Premium
Roadmapping

Umsetzung in die Praxis

Unternehmen, die noch keine Roadmaps für ihre langfristige Planung haben, müssen diese erstmalig erstellen. Danach ist die Pflege und Fortschreibung der Roadmap und insbesondere die Ableitung von Maßnahmen eine zentrale Aufgabe des Managements, des Business Developments und der strategischen Produkt- und Prozessplanung.

Erstmalige Erstellung einer Roadmap

In ihrem Leitfaden für die Erstellung einer Technologie-Roadmap empfehlen Thorsten Laube und Thomas Abele [o.J.] folgende Schritte zu durchlaufen:

  1. Kernteam einrichten
  2. Vorabgespräche führen
  3. Projektteam einrichten
  4. Zeit- und Projektplan entwickeln
  5. Mitarbeiter informieren
  6. Workshops durchführen
  7. Reviews durchführen
  8. Technologie-Roadmap erstellen
  9. Maßnahmen umsetzen

Ein Kernteam von zwei bis vier Personen aus dem Unternehmen ist verantwortlich für das Roadmapping. Zunächst führt das Team Vorabgespräche mit Mitarbeitern im Unternehmen, um ein Konzept für die Vorgehensweise und zur Abgrenzung der Ziele und Fragestellungen zu erreichen. Damit verschafft sich das Kernteam auch einen Überblick über Ziele des Managements und derjenigen Mitarbeiter, die am Ende die Erkenntnisse aus der Roadmap umsetzen sollen.

Das Projektteam, das im Anschluss daran die Roadmap erstellt, sollte aus Mitarbeitern der relevanten Funktions- und Arbeitsbereiche bestehen. Entscheidend sind hier das Know-how und die Erfahrungen, die die Mitarbeiter mitbringen. Mitarbeiter können je nach Fragestellung aus den folgenden Unternehmensbereichen kommen:

  • Produktentwicklung
  • Produktion
  • Marketing
  • Vertrieb
  • Business Development

Hinweis

Die Erstellung einer Roadmap in Form der Projektorganisation setzt wie in allen Projekten voraus, dass die Methoden des Projektmanagements beherrscht werden. Mehr dazu unter:

Projektmanagement: Wichtige Methoden und Werkzeuge in der Projektorganisation

Für die Vorbereitung und die Steuerung der Arbeit an den Inhalten einer Roadmap sind allgemeine Mitarbeiter-Informationen sehr hilfreich. Diese sollte Informationen zur Methode des Roadmapping enthalten, Spielregeln für das Erstellen einer Roadmap und insbesondere Erwartungen an die Mitarbeiter. Denn diese liefern die zentralen Informationen, die zur Erstellung benötigt werden.

Ziel dabei ist, den beteiligten und betroffenen Mitarbeitern ein Überblicks-Wissen zu verschaffen, das ihnen zeigt, was Roadmaps sind und was damit erreicht werden soll, wie der Prozess zur Erstellung abläuft und welche Inhalte bereits erarbeitet wurden oder noch erarbeitet werden. Vorteilhaft ist, wenn damit das Bewusstsein und die Einstellung der Mitarbeiter gefördert wird, in langfristigen Kategorien zu denken – genau dies ist oft eines der zentralen Probleme.

In den anschließenden Workshops und Reviews werden die Inhalte erarbeitet, die dann in die Roadmap einfließen. Zur Erinnerung – es sind vor allem:

  • Abgrenzung des Handlungsfeldes,
  • Festlegung der Betrachtungsobjekte in den Bereichen Bedarfe, Produkte, Technologien, Prozesse und ihre jeweilige Entwicklung,
  • Bestimmung des Zeitraums der Vorausschau (Dimension der Zeitachse).

Diese Themen und die damit verbundenen Aufgaben können schrittweise bearbeitet werden. Im Allgemeinen wird das Projektteam eine Vorlage erarbeiten, die dann in mehreren Workshops diskutiert, ergänzt oder inhaltlich ausgefüllt wird. Möglich ist, im ersten Workshop

  • zunächst die Ziele zu erarbeiten, die mit einer Roadmap verfolgt werden,
  • strategische Pläne und Fragestellungen des Unternehmens insgesamt darzustellen und in einen Zusammenhang mit der Roadmap zu bringen,
  • daraus das Handlungsfeld abzuleiten, das den inhaltlichen Rahmen der Roadmap bestimmt, sowie
  • die zeitliche Dimension zu bestimmen, für die eine Vorausschau erfolgen soll.

In weiteren Workshops werden dann die Betrachtungsobjekte bestimmt und diskutiert. Das umfasst zum einen die Auswahl der Objekte, die möglichen Zusammenhänge und ihre zukünftige Entwicklung. Besonders wichtig ist es abzuschätzen, welche Objekte erst in der Zukunft bedeutsam werden. Was heute noch keine Rolle spielt, wird sonst oft ausgeblendet.

Dafür bieten sich unterschiedliche Methoden an. Beispiele sind: Szenario-Technik, Delphi-Befragungen, strukturierte Experten-Interviews, Patent-Analysen, Publikations-Analysen, Fortschreibungen, Einflussfaktoren-Analyse oder Lead-User-Analysen.

