Reden Menschen vom anstehenden Besuch von Handwerkern in ihren vier Wänden, erzählen sie meist nichts Gutes. Sie befürchten, dass die Handwerker Schmutz hinterlassen, Einrichtungsgegenstände beschädigen, laut und tollpatschig sind oder ihre Termine nicht einhalten. Zu diesen Befürchtungen kommen sie, weil sie entweder schon Ähnliches erlebt oder es von Bekannten gehört haben. Auch in gewerblichen Räumen rechnen die Geschäftsführer oft mit dem Schlimmsten, wenn zum Beispiel eine neue Firmenküche eingebaut werden soll.
Diese Vorurteile lassen Handwerker zwar einerseits in einem schlechten Licht erscheinen, andererseits ist es aber für Handwerksbetriebe und ihre Mitarbeiter um so einfacher, einen positiven Eindruck beim Kunden zu hinterlassen. Es ist leichter, geringe Erwartungen zu übertreffen als hohe Erwartungen zu erfüllen. Daher ist es eigentlich problemlos möglich, Kunden zufriedenzustellen und sie sogar zu begeistern. „Eigentlich“ deshalb, weil die Handwerker und ihre Vorgesetzten das Know-how haben müssen, wie sie mit ihren Kunden richtig umgehen.
Dieses Know-how besitzen nicht alle, sonst wäre das schlechte Image der Handwerksbranche wohl kaum entstanden. Aber, und das ist das Gute daran, jeder kann lernen, wie Kunden ticken und wie sie von Handwerkern behandelt werden möchten und dies in die Praxis umsetzen. Das sind wichtige Voraussetzungen, um sich gegenüber dem Wettbewerb zu behaupten und auch in schwierigen Zeiten noch Aufträge zu erhalten. Das bestätigt auch Heinrich Traublinger, Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern, im Geleitwort des Buches „Mehr Erfolg im Umgang mit Kunden“:
„Gutes Benehmen, Rücksicht und Respekt gegenüber dem Kunden sind maßgebliche wirtschaftliche Erfolgsfaktoren. Dies gilt besonders für den Handwerker, der als persönlicher Dienstleister häufig sehr nah am Kunden und dessen Privatsphäre ist.“
Stichwort
Als Handwerk bezeichnet man gewerbliche Tätigkeiten. Die Handwerker oder Monteure fertigen Produkte meist auf Bestellung an oder erbringen Dienstleistungen auf Nachfrage. Die handwerkliche Tätigkeit steht der industriellen Massenproduktion gegenüber. Das handwerkliche Gewerbe wird in Deutschland durch die Handwerksordnung geregelt.
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