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Standortbestimmung

Zum Umgang mit Menschen im Arbeitsalltag

Wenn die Chemie zwischen Ihnen und den Menschen, mit denen Sie beruflich zu tun haben, nicht stimmt, kann das sehr belastend sein. Schließlich verbringen Sie einen Großteil des Tages mit Ihrem Chef, Kollegen oder Kunden. Ein Jobwechsel ist jedoch nicht immer sinnvoll.

Volker Kitz und Manuel Tusch machen in ihrem Buch „Das Frustjobkillerbuch“ darauf aufmerksam, dass die Situation durch einen Jobwechsel nicht zwangsläufig besser wird. Denn in einem anderen Job gebe es ähnliche Probleme, so ihre These. Vielmehr sollten Berufstätige den Job, den sie haben, zu dem machen, den sie wollen. Die Autoren empfehlen: „Rücken Sie die Erwartungen in Ihrem psychologischen Arbeitsvertrag näher an die Realität heran.“

Wann ein Jobwechsel nicht lohnt

Volker Kitz und Manuel Tusch verstehen unter einem „psychologischen Arbeitsvertrag“ Folgendes:

  • Viele Chefs haben entweder keine Zeit oder denken im Berufsalltag nicht daran, regelmäßig ihre Wertschätzung zu zeigen. Denn sie erhalten unzählige Anfragen oder Aufgaben an einem Tag. Der Mitarbeiter hingegen beschäftigt sich verhältnismäßig lange mit seiner Aufgabe und steht aus seiner Perspektive dem Chef alleine gegenüber. Tatsächlich ist er aber „nur“ einer von vielen Mitarbeitern.
  • Viele Chefs schränken den Gestaltungsspielraum ihrer Mitarbeiter ein, weil sie die Dinge anders machen würden. Sie machen zum Beispiel Anmerkungen zu einer Präsentation oder wünschen eine komplett neue Fassung. Der Chef gibt immer die Regeln vor. Dazu gehört auch das Äußern von Kritik.
  • Nervende Kollegen, die ihre Aufgaben an andere abwälzen, oder Kunden, denen man es nie recht machen kann, gibt es überall.
  • Die Selbstständigkeit ist nicht automatisch die bessere Alternative: Die Anerkennung bleibt auch hier aus, andere Kunden beschweren sich weiterhin, vermeintlich neu gewonnene Freiheiten werden durch Kunden und gesetzliche Vorgaben eingegrenzt.

Alles in allem bleiben die Probleme, „die der Umgang mit Menschen grundsätzlich mit sich bringt“, erhalten – ob Sie Ihren Job wechseln oder sich selbstständig machen.

Wann ein Jobwechsel sinnvoll ist

Kitz und Tusch weisen darauf hin, dass ein Wechsel durchaus sinnvoll ist, wenn Sie in Ihrem jetzigen Job unüberwindlichen Problemen gegenüberstehen. Das ist der Fall, wenn Ihre Situation – objektiv gesehen – sehr belastend für Sie ist. Beispielsweise wenn Sie gemobbt werden, wenn Sie die Arbeit mit Ihren unmotivierten Kollegen selbst demotiviert oder Sie mit einigen Persönlichkeiten auch dann nicht zurechtkommen, wenn Sie sich so gut es geht bemühen. Bei solchen Problemen können Sie einen Jobwechsel erwägen.

Wenn Sie aber nicht wissen, in welchem Job alles anders wäre, ist das ein Indiz dafür, dass Sie mit universellen Problemen der Berufswelt kämpfen und ein Jobwechsel sogar eine Enttäuschung bedeuten könnte. Dazu ein Beispiel zur Veranschaulichung: In Ihrem aktuellen Job schränkt Ihre Chefin Ihren Gestaltungsspielraum so ein, dass Sie unzufrieden mit Ihrer Arbeit sind und sich nach einem neuen Job umsehen. In einem anderen Job sind es hingegen die Kunden, die Sie in Ihrer Kreativität hemmen, weil sie Ihren Gestaltungsspielraum einschränken. Die Probleme, „die der Umgang mit Menschen grundsätzlich mit sich bringt“, bleiben trotz Jobwechsel erhalten.

Praxis

Womit sind Sie in Ihrem Job unzufrieden?

Versetzen Sie sich in eine konkrete Situation (oder in mehrere Situationen) aus Ihrem Arbeitsalltag, in der Sie sich besonders geärgert haben:

  • Wer genau war an dieser Situation beteiligt: Chef, Kollegen, Kunden?
  • Wie haben Sie in dieser Situation reagiert?
  • Was haben die Beteiligten getan?
  • Was haben Sie dabei gefühlt?
  • Welcher Augenblick, welche Aussage oder Handlung hat dieses Gefühl in Ihnen ausgelöst?

Schreiben Sie Ihre Gedanken anschließend zu den Grundmuster-Fragen in der folgenden Vorlage auf.

Die nähere Beschäftigung mit den Grundmuster-Fragen soll klären, ob es sich bei Ihrer beruflichen Unzufriedenheit um Konflikte handelt, die sich wiederholen. Wenn sich gewisse Konflikte und Probleme wiederholen, ergeben sie ein Muster. Dieses Muster wird sich so lange wiederholen, bis Sie es auflösen. Gehen Sie Ihre Antworten zu den Grundmuster-Fragen deshalb noch einmal durch:

  • Welche Gesetzmäßigkeiten, die sich in Ihrem Leben wiederholen, können Sie feststellen?
  • Ergänzen Sie Ihre Gedanken, indem Sie die Interventions-Fragen in der folgenden Vorlage beantworten.
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