Premium
Six Sigma

Wichtige Voraussetzung: Das Know-how der Mitarbeiter

Gerade die Vielfalt und Komplexität der Methoden setzt voraus, dass die Mitarbeiter darin unterwiesen und geschult werden. Dafür hat sich ein differenziertes System entwickelt. Die Mitarbeiter erhalten unterschiedliche Aufgaben und Rollen zugewiesen, um die Ziele von Six Sigma zu erreichen und um die Werkzeuge richtig einzusetzen. Einige der Werkzeuge benötigen statistisches und damit mathematisches Wissen, andere brauchen Erfahrungen in der praktischen Anwendung.

Hierfür wurde im Rahmen von Six Sigma ein System entwickelt, das das Know-how der Mitarbeiter mit „farbigen Gürteln“ kennzeichnet; es gibt grüne und schwarze Gürtel. Manche Ausbildungsinstitute haben auch schon weiße und gelbe Gürtel eingeführt; diese gehören aber nicht zum offiziellen Ausbildungsprogramm. Diese Anlehnung an japanische Kampfsportarten kommt nicht von ungefähr: Damit sollen der hohe Anspruch und die Qualität der Ausbildung unterstrichen werden.

Das System der Six Sigma-Gürtel

Damit die Six Sigma Ausbildung im Unternehmen ein klares Ziel und Profil hat und damit dies auch innerhalb und außerhalb des Unternehmens sichtbar wird, dafür stehen die farbigen Gürtel. Voraussetzung sind entsprechend umfangreiche Schulungen der Mitarbeiter durch zertifizierte Trainer.

Hinweis

Es gibt eine Vielzahl von Schulungsanbietern für Six Sigma. Eine einfache Recherche im Internet zeigt, wer dafür infrage kommen kann. Die Anbieter unterscheiden sich durch die Qualität der Seminare und der Trainer und durch den Preis. Die meisten Trainingsinstitute orientieren sich mit ihrem Lehrplan an den Standards und Vorgaben der American Society for Quality (ASQ). Dort sind die Schulungsinhalte genau festgelegt. Manche Anbieter sind akkreditiert durch den Deutschen Akkreditierungsrat (DAR).

Hier muss jedes Unternehmen für sich abwägen und gegebenenfalls Referenzen einholen, um den passenden Anbieter zu finden.

Die Ausbildungen schließen mit einer Prüfung ab, die durch eine zertifizierte Stelle abgenommen wird. Im Folgenden erläutern wir, welche Ausbildungen für die offiziellen Gürtel es gibt und was diese kennzeichnet:

Der Green Belt leitet kleinere Six Sigma-Projekte. Er arbeitet parallel zu seinem Tagesgeschäft bis zu 50 Prozent seiner Arbeitszeit in Six Sigma-Projekten mit. Die Ausbildung umfasst 10 Tage. Die Inhalte umfassen unter anderem:

  • Grundlagen des Six Sigma-Konzepts mit dem grundsätzlichen Aufbau, Struktur, Kernprozess (DMAIC) und Aufbau des Werkzeugkastens;
  • Werkzeuge und Methoden für die Problemlösung und Prozessoptimierung wie Pareto-Analyse, Ursache-Wirkungs-Analyse, Datenanalyse, Kreativitätstechnik, Kano-Modell, Critical To Quality-Baum (CTQ), Prozessanalyse, Aufbau eines Messsystems, Datenanalyse etc. (hängt teilweise vom Seminaranbieter ab, welche Schwerpunkte gesetzt werden);
  • Projektmanagement mit Erfolgsfaktoren für Projekte, Kommunikationstechniken, Gruppendynamik, Besprechungskultur, Moderation etc.;
  • Umsetzung eines eigenen Projekts zur Prozessverbesserung.

Der Black Belt leitet größere Six Sigma-Projekte mit hohem Anspruch an seine Kenntnisse in der Statistik. Er steht häufig als Projektmanager zu 100 Prozent Six Sigma-Projekten zur Verfügung. Black Belts sind Spezialisten in allen Methoden und Werkzeugen rund um Six Sigma. Die Ausbildung umfasst wiederum 10 Tage. Wichtige Inhalte, um die es dabei geht, sind:

  • Identifizierung von Six Sigma-Projekten;
  • Weiterführende Methoden und Werkzeuge wie Design of Experiments, Statistical Project Control (SPC), Quality Function Deployment, Fehler Möglichkeiten- und Einflussanalyse etc.;
  • Rolle und Verantwortung von Black Belts in Projekten;
  • Anwenden des Erlernten in einem Praxisprojekt.

