Twitter Was bringt es Unternehmen, wenn sie mitzwitschern?

02.09.2009 – Das Microblogging-System Twitter wird oft als unverzichtbares Marketing-Instrument angepriesen. Doch was bringt es Unternehmen wirklich, wenn sie mitzwitschern? Es gibt Unternehmen, die damit Kunden gewinnen. Aber Vorsicht: Man sollte einige Regeln beachten, um von Twitter zu profitieren. Ohne den Aufwand mit dem Nutzen in Beziehung zu setzen, kann das Twittern unwirtschaftlich werden und sein Ziel verfehlen.

Eine Studie der Berliner PR-Agentur Zucker.Kommunikation zusammen mit Blätterwald zeigt, dass deutsche Unternehmen aktiver twittern als vielfach vermutet wird. 50 Prozent aller DAX-Unternehmen sind hochaktive Twitterer. 40 Prozent twittern auf Deutsch. Das Microblogging-System Twitter wird als neuer Kommunikationskanal demnach ernst genommen.

51 Prozent der Tweets von Unternehmen wie Allianz, Daimler, Deutsche Bahn, Lufthansa, RWE oder Tchibo behandeln dialogische Themen. 32 Prozent aller Unternehmens-Tweets distributieren Nachrichten, 17 Prozent Werbebotschaften. Bei den Profilen der DAX-Unternehmen ist der Anteil der Werbung allerdings doppelt so hoch. Oliver Numrich von Blätterwald meint dazu:

"Insgesamt ist das ein erfreuliches Ergebnis. Die große Zahl der twitternden Unternehmen hat uns überrascht. Mit der Analyse können wir belegen, dass die Hälfte der Unternehmen den dialogischen Ansatz von Twitter verstanden hat und entsprechend agiert."

Stichwort

Twitter ist ein soziales Netzwerk und ein meist öffentlich einsehbares Tagebuch im Internet (Mikro-Blog). Angemeldete Benutzer können damit kurze Textnachrichten an viele andere Benutzer in Echtzeit senden. Somit ist eine schnelle und gezielte Übertragung prägnanter Informationen möglich.

Als Followers werden die Benutzer bezeichnet, die Twitter-Beiträge (Tweets) abonniert haben und anderen Nutzern somit folgen. Für Unternehmen ist das Ziel, möglichst viele Follower zu gewinnen.

Auch die Reichweite der Internetmeldungen ist nicht zu unterschätzen. Zahlen von Nielsen Online belegen, dass über 80 Prozent der Nutzer nicht direkt die Webadresse in ihren Browser eingeben, sondern über andere Seiten zu Twitter finden. Diese Multiplikatorwirkung ist beträchtlich und kann teilnehmende Unternehmen bekannter und präsenter machen.

Allerdings können auch ungewollt Informationen beispielsweise über Ergebnisse von Betriebsversammlungen oder vertrauliche Gespräche unter Führungskräften ins Netz gelangen. Selbst wenn diese nicht der Wahrheit entsprechen, kann das schädlich sein – wenn beispielsweise über Twitter Investoren verunsichert werden oder Gerüchte über Fusionen gestreut werden.

Geschwindigkeit spielt eine große Rolle, denn nur wer eine interessante Nachricht als Erster verbreitet, wird beachtet. Dabei wird eine fundierte Recherche oft vernachlässigt. Doch der Internetdienst bietet auch manche Vorteile.

Stark genutzt wird Twitter deshalb von Online-Händlern. So die Ergebnisse einer Umfrage von ibi-Research in Regensburg in ihrem E-Commerce-Leitfaden. Über die Hälfte der Befragten Online-Händler setzt sich bereits mit Twitter auseinander. Ein Drittel nutzt Twitter als Marketing-Instrument, während 20 Prozent die Einführung planen. Die Grafik zeigt die Ergebnisse im Einzelnen.

[Quelle: ibi research]

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