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Kreativitätstechniken

Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für Kreativität

Kreativität wird vor allem zum Lösen von Problemen genutzt. Mit ihrer Hilfe sollen Ideen gefunden werden, wie die Lösung oder ein Lösungsweg aussehen können. Es lassen sich zwei Arten von Problemen unterscheiden:

  1. Lösung und Lösungsweg ergeben sich aus der Anwendung von bekannten Regeln und Routinen.
  2. Es müssen neue Verfahren und Lösungswege gefunden werden, um zur gewünschten Lösung zu kommen.



Wenn wir nach einer Lösung suchen, uns aber einfach nichts mehr einfällt, haben wir ein Problem zweiter Art. Die bekannten Regeln, Routinen, logischen Denkmuster, Methoden etc. helfen nicht weiter. Hier gilt es, den eigenen Standpunkt zu verlassen und nach ganz neuen, noch unbekannten Ideen und Wegen zu suchen. Die Kreativität soll dabei helfen. Der Problemlösungsprozess muss um einen Kreativitätsprozess ergänzt werden.



Damit der Kreativitätsprozess funktioniert, müssen mehrere Elemente zusammenspielen. Das sind insbesondere:

  • das Kreativitätspotenzial der Mitarbeiter;
  • die unmittelbare Umgebung (Ort, Räumlichkeiten, Situation);
  • die Rahmenbedingungen im Unternehmen (Organisationskultur);
  • die Zielsetzung;
  • die Aufgabenstellung.

Hinweis

Um Kreativität zu erklären, gibt es unterschiedliche theoretische Ansätze:

* denkpsychologische, bei denen bestimmte Denkabläufe Kreativität begünstigen,

* persönlichkeitsbezogene, bei denen persönliche Merkmale Kreativität begünstigen,

* umweltbezogene, die der Umwelt des Menschen entscheidenden Einfluss auf die Kreativität zuschreiben.

Die Mitarbeiter sind Träger der Kreativität

Die Menschen als Mitarbeiter im Unternehmen lassen sich inspirieren, sind offen, stellen infrage, nutzen vorhandenes Wissen und Erfahrungen und kommen so spielerisch auf neue Ideen.

Die Kreativität bei den Mitarbeitern ist ein Ergebnis aus deren Einstellung, Motivation, Fähigkeiten und persönlichen Merkmalen. Sie ist nicht nur angeboren; man kann sie auch erlernen – oder verlernen. Gleichwohl wissen wir aus eigener Erfahrung, dass es kreative und weniger kreative Menschen gibt. Das Team Management Profil (TMP) unterscheidet mehrere Typen von Menschen, die unterschiedliche Präferenzen haben. Zum Beispiel zeigen die beiden folgenden TMP-Typen Merkmale von kreativen Menschen:

Kreative Innovatoren bevorzugen und reagieren besonders positiv auf:

  • Gelegenheiten, Ideen zu erforschen,
  • Mitarbeiter, die Begeisterung zeigen,
  • Mitarbeiter, die sich im Thema auskennen und konzeptionell denken können,
  • Wertschätzung und Dank für ihre Beiträge,
  • Mitarbeiter, die ihre unstrukturierte Art tolerieren.

Was sie nicht schätzen und worauf sie negativ reagieren:

  • extrem starke Strukturierung,
  • knappe oder nicht nachvollziehbare Terminsetzung,
  • konvergentes Schritt-für-Schritt-Denken.

Entdeckende Promoter bevorzugen und reagieren besonders positiv auf:

  • Gelegenheiten, Ideen zu erkunden,
  • Gelegenheiten, sprechen zu können,
  • Anerkennung ihrer Leistungen und Beiträge,
  • Gespräche über zukünftige Entwicklungschancen,
  • Mitarbeiter, die begeisterungsfähig sind,
  • Flexible Situationen.

Was sie nicht schätzen und worauf sie negativ reagieren:

  • Situationen, die Konzentration auf sehr viele Details erfordern,
  • Situationen, in denen ihre Ansichten fortwährend in Frage gestellt werden,
  • Diskussionen, die sich auf die Vergangenheit konzentrieren.

Hinweis

Im Team Management Profil werden mit Hilfe von 60 Fragen arbeitsbezogene bevorzugte Verhaltensweisen ermittelt, die auch Aufschluss über individuell verschiedene Arbeitsstile geben. Mehr dazu unter:

Interne Kommunikation: Do's und Dont's

Auch wenn das Team Management Profil Typen von Menschen bzw. Managern finden will, bleibt die wesentliche Erkenntnis, dass Menschen immer einzigartig und individuell sind. Jeder hat seine eigenen Schemata und Denkmuster, die sich im Laufe seiner persönlichen Entwicklung gebildet haben für

  • die Wahrnehmung von Informationen,
  • die Interpretation von Informationen oder
  • das Strukturieren und Ablegen von Informationen.

