1. Die pure Identifikation
Reinrassige Vertreter dieser aussterbenden Spezies sind mittlerweile rar geworden. Bestand doch der einzige Nutzen darin, dem mit einem überforderten Namensgedächtnis ausgestatteten Verkaufspersonal auf die Sprünge zu helfen. Gerne wurde sie auch in Geschäften verwendet, wo die Fluktuation der Verkäufer/innen sehr hoch war und der „Chef“ trotzdem auf eine persönliche Ansprache seiner Kunden bestand. Da der Mehrwert dieser Karte nicht wesentlich über dem einer Visitenkarte einzuordnen ist, kann man heutzutage schon von einer ausgestorbenen Rasse sprechen.
2. Die Rabattkarte
Eindeutig als Nachfolger der puren Identifikationskarte einzuordnen, erfreut sich das Modell „Rabattkarte“ noch immer reger Verbreitung. Ist doch das Lockmittel etwas Geld zu sparen eines, welches in unserer „Geiz ist geil“- Gesellschaft noch immer ganz gut zieht! Da der Großteil dieser Karten jedoch darauf aufbaut, dass der Rabatt das ganze Jahr über gesammelt wird – und am Ende des Jahres dann als Gutschein zu Verfügung steht, ist die Versuchung mit dem Gutschein dann gleich noch mehr auszugeben übermäßig groß. So entsteht für die Händler dann ein doppelter Nutzen: Kunden ein weiteres Mal ins Geschäft zu locken und den Jahresrabatt dann emotional beim Einlösen noch einmal zu verkaufen! „Sehen Sie, jetzt haben Sie für dieses schöne Stück gleich noch einmal XX € gespart!“
3. Die „Elitäre“
Das sind nun die Karten, die ihre Inhaber doch recht deutlich von der Masse der Nichtinhaber abheben. Ja, sie sind schon fast eine Art Eintrittskarte in einen elitären Club. Und die Vorteile liegen auch auf der Hand. Rabatte nur für Clubmitglieder. Gewisse Angebote nur für Clubmitglieder. Einladungen zu Veranstaltungen, wie Weinverkostungen, bei denen natürlich auch gekauft werden darf, nur für Clubmitglieder.
Die Masche bei dieser Art der Karten ist eindeutig. Sie soll den Besitzern suggerieren „anders“ oder „bessergestellt“ als die Masse zu sein. Sie spricht eindeutig die Eitelkeit ihrer Besitzer an und nutzt diese schamlos aus. Denn bei näherem Betrachten sind die „Clubrabatte“ in anderen Geschäften oft mit wenig Zeitverzögerung ebenso zu bekommen – weil die Aktionen meist von den Herstellern vorgegeben werden. Nebenbei noch ist das eine weitere Möglichkeit für die Händler Ladenhüter oder neue Produkte zu promoten. Und die elitären Veranstaltungen? Nun ich bin der Meinung, dass diese sicherlich nicht nur dem Amüsement der Kundschaft dienen sollen – sondern wiederum einer Produktpräsentation in kleinerem Rahmen, mit dem Ziel mehr zu verkaufen.
4. Die Scheinheilige
Diese Art von Kundenkarten ist mir erst in letzter Zeit aufgefallen. So wirbt ein Mineralölkonzern doch tatsächlich damit, dass für die Inhaber einer Kundenkarte der Sprit um x Cent billiger zu kaufen sei. Vordergründig als Rabattkarte getarnt, mit dem Vorteil, den Rabatt sofort zu bekommen, stellt sich bei näherer Betrachtung heraus, dass diese Kundendaten-Beschaffungsaktion der pure Nepp ist. So ist doch einfach zu erkennen, dass der Treibstoff an diesen Tankstellen doch rein zufällig um dieselben x Cent teurer ist, als bei den Tankstellen im Umkreis. Doch offensichtlich fallen noch immer viele auf diese Rabattmasche herein und liefern gratis ihre persönlichen Daten ab. – Dies ist wohl der beste Vertreter für eine „Kundenidentifikationskarte“ ohne erkennbaren Mehrwert für die Kunden.