Durch den zielgerichteten Versand von Nachrichten kann Twitter ein nützliches Marketing-Instrument sein. Unternehmen können Sonderangebote schnell an den Mann bringen, Kampagnen umfangreich promoten oder sogar auch kleinere Produkttests durchführen. Es gibt auch Händler, die ihre ersten Eindrücke einer neu gelieferten Ware schildern und dadurch einen Bezug zu potenziellen Kunden aufbauen. Bei genauer Betrachtung und Analyse seiner „Followers“ kann ein Unternehmen sogar deren Vorlieben und Wünsche herausfinden und so seine Marketingaktivitäten gezielter gestalten.
Beispiele
Dell
Der Hardware-Hersteller Dell hat nach eigenen Angaben schon beachtlichen Umsatz mit Twitter erzielt. Das Unternehmen veröffentlicht Schnäppchen und Sonderangebote über Twitter. Über 3 Millionen US-Dollar will der Computerkonzern so eingenommen haben.
Otto
Der Versandhändler Otto nutzt Twitter, um Mitarbeiter zu rekrutieren oder versucht es zumindest. Er informiert zum Beispiel darüber, auf welchen Jobmessen er vertreten ist und welche neuen Stellen er zu besetzen hat.
Mymuesli.de
Der Online-Shop Mymuesli.de kommuniziet über Twitter mit seinen Kunden. Die tauschen sich über neue Müsli-Mischungen aus und Mymuesli kann so seine Produkte nach den Wünschen der Zielgruppe entwickeln.
Twitter ist nicht für jedes Unternehmen geeignet. Je nach Größe und Branche ist ein Nutzen vorhanden oder auch nicht. Im Marketing kann Twitter helfen, das Unternehmen bekannter zu machen. Gerade wenn die Konkurrenz twittert, verliert ein Unternehmen dadurch vielleicht Kunden, wenn es den Trend nicht mitmacht. Für den Fall, dass Twitter in Zukunft weniger „in“ ist oder durch einen besseren Service abgelöst wird, können Unternehmen dieses Marketing-Instrument auch getrost wieder vernachlässigen.
Die Machtverhältnisse haben sich geändert
Für Kunden ist Twitter ein machtvolles Instrument, um Kritik oder Lob auf schnelle und unkomplizierte Art und Weise zum Ausdruck zu bringen. Das bedeutet für die Unternehmen, dass sie immer auf dem Laufenden sein sollten, was über sie im Netz und vor allem auch in Twitter verbreitet wird.
Früher war das noch alles anders. Beziehungspflege, Public Relations und Öffentlichkeitsarbeit liefen über die klassischen Medien als Mittler. Verlage beispielsweise besaßen lange Zeit die Macht, als zentrale Mittler von Inhalten aufzutreten. Die Redaktionen wählten Informationen aus und überprüften diese.
Diese Rolle verlieren sie nun immer mehr. Mit Weblogs und Microblogging sind die letzten technischen Hürden zur weltweiten Veröffentlichung von unzensierten Inhalten gefallen. Das führt dazu, dass Sachverhalte behauptet werden können, die nicht der Wahrheit entsprechen. Mit negativen Folgen für die Unternehmen.
Manchmal überrennen die Twitterer sogar die klassischen Medien bei Meldungen, aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit. Über das Weiterleiten, den Re-Tweet, wird eine Art Kettenbrief in Gang gesetzt. Zum Beispiel konnte man über Twitter noch vor der offiziellen Bekanntgabe des Ergebnisses der Bundespräsidentenwahl, lesen "Köhler weiter Bundespräsident". Die Pressemitteilung war damit schon veraltet als sie veröffentlicht wurde.
Die Verbraucher melden sich über Twitter oder Blogs, wenn sie sich mitteilen wollen. Der gute alte Leserbrief hat ausgedient. Genauso die E-Mail direkt an das Unternehmen. Und da diese Entwicklung nicht mehr zu stoppen ist, stellt sich für Unternehmen allein schon deshalb die Frage, wie sie künftig Kundenbeziehungen jenseits des klassischen Dialogmarketings gestalten wollen.