„Wenn Du den Feind kennst und Dich selbst, musst Du auch hundert Schlachten nicht fürchten. Wenn Du Dich selbst kennst, aber den Feind nicht, wirst Du für jeden Sieg auch eine Niederlage einstecken. Wenn Du weder den Feind kennst noch Dich selbst, wirst Du in jeder Schlacht unterliegen.“ [SUN TZU, Die Kunst des Krieges; China 500 v. Chr.]
Wenn man an die Spitze will, hat es sich schon immer bewährt, sich am Erfolg anderer zu orientieren. Der oberste Grundsatz von Benchmarking ist daher: Lernen von den Besten!
Benchmarking bedeutet, die eigenen Produkte, Prozesse, Dienstleistungen, Strategien, Strukturen, Aktivitäten, Kulturen etc. mit den besten Unternehmen zu vergleichen und von diesen zu lernen, indem „Best Practices“ identifiziert, auf die eigenen Belange angepasst und umgesetzt werden. Eines der wichtigsten Prinzipien hierbei ist es, Benchmarking als einen ständigen Prozess im Unternehmen zu etablieren, um damit langfristig und in allen Bereichen Verbesserungen zu erzielen und sich im Wettbewerb behaupten zu können.
Stichwort
Eine Benchmark ist ein Referenz- oder Vergleichswert, mit dem sich andere Unternehmen, Produkte oder Prozesse vergleichen. Der Referenzwert gilt als der beste in seiner Branche oder im Vergleich mit allen anderen.
Das Benchmarking ist das Verfahren, das eigene Unternehmen, die Produkte oder Prozesse mit der Benchmark zu vergleichen und Maßnahmen zur Verbesserung abzuleiten. Oft werden dabei nur ausgewählte Prozesse und nicht das gesamte Unternehmen verglichen.
Benchmarking ist kein „Allheilmittel“, das bei einmaliger Anwendung alle Probleme lösen kann. Um mit Benchmarking langfristig erfolgreich sein zu können, ist es notwendig, dieses Konzept zu einer permanenten Einrichtung im Unternehmen werden zu lassen. Das bedeutet, dass immer wieder von neuem Benchmarking-Projekte durchgeführt werden müssen.
Die vier Stufen eines Benchmarking-Projektes
Ein solcher Phasenplan ist für die Durchführung eines Benchmarking-Projektes sehr wichtig. Im Folgenden stellen wir die typischen Phasen eines Benchmarking-Projektes vor. Die Dauer der einzelnen Phasen, der Ressourcenbedarf und die Detailplanung variieren von Projekt zu Projekt. Insgesamt aber zeigt die Erfahrung, dass für den Durchlauf eines kompletten Benchmarking-Zyklusses mit etwa 5 bis 12 Monaten zu rechnen ist.
Für jede dieser vier Stufen haben wir für Sie ein eigenes Kapitel vorbereitet. So behalten Sie immer die Übersicht, wo im Benchmarking-Phasenplan Sie sich gerade befinden.
Stufe 1: Auswahl der Benchmarking-Objekte
Hierbei geht es darum, das eigene Unternehmen zu analysieren mit dem Ziel, die strategisch richtigen Objekte für das Benchmarking-Projekt auszuwählen. Sie identifizieren also die wichtigsten Problembereiche, die mittels eines Benchmarkings verbessert werden sollen. Hier stellt sich also die Frage: Was soll gebenchmarkt werden?
Stufe 2: Auswahl der Benchmarks
In dieser Phase suchen Sie einen oder mehrere Benchmarking-Partner, mit denen Sie sich vergleichen und von denen Sie lernen können. Hierbei können Sie:
- intern einzelne Unternehmensbereiche miteinander vergleichen,
- sich mit Konkurrenzunternehmen vergleichen oder
- sich mit anderen Unternehmen vergleichen, die in einem bestimmten Verfahren oder einer bestimmten Methode weltweit als führend gelten.
Hier geht es also vor allem um die Frage: Mit wem vergleichen wir uns?
Stufe 3: Durchführung der Studie
Hier kommt es zum Vergleich zwischen den Benchmarkingpartnern. Es müssen die Leistungslücken identifiziert und die Ursachen für diese herausgefunden werden. Hier müssen also vor allem die Fragen gestellt werden: Wo liegen die Leistungslücken? Warum bestehen sie?
Stufe 4: Umsetzung der Ergebnisse
In dieser letzten Phase planen und realisieren Sie die Umsetzung der Maßnahmen, die aus den Ergebnissen der Studie abgeleitet werden. Sie stellen sich also die Fragen: Was ist zu tun? Wie sind die gesteckten Ziele zu erreichen? Wie setzen wir die gewonnenen Erkenntnisse in unserem Unternehmen um? Sie führen also die Best-Practices der Benchmarkingpartner ein und kontrollieren die Ergebnisse. Danach können Sie ein neues Benchmarking-Projekt starten.
Beispiel Rank Xerox
Die amerikanische Firma Rank Xerox gilt als Erfinder des Benchmarking. Nach einem kometenhaften Aufstieg in der Nachkriegszeit wurde das Unternehmen, das sich bis dahin quasi in einer Monopolstellung befand, in den 1970er Jahren vom japanischen Wettbewerb immer stärker bedrängt. Zunächst ignorierte Xerox die Konkurrenz noch, was dazu führte, dass sich sein Weltmarktanteil in nur vier Jahren von 80 auf 30 Prozent reduzierte. Die Wende kam erst, als das Unternehmen interne Analysen und dann Vergleiche mit seiner japanischen Tochtergesellschaft sowie mit externen Konkurrenten durchführte und Prozesse, Methoden und Strategien radikal verbesserte. Dies sicherte dem Unternehmen nicht nur die Rückkehr an die Weltspitze, sondern brachte ihm auch etliche Qualitätspreise ein. Benchmarking ist seither in der Xerox-Gruppe ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur.
Das komplette Kapitel mit allen Arbeitsvorlagen zum Download.
Benchmarking: Im Unternehmensvergleich Verbesserungspotenziale erkennen und nutzen
Umfang: 29 Seiten + 8 Arbeitsvorlagen und Checklisten
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