Altersgruppen-Marketing Gezieltes Marketing für Jung und Alt

11.02.2009 – Kinder, Jugendliche und Kunden über 50 werden im Marketing oft vernachlässigt. Dabei haben sie nicht nur ein hohes Einkommen, sondern auch spezifische Bedürfnisse. Produkte, Service und Werbekampagnen müssen altersgerecht gestaltet sein. Doch es lauern auch Gefahren, die Sie bei zielgerichteter Werbung an Kinder, Jugendliche und Senioren beachten sollten.

Das Statistische Bundesamt belegt: Die Geburtenrate ist seit mehr als drei Jahrzehnten rückläufig, was zur Folge hat, dass der Anteil der unter 20-Jährigen in der Bevölkerung immer mehr schrumpft. Gleichzeitig steigt der Anteil der über 50-Jährigen. Angesichts dieser Prognosen bleibt es sicherlich nicht aus, dass einige Unternehmen ihr Zielgruppen-Marketing anders gewichten und ihre Budgets neu verteilen.

Trotz der schrumpfenden Zahl der Kinder und Jugendlichen sind sie eine hochattraktive Zielgruppe. Immerhin beginnen die Markenerfahrungen bereits im frühen Alter und sie bilden das Fundament für die späteren Markenentscheidungen.

Und genauso wichtig: Das verfügbare Einkommen der Kinder und Jugendlichen steigt. Wie eine Studie des Münchner Meinungsforschungsinstituts iconkids & youth bestätigt, haben Kinder und Jugendlichen 2008 in Deutschland 23,1 Milliarden Euro eingenommen, zwei Milliarden mehr als 2006, eine Steigerung um neun Prozent. Damit steht der jungen Generation so viel Geld wie noch nie zur Verfügung.

Weitere Gründe, warum Kinder und Jugendliche als Zielgruppe interessant sind:

  • Sie beeinflussen stark das Ausgabeverhalten ihrer Eltern.
  • Sie lernen in ihrer Jugend Verhaltens- und Konsumweisen, die sie als Erwachsene teilweise beibehalten.

Und auch die über 50-Jährigen gewinnen an Bedeutung, wenn es darum geht, neue Märkte zu erschließen. Diese Gruppe ist als Zielgruppe deshalb so interessant, weil sie stetig wächst und noch viel Potenzial vorhanden ist, sowohl im Produkt-Marketing als auch im Service-Marketing. Gründe:

  • Sie verfügen über ein hohes Einkommen.
  • Sie sind lange fit mit differenzierten Interessen und Hobbys.

Kinder und Jugendliche als Zielgruppe

Kinder und Jugendliche sind wichtige Kaufentscheider, wenn es um den Konsum in Familien geht. Sogar beim Kauf des Familienautos haben sie Mitspracherecht. Damit sich die Kinder bei ihren Freunden für das Aussehen der "Familienkutsche" nicht schämen müssen, werden sie insbesondere bei Farbwahl und Inneneinrichtung in die Kaufentscheidung einbezogen. Das fand das Kompetenzzentrum „Frau und Auto“ der Hochschule Niederrhein in einer qualitativen Studie heraus.

Aber auch die eigenen Bedürfnisse der 6- bis 19-Jährigen kommen nicht zu kurz. Das meiste Geld gaben sie 2008 für Bekleidung und Mode aus. An zweiter Stelle steht das Weggehen und an dritter Stelle das Handy.

Quelle: iconkids & youth international research GmbH

Laut der „Metropolitan Youth“-Studie beschäftigen sich die Jugendlichen in ihrer Freizeit am liebsten mit Medien oder treffen Freunde.

Das Lieblingsmedium ist, trotz der steigenden Bedeutung des Internets, nach wie vor das Fernsehen. 94 Prozent der Jugendlichen schalten täglich das TV-Gerät ein.

Wobei junge Menschen immer häufiger Fernsehen und Internet gleichzeitig nutzen. Experten gehen davon aus, dass fast drei Viertel der Jugendlichen in Europa bei laufendem Fernseher im Netz surfen. Sie prophezeien, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis Internet und Fernsehen vollkommen verschmelzen.

Musik steht im Mittelpunkt: Musikhören ist die beliebteste Freizeitbeschäftigung der europäischen Metropolenjugend. 89 Prozent der befragten 14- bis 20-Jährigen hören täglich Musik. 61 Prozent schalten jeden Tag das Radio ein. MP3-Player verdrängen das Radio nicht: Jugendliche, die einen MP3-Player besitzen, nutzen das Radio intensiver und länger. So orientieren sie sich über die neuesten Trends im Musikgeschehen.

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