Das Denken beim Menschen spielt sich zwischen divergentem und konvergentem Denken ab. Bei der Problemlösung sind beide Formen wichtig. Im Kreativitätsprozess soll vor allem das divergente Denken gefördert werden. Dieses wird durch Faktoren, die im Menschen begründet liegen oder durch schlechte Rahmenbedingungen behindert. Zum Beispiel:

  • funktionale Gebundenheit (was einmal eine feste Funktion hat, behält sie auch);
  • je näher wir uns am Ziel wähnen, desto mehr beschränkt dies den Blick für andere Lösungsmöglichkeiten;
  • Reizkonstellation, wenn bereits vorhandene Informationen, Strukturen unseren Lösungsraum prägen;
  • Betriebsblindheit, wenn einmal erfolgreiche Lösungen immer wieder angewendet werden;
  • Gruppenzwang und der Wunsch nach Übereinstimmung mit den anderen;
  • Angst vor Versagen oder Gesichtsverlust;
  • Prestige- und Kompetenzzuschreibung, wenn der Meinung der Ranghöheren gefolgt wird.

Welche Hemmnisse für den Einsatz persönlicher Kreativität sehen sie? Inwiefern hat Ihr Unternehmen kreative Mitarbeiter? Wer zeichnet sich wodurch besonders aus?




Die Umgebung schafft eine kreative Atmosphäre

Weil der Mensch sehr stark von seiner Umgebung beeinflusst wird, spielt sie eine wichtige Rolle im Kreativitätsprozess. Viele hemmende Faktoren können also mit umgekehrtem Vorzeichen zu förderlichen Faktoren werden.

Voraussetzung für Kreativität ist in jedem Fall, dass sich die Menschen ohne Angst oder Erfolgs-Druck sind. Ideen dürfen nicht gleich schlecht gemacht werden, enge Zeitpläne dürfen keinen Druck ausüben. Menschen sind vor allem dann kreativ, wenn sie entspannen können. Und hier hat jeder seine Vorlieben:

  • beim Spaziergang in der freien Natur,
  • bei körperlicher Betätigung (Sport),
  • in langweiligen Meetings oder
  • beim Zuhören einer langen Rede,
  • beim Duschen oder in der Badewanne,
  • beim Rasenmähen,
  • beim Aufstehen oder zu Bett gehen,
  • beim Aufwachen in der Nacht,
  • beim Lesen,
  • auf dem WC,
  • in Auto, Zug oder Bus.

Wo haben Sie Ihre kreativen Einfälle?




Die Organisationskultur fördert oder hemmt die Kreativität

Nicht nur die unmittelbare Umgebung, sondern auch die Atmosphäre im Unternehmen insgesamt beeinflusst die Kreativität der Mitarbeiter. Hier spielt die Organisationskultur eine große Rolle. Welche Werte gelten in Bezug auf kreative Menschen, ihre Ideen und die Möglichkeit, diese im Unternehmen einzubringen? Sind die Menschen bereit, ihr Wissen zu teilen? Werden Fehler toleriert? Sind sie offen für Neues?

Hinweis

Zum Thema Organisationskultur gibt es einen ausführlichen Wissensbaustein.

Organisationskultur

Der Universitäts-Professor Olaf-Axel Burow weist darauf hin, dass Kreativität vor allem ein Ergebnis des Zusammenwirkens von mehreren Personen ist. Ein Team im passenden Umfeld hat wesentlich mehr Kreativitätspotenziale als ein Einzelner. Er nennt dies „kreative Felder“ und beschreibt sie so:

Das kreative Feld zeichnet sich durch den Zusammenschluss von Persönlichkeiten mit stark unterschiedlich ausgeprägten Fähigkeiten aus, die eine gemeinsame Vision verbindet: Zwei (oder mehr) unverwechselbare Egos, die sich trotz ihrer Verschiedenheit ihres gemeinsamen Grundes bewusst sind, versuchen in einem wechselseitigen Lernprozess ihr kreatives Potential gegenseitig hervorzulocken, zu erweitern und zu entfalten. Wie Cummings und Oldham herausgefunden haben, können kreative Persönlichkeiten nur dann ihr Potential entfalten, wenn sie in einem geeigneten Umfeld arbeiten, das folgende Faktoren berücksichtigt:

  • Komplexität der Tätigkeit
  • nicht-autoritativer Führungsstil
  • unterstützende Vorgesetzte
  • anregende Arbeitskollegen
  • kreative Konkurrenz (motivierende Herausforderungen)


[Quelle: Olaf-Axel Burow, Kreative Felder: Das Erfolgsgeheimnis kreativer Persönlichkeiten, managerSeminare Oktober 2000]



Kreativität braucht Ziele und einen klaren Auftrag

Trotz aller Offenheit und Freiheit, den Kreativität braucht, so sind doch die Ziele mindestens genauso wichtig. Denn sie geben vor, worauf die Kreativität ausgerichtet sein soll. Sie stiften Sinn und Zweck der Kreativität und spannen damit einen Lösungsraum auf, der wiederum die Herausforderung für die Kreativität darstellt.

Hilfreich für den Kreativitätsprozess ist, wenn die Ziele

  • anspruchsvoll sind,
  • bildlich sind,
  • eine Richtung vorgeben,
  • ohne durch Lösungsansätze schon zu sehr einzuengen.

Im Unternehmen steht aus diesem Grund am Anfang eines Kreativitätsprozesses ein klarer Auftrag. Er umfasst

  • die ausführliche Beschreibung der Ausgangssituation,
  • die Problem- bzw. Aufgabenstellung,
  • Hintergründe, ergänzende Informationen (über Produkt, Markt, Prozess, Personen etc; alles, was das Aufgabenfeld betrifft),
  • die Zielsetzung,
  • einzuhaltende Rahmenbedingungen.

Einflussfaktoren im Überblick

 

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