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Roadmapping

Ziele und Elemente des Roadmapping

Roadmaps sind Landkarten, die mögliche Wege in eine erfolgreiche Zukunft des Unternehmens aufzeigen. Scott D. Anthony, Matt Eyring und Lib Gibson beschreiben es in einem Beitrag für die Harvard Business Review (Mai 2006) so:

„By describing the landscape of unmet customer needs and analyzing where offerings have worked before, you can chart a path that will produce successful innovations time after time.“

Ziele des Roadmapping

Wichtigstes Ziel bei der Erstellung einer Roadmap ist die intensive Auseinandersetzung mit der Zukunft. Das Unternehmen will wichtige Entwicklungen in unterschiedlichen Bereichen vorhersehen, um frühzeitig durch eigene Maßnahmen darauf reagieren oder proaktiv agieren zu können. Weitere Ziele sind:

  • Entwicklungen werden sichtbar gemacht und in anschauliche Bilder – Maps – übersetzt, die dann Grundlage für interne Diskussionen sind. Sie regen die wichtige Kommunikation über die Zukunft des Unternehmens an.
  • Daraus werden Maßnahmenpläne, Projekte oder Handlungen abgeleitet, mit denen das Unternehmen seine Zukunft erfolgreich meistern und Potenziale ausschöpfen will. Die Roadmaps dienen als Integrations-Instrument, um alle Aktivitäten in eine gemeinsame Richtung zu lenken.

Diese allgemeinen Ziele machen deutlich, dass Roadmaps für unterschiedliche Bereiche entwickelt und eingesetzt werden können. Hier einige Beispiele:

  • Produkt-Technologie-Roadmaps verbinden externe Marktentwicklungen und Wettbewerbsstrategie des Unternehmens mit konkreten Plänen zum Technologie-Einsatz und zur Produktentwicklung.
  • Branchen-Roadmaps beschreiben die Entwicklungen in einer Branche, gemeinsame Visionen von Unternehmen, Veränderungen der Rahmenbedingungen oder Bedrohungen für die Unternehmen der Branche insgesamt.
  • Wissenschafts- und Technologie-Roadmaps greifen Erfindungen, Erkenntnisse, Forschungs- und Entwicklungsergebnisse aus der Wissenschaft und Praxis auf und zeigen Potenziale für ihre wirtschaftliche Verwertbarkeit auf.
  • Kompetenz-Roadmaps zeigen, welches Know-how, welche Kompetenzen und Einstellungen von Mitarbeitern eines Unternehmens zukünftig wichtig oder notwendig sind, um die veränderten Kundenbedürfnisse befriedigen zu können. Dazu zählen auch die Kompetenzen, mit neuen Technologien umgehen zu können.

Vorteile des Roadmapping

Diese Auseinandersetzung mit der Zukunft und ihre Abbildung in Roadmaps können für Unternehmen zahlreiche Vorteile haben. So lassen sich beispielsweise Entwicklungszeiten verringern. Das Unternehmen kann die so genannte time to market reduzieren, indem es schon langfristig Vorarbeiten durchführt, die dann schnell in konkrete Produkte überführt werden können.

Die Entwicklungskosten können reduziert werden, indem abteilungsübergreifende Roadmaps für alle sichtbar machen, was in welchen Abteilungen geforscht und bearbeitet wird. So wird Doppelarbeit vermieden. Außerdem können Ideen und Projekte gezielt beschleunigt oder gebremst werden – in Abhängigkeit davon, wie offen der Entwicklungsweg auf der Landkarte gerade ist.

Aus den Budgets für Forschung und Entwicklung lässt sich mehr herausholen. Zunächst werden allgemeine Trends verfolgt und Basistechnologien entwickelt, die sich dann in unterschiedliche Produkte überführen lassen. Mit Roadmaps werden Möglichkeiten sichtbar, Technologien zu recyclen.