Der Master Black Belt begleitet Projekte als Coach und führt Trainings durch. Sie leiten meist das Six Sigma-Programm eines Unternehmens technisch und organisatorisch. Sie identifizieren und definieren gemeinsam mit dem Management die Verbesserungsprojekte, trainieren und unterstützen Black Belts und Green Belts in den Projekten. Sie führen Projektreviews durch.

Schließlich sind sie an der Entwicklung des Lean Six Sigma Programms eines Unternehmens maßgeblich beteiligt und erstellen die Mehrzahl der zentralen Dokumente wie Roadmaps oder Trainingspläne. Master Black Belts übernehmen darüber hinaus häufig die Aufgabe der Gesamtkoordination. Dazu zählt auch die regelmäßige Information der Mitarbeiter über den Stand der Implementierung.

Der Deployment Champion, steht als zentraler Ansprechpartner im Unternehmen für Six Sigma. Er ist meist Mitglied in der Unternehmens- oder Betriebsleitung und bringt das Thema Six Sigma im Unternehmen voran. Er ist Coach und Mentor der Belts, oftmals selbst ein Black Belt oder Master Black Belt. Die Schulungen umfassen hier meist zwei Tage, in denen es um das Konzept Six Sigma insgesamt und um die Rolle des Deployment Champions geht. Die einzelnen Methoden und Werkzeuge werden nicht vertieft behandelt.

Die Aufgaben des Deployment Champions sind:

  • Six Sigma-Projekte gemeinsam mit den Green Belts und den Black Belts identifizieren und definieren.
  • Sicherstellen, dass die Unternehmensziele in den Projekten berücksichtigt und verfolgt werden.
  • Das gemeinsame Projektverständnis zwischen allen Beteiligten und Betroffenen herstellen.
  • Projekte voneinander abgrenzen.
  • Nutzen der Projekte sicherstellen, Erfolg vorantreiben und Ressourcen zur Verfügung stellen.

Daneben gibt es je nach Unternehmen auch „inoffizielle“ Gürtel-Farben wie zum Beispiel White Belts oder Yellow Belts. Diese sind unter dem Green Belt angesiedelt und übernehmen keine Projektleitungsaufgaben. Beim White Belt geht es beispielsweise darum, alle Mitarbeiter in der Produktion in einem eintägigen Kurs über Ziele, Methodik und die Rolle der Mitarbeiter zu informieren.

Viele Unternehmen schulen ihre Mitarbeiter nach folgender Faustregel: Pro 100 Mitarbeiter sollte sich mindestens ein Black Belt in Vollzeit um Six Sigma-Projekte kümmern. Ein Master Black Belt soll etwa 20 (erfahrene) Black Belts betreuen. Je nach Größe des Unternehmens und nach Anzahl der Teams sollten etwa 2 bis 5 Prozent der Mitarbeiter als Green Belts geschult sein (mindestens ein Green Belt pro Team).

Planen Sie die Schulung der geeigneten Mitarbeiter, wenn Sie Six Sigma einführen wollen. Überprüfen Sie, welcher Schulungsanbieter am besten zu Ihnen passt.




Planen Sie mit der folgenden Arbeitsvorlage die Schulungen Ihrer Mitarbeiter:

Premium
schließen
Weiterlesen und alle Vorlagen nutzen.
Premium-Mitgliedschaft

Als Premium-Mitglied haben Sie Zugriff auf das komplette Management-Handbuch:

  • über 150 Kapitel: von ABC-Analyse bis Zeitmanagement
  • über 1.800 Vorlagen, Checklisten, Excel-Tabellen zum Download
  • nur 57 EUR pro Jahr*
  • Ermäßigung für Studierende
Zur Anmeldung
Kapitel kaufen
Kaufen Sie das komplette Kapitel "Six Sigma" mit allen Vorlagen zum Preis von nur 9,80 EUR*.
Zum Shop

* Preis gültig in Deutschland. In anderen Ländern kann der Preis höher oder niedriger liegen.

Downloads
  • Excel-Vorlagen
    Vorlagen für Controlling, Kennzahlenmanagement, Berichtswesen und Projektmanagement
  • Key Account Management
    32 Seiten E-Book, 10 Excel-Tabellen, 6 Checklisten und 18 Vorlagen