Thomas Watson beschloss im Jahr 1924 den Namen der Firma Computing Tabulating Recording Company, der er vorstand, zu ändern in International Business Machines (IBM). Obwohl das Unternehmen damals gar nicht besonders groß und auch international noch nicht in Erscheinung getreten war, formulierte Watson den zukünftigen Anspruch seines Unternehmens - und legte den Grundstein für eine der bekanntesten Unternehmensmarken.
Die wertvollsten Marken der Welt
Jedes Jahr untersucht die auf Marken spezialisierte Unternehmensberatung Interbrand, den Wert und die Bekanntheit von internationalen Marken. IBM liegt dieses Jahr auf dem zweiten Platz. Nur Coca-Cola hat eine wertvollere Unternehmens-Marke.
Die wertvollste Marke aus Deutschland ist einer aktuellen Studie des European Brand Institute zufolge Mercedes. Der Wert werde auf 19,4 Milliarden Euro taxiert. Für die Untersuchung wurden mehr als 3.000 Unternehmen und deren Marken in 24 Ländern und 16 Branchen analysiert. Direkt hinter Mercedes folgen die Marken Deutsche Telekom und BMW mit einem Wert von 19,1 Milliarden beziehungsweise 18,8 Milliarden Euro.
Stichwort
Was ist eine Marke?
Die Marke ist die Summe der Assoziationen, die ein bestimmtes Produkt in einem Verbraucher weckt. Es sind die funktionalen und emotionalen Merkmale, die er dem Produkt zuschreibt. Marken sind wichtig, weil sie Vorteile im Wettbewerb verschaffen und dem Käufer bei seiner Entscheidung helfen.
Die Marke besteht im Allgemeinen aus fünf wesentlichen Teilen:
- Unternehmensname (Company Name);
- Unternehmenszeichen (Symbol);
- Markenbotschaft (Corporate Claim);
- sprachlicher Ausdruck der Unternehmensmarke (Wording und Schlüsselbegriffe);
- gestalterische Ausdruck der Unternehmenswerte (Corporate Design).
Markenstrategien
Wird der Kunde nur häufig und laut genug über das Produkt informiert, werden alle seine Merkmale konsequent und nachhaltig mit der Marke in Verbindung gebracht, so wird er die Botschaft glauben und das Produkt kaufen. Darauf bauen die Markenstrategen. Gelegentliche Ergänzungen und Veränderungen helfen, das Produkt neu zu präsentieren. Denn die Wünsche und Erwartungen an das Produkt ändern sich mit der Zeit. Aus dieser Erfahrung heraus entstand die Strategie der Produktmarke (Branding/ reine Markenstruktur). Sie bedeutet:
Ein Unternehmen bleibt anonym und gibt den verschiedenen Produkten eigene Marken. Ein bekanntes Beispiel ist: Procter & Gamble mit den Marken Lenor, Pringles, Punica, Ariel und vielen anderen.
- Vorteile:
umfangreichere Produktpalette möglich
verschiedene Preissegmente ansprechbar
geringes Gesamt-Flop-Risiko - Nachteile:
begrenzter Produktlebenszyklus
fast keine Skalenerträge
kein Imagetransfer auf neue Produkte möglich
dadurch hohe Startkosten
Nur wenigen Unternehmen ist es im Laufe von Jahrzehnten wie Beiersdorf mit der Marke Nivea gelungen, diese Nachteile auszuhebeln.
Andere Unternehmen zählen nicht die Produktmarke, sondern die Firmenmarke zu ihren Vermögenswerten, dessen Erhaltung einen hohen finanziellen Aufwand erfordert