Wenn Sie aktiv bei Twitter einsteigen wollen, überlegen Sie sich unbedingt die Ziele im Vorhinein. Was möchten Sie damit erreichen? Denn was nützt es, wenn Sie wild darauf loszwitschern und gar nicht wissen, wo es hinführen soll? Dann können Sie auch nach einiger Zeit überprüfen, ob Sie dem Ziel näher gekommen sind und ob Twitter für Sie rentabel ist. Falls nicht, überdenken Sie Ihre Strategie oder ersparen Sie sich den zusätzlichen Aufwand.
Nachdem Sie klare Ziele gesetzt haben, kann es losgehen. Hier einige Tipps, wie Sie Twitter nutzen sollten:
- Beobachten Sie zu Beginn erst einmal andere Microblogger und halten Sie sich noch zurück, bis Sie das Prinzip verstanden haben.
- Da Sie als Unternehmen Twitter als Kommunikationsinstrument und Reputationsverstärker nutzen möchten, sollten Sie als Namen kein Pseudonym wählen, sondern entweder den Firmennamen oder eine bekannte Marke. Allerdings kürzen lange Namen Ihre 140 Zeichen. Deshalb ist es in diesem Falle sinnvoll, einen gekürzten Namen zu verwenden.
- Auf ein Bild sollten Sie nicht verzichten. Sie können zum Beispiel Ihr Firmenlogo oder das Markenlogo verwenden.
- Binden Sie ein Hintergrundbild ein, um sich von anderen Twitterern abzuheben. Beachten Sie dabei gegebenenfalls Ihr Corporate Design.
- Um die Anzahl der Followers zu steigern, setzen Sie den Link zu Ihrem Twitter-Account auf die Unternehmens-Website und gegebenenfalls auf andere Online-Profile. Fügen Sie den Link auch bei Ihrer E-Mail-Signatur hinzu.
- Noch mehr mögliche Follower finden Sie, indem Sie die Kontakte Ihrer Kontakte auf Gemeinsamkeiten durchsuchen lassen. Zum Beispiel mit dem Werkzeug Twubble.
- Inhaltlich sollten Sie immer an die Zielgruppe denken. Berichten Sie deshalb über spannende Themen und schaffen Sie einen unterhaltsamen Mehrwert. Dann bekommen Sie mehr Followers.
- Seien Sie aktiv und versuchen Sie häufig neue Beiträge zu twittern. Wenn Sie jedoch nichts zu sagen haben, dann lassen Sie es besser. Denn Banalitäten möchte keiner lesen.
- Twittern Sie neue Beiträge zu Zeiten, bei denen die Mehrzahl Ihrer Zielgruppe online ist.
- Nutzen Sie Ihre Community für die Beantwortung offener Fragen und Wünsche. Suchen Sie gemeinsame Lösungen.
- Setzen Sie sich einen zeitlichen Rahmen, um nicht zu viel Zeit dafür aufzuwenden und alles andere liegen zu lassen.
- Wenn Sie derzeit noch keinen Nutzen für Ihr Unternehmen in Twitter sehen, sichern Sie sich aber dennoch schon einmal Ihren eigenen Namen. Sonst geht es Ihnen wie dem Safthersteller Pago, dessen geeignetste Twitter-URL twitter.com/pago nun bereits von einer Nutzerin aus den USA belegt ist.
Wichtige Twitter-Tools für Unternehmen
CoTweet: Bis zu 6 User können gleichzeitig einen Twitter Account pflegen und überwachen.
Backtweets: Online Reputation überwachen durch Twitter Monitoring.
Twubble: Twubble stellt Ihnen eine Liste potenzieller Leser Ihrer Tweets zusammen. Als Erstes können Sie diesen Personen folgen und darauf hoffen, dass diese Ihnen wiederum folgen.
Tweetmeme: Zeigt die populärsten Links auf Twitter.
Hashtags: Sucht Begriffe, die mit # gekennzeichnet sind. Mit Hashtag in Twitter ist das Rautezeichen (#) gemeint. Es steht vor Schlagwörtern und wird zum Suchen und Finden von Themen in Twitter benutzt sowie zur Analyse beliebter Twitter-Themen.
Twi: Link-Verkürzer, mit dem der Unternehmensname erhalten bleibt.
Futuretweets: Zeitversetztes Twittern.
Twinfluence: Statistik Tool für Twitter.
Warum sollten Unternehmen das Twittern sein lassen?
Wer sich als Unternehmen bei Twitter beteiligen will und professionell Kundenpflege betreiben oder neue Kunden gewinnen möchte, der braucht allerdings auch mehr Kapazitäten und muss viel Aufwand betreiben. Am Ende zählt das Ergebnis: Was hat mir der Aufwand gebracht? Wenn der Aufwand nicht im Verhältnis zum Nutzen (neue Kunden, besseres Image, mehr Absatz etc.) steht, lohnt es sich nicht, jeden Trend mitzumachen. Was Sie bedenken sollten:
- Twittern kostet Arbeitszeit: Wer soll die Pflege der Twitter-Beiträge übernehmen? Entweder die Arbeit wird auf die Mitarbeiter verteilt oder Sie müssen extra einen zusätzlichen Mitarbeiter einstellen, der die Kurzinfos in Twitter einstellt und andere Beiträge verfolgt, damit Sie auf dem Laufenden bleiben, was Ihre Konkurrenten so twittern.
- Niemand versteht Twitter auf Anhieb, da es etwas kompliziert ist. Das Einarbeiten der Mitarbeiter in das Microblogging Tool kostet Zeit und Geld.
- Twittern lenkt ab: Wenn Sie Ihre Mitarbeiter mit der Aufgabe vertraut machen, hält das Zwitschern sie von ihren eigentlichen Aufgaben ab.
- Um wirklich Profit mit Twitter zu machen, müssen die Aufmerksamkeiten in bestimmte Richtungen gelenkt werden. Doch das ist mit sehr großem Aufwand verbunden. Andere Marketingmaßnahmen sind da gezielter und erreichen womöglich eher die Zielgruppe. Twitter ist als primäres Marketing-Tool recht ungeeignet
- Twittern kann der Online-Reputation (Ruf) schaden. Wenn Sie über alles und nichts twittern, verlieren Sie sich im digitalen Nirwana und lassen sich kaum noch für Ihre Follower einordnen. Tipp: Twittern Sie nur, wenn Sie wichtige Informationen dazu haben.
Es stellt sich auch die Frage, wie lange Twitter noch von Unternehmen als PR- oder Marketinginstrument genutzt werden wird. Vielleicht ist der Hype um das Microblogging schon bald vorbei. Aber wie lange Twitter noch spannend ist, das werden wohl nur die Follower bestimmen.
Hinweis
Eine nette Diskussion über die Nützlichkeit von Twitter führen Sixtus und Lobo bei 3sat:
Quellen und weitere Informationen
Trendreport: So twittern deutsche Unternehmen
Twitter - Möglichkeiten für Marketer
Twitter: "Vielen fehlt die Medienkompetenz"
Twitter kommerziell einsetzen – Beispiel Dell
Twitter - Herausforderung für Marketing und PR
30 Tipps zum erfolgreichen Twittern
12 Twitter Tools für Unternehmen
[po; Bild: maconga - Fotolia.com]
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