheren Sachverhalten sowie Vollständigkeit.

Gleichzeitig wird im Rahmenkonzept eingeräumt, dass ein entsprechender Abschluss Zeit und Aufwand erfordert. Beide müssen mit den anderen grundsätzlichen Anforderungen abgewogen werden. Gleichwohl gilt auch, dass ein Abschluss zeitnah erfolgen sollte.

Die Bilanz eines Unternehmens besteht aus drei großen Blöcken, die im Rahmenkonzept ebenfalls erläutert werden. Auf der Aktivseite stehen die Vermögenswerte. Das ist die Verfügungsmacht eines Unternehmens, die es in der Vergangenheit aufgebaut hat und von der zu erwarten ist, dass dem Unternehmen daraus in der Zukunft ein wirtschaftlicher Nutzen zufließt. Wie diese Vermögenswerte anzusetzen und zu bewerten sind, ist Gegenstand vieler Regelungen der IFRS.

Auf der Passivseite stehen die Schulden. Sie beschreiben die Verpflichtungen des Unternehmens, die in der Vergangenheit entstanden sind und die in der Zukunft zu einem Abfluss an Nutzen führen werden. Auch hier spielen Fragen der Bewertung eine wichtige Rolle.

Aus der Differenz von Vermögen und Schuld ergibt sich schließlich das Eigenkapital.

Die Standards regeln zahlreiche Einzelfragen der Rechnungslegung

Vor dem Jahr 2001 erstellte Standards der Rechnungslegung sind unter dem Kürzel IAS und einer fortlaufenden Nummer bekannt. Sie wurden unter gleicher Bezeichnung in das IFRS-Regelwerk übernommen. Alle seither entwickelten Standards werden allerdings unter dem Kürzel IFRS und einer fortlaufenden Nummer (bislang 1 bis 8) geführt. Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht:

In diesen Standards sind folgende Informationen enthalten:

  • Anwendungsbereich
  • Abgrenzung des Anwendungsbereichs (Sachverhalte, die durch den Standard nicht geregelt sind, obwohl sie auch in den Anwendungsbereich fallen würden)
  • Definition, Ansatz und Bewertung von Vermögenswerten oder Schulden
  • erforderliche Angaben dazu im Anhang
  • Inkrafttreten des Standards
  • Übergangsbestimmungen

IFRIC- und SIC-Interpretationen sind Auslegungen der Standards, die meist eng umgrenzte Fragestellungen erläutern und Anweisungen für die konkrete Behandlung geben. In der Praxis sind sie damit auch verpflichtend.

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