Die Workshop-Ergebnisse werden in einem Review-Prozess überprüft und ggf. angepasst oder ergänzt. Dazu prüft zunächst das Projektteam die Ergebnisse auf Plausibilität, offensichtliche Lücken und Verständlichkeit. Dann prüft das Management (Unternehmensleitung), inwiefern die Ergebnisse zur strategischen Planung passen und welche Zusammenhänge mit laufenden Projekten, Entwicklungen und Aktivitäten bestehen. Die überarbeiteten Ergebnisse können auch den Mitwirkenden in den Workshops noch einmal zur Prüfung und Ergänzung vorgelegt werden. Schließlich können externe Experten für ein Review herangezogen werden.

Im letzten Schritt werden alle Ergebnisse in Form einer Roadmap als grafische Übersicht aufbereitet. Die Übersicht sollte durch eine schriftliche Dokumentation und Erläuterungen ergänzt werden.

Hinweis

Bei komplexen Fragstellungen haben die Mitarbeiter nicht immer einen Ein- und Überblick in alle relevanten Betrachtungsobjekte. Deshalb beauftragt das Unternehmen einen externen Dienstleister mit der Entwicklung der Roadmap. Das sind in den meisten Fällen Forschungseinrichtungen oder Beratungsunternehmen, die das notwendige Know-how im festgelegten Handlungsfeld haben.

Wichtig dabei ist, dass der Dienstleister richtig instruiert wird (Briefing). Dazu gehören insbesondere die Vorgabe der Ziele, des Handlungsfeldes und des Betrachtungszeitraums (Zeitachse).

Fortschreibung und Pflege der Roadmap

Wenn eine Roadmap erstmalig erstellt wurde, muss die Roadmap mit ihren Erläuterungen regelmäßig überprüft, fortgeschrieben, ergänzt oder korrigiert werden. Dazu kann sie

  • kontinuierlich gepflegt werden, das heißt, immer wenn relevante Änderungen erkennbar sind, werden diese in die Roadmap eingestellt; und/ oder
  • zyklisch überarbeitet werden, das heißt, zu festen Terminen (halbjährlich, jährlich) erfolgt ein Reviewprozess, um die Roadmap auf den aktuellen Stand zu bringen.

In der Praxis bedeutet dies, dass die oben genannten Schritte zur Analyse der Betrachtungsobjekte, der Zusammenhänge und ihre Fortschreibung immer wieder durchgeführt werden. Die entsprechenden Inhalte der Roadmap werden überprüft und aktualisiert. Die Zeitachse wird um den entsprechenden Wert verlängert, so dass sich ein rollierendes Roadmapping ergibt.

Wichtig dabei ist, aus den jeweiligen Ergebnissen aus der Roadmap einen entsprechenden Maßnahmen- oder Aktivitätenplan abzuleiten, der die Handlungen im Unternehmen beschreibt. So fließen die Erkenntnisse und Ergebnisse aus dem Roadmapping unmittelbar in das Unternehmensgeschehen ein. Entsprechende Aktivitätenfelder können sein:

  • Anpassung der strategischen Planung: neue Technologien, neue Märkte, Mergers and Acquisitions, Kooperationen, neue strategische Stoßrichtungen;
  • Anpassung der Produktentwicklung: neue Produkte werden geplant, Lebenszyklen werden angepasst; Kooperation mit Forschungseinrichtungen;
  • Anpassung der Produktionsplanung: neue Verfahren, veränderte Prozesse;
  • Orientierung Marketing/ Vertrieb: spezifische Marketingpläne, Preismodelle, Distributionskanäle, Kommunikationsinstrumente.

Die folgende Abbildung zeigt, dass dafür aus der gesamten Roadmap einzelne Schwerpunkte herausgegriffen werden können.

Ableitung von Handlungsschwerpunkten aus der Roadmap

Identifizieren Sie relevante Schwerpunkte. Leiten Sie aus Ihrer Roadmap und den Erkenntnissen aus dem Prozess zur Entwicklung der Roadmap (= Roadmapping) mögliche Maßnahmen für Ihr Unternehmen oder Ihren Geschäftsbereich ab.




Premium
schließen
Weiterlesen und alle Vorlagen nutzen.
Premium-Mitgliedschaft

Als Premium-Mitglied haben Sie Zugriff auf das komplette Management-Handbuch:

  • über 150 Kapitel: von ABC-Analyse bis Zeitmanagement
  • über 1.800 Vorlagen, Checklisten, Excel-Tabellen zum Download
  • nur 57 EUR pro Jahr*
  • Ermäßigung für Studierende
Zur Anmeldung
Kapitel kaufen
Kaufen Sie das komplette Kapitel "Roadmapping" mit allen Vorlagen zum Preis von nur 9,80 EUR*.
Zum Shop

* Preis gültig in Deutschland. In anderen Ländern kann der Preis höher oder niedriger liegen.

Downloads
  • Excel-Vorlagen
    Vorlagen für Controlling, Kennzahlenmanagement, Berichtswesen und Projektmanagement
  • Key Account Management
    32 Seiten E-Book, 10 Excel-Tabellen, 6 Checklisten und 18 Vorlagen