Mit Roadmaps wird Kunden und Partnern deutlich gemacht, wie das Unternehmen seine Zukunft – auch zum Wohle der Kunden und Partner – sieht und wie es Ziele erreichen will. Das schafft Perspektive, Sicherheit und Vertrauen, wichtige Werte für Kunden und Partner. Das Unternehmen fördert damit langfristige Bindungen.

Thorsten Laube und Thomas Abele sehen in ihrem Leitfaden für Technologie-Roadmaps [o.J.] folgende Nutzenpotenziale dieser Planungstechnik:

  • Produkt- und Produktionstechnologien werden langfristig geplant;
  • die interne Kommunikation zwischen Produktentwicklung und Produktion wird unterstützt;
  • der Ressourceneinsatz wird transparent gesteuert;
  • Abhängigkeiten zwischen Projekten werden erkannt und Synergien können genutzt werden;
  • die Prozess- und Projektsicht im Rahmen der Technologieplanung wird verstärkt;
  • Veränderungen am Markt werden früher erkannt und die Reaktionsmöglichkeiten darauf verbessern sich;
  • durch Fokussierung und gezielte Aktivitätensteuerung werden Kosten gespart.

Technologie-Roadmaps als besondere Form

Neue Technologien sind oft der Beginn für bahnbrechende Innovationen, neue Produkte und Dienstleistungen und damit auch für den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen. Wichtig ist, dass ein Unternehmen solche Technologien zielgerichtet plant und die Potenziale für sich erschließt. Durch lange Vorlaufszeiten und Entwicklungszeiten ist es notwendig, dass gerade in diesem Bereich langfristig gedacht wird. Aus diesem Grund spielen Technologie-Roadmaps eine besonders wichtige Rolle.

Der Einsatz einer neuen Technologie vollzieht sich in Beziehung zu Produkten, Prozessen, Funktionen, Marktentwicklungen, Mitarbeiterkompetenzen, Projekten oder der Organisation, also allen unternehmerischen Elementen, die für den langfristigen Erfolg bedeutsam sein können. Somit können technologische Veränderungen auch für Unternehmen relevant sein, die eine einzelne Technologie selbst gar nicht einsetzen – zum Beispiel Dienstleistungsunternehmen.

Beispiel Internet

Das Internet als Basistechnologie hat in den letzten Jahren nicht nur Computerunternehmen vor große Herausforderungen gestellt. Auch andere Branchen waren betroffen und werden es auch in Zukunft sein. Beispiele und Stichworte sind:

  • Handel: Versandhandel mit neuen Vertriebswegen, neue Geschäftsmodelle wie E-Bay;
  • Verlage: Einbruch des Anzeigengeschäfts, Online-Plattformen als Konkurrenten, Internet und/ oder Print;
  • Versicherungen: bessere Informationsmöglichkeiten für Kunden, Direktvergleiche, neue Vertriebswege;
  • Banken: Online-Banking und Online-Brookering.

Oft sind neue Technologien für etablierte Unternehmen eine Bedrohung, wenn Wettbewerber diese schneller und zielgerichtet aufgreifen oder ganz neuartige Ersatzprodukte oder Dienstleistungen möglich werden. Andererseits können Sie eine Chance sein, wenn das Unternehmen sich frühzeitig auf die Veränderungen einstellt, diese zu beherrschen lernt und daraus eigene Geschäftsmodelle ableitet. Diese übergreifende Sicht zeigt, dass unterschiedliche Roadmaps eng miteinander verbunden sein können; zum Beispiel Technologie- und Strategie-Roadmaps.


Roadmaps zur Verbindung von Kundenanforderungen und Strategieplanung

In welchen Bereichen und für welche Aufgaben ist eine Roadmap in Ihrem Unternehmen hilfreich? Stellen Sie Anwendungsmöglichkeiten mit Hilfe des Rasters zusammen.




Welche Ziele verfolgen Sie mit der Roadmap? Halten Sie diese Ziele schriftlich fest und ermitteln Sie, wie Sie die Zielerreichung messen und sicherstellen können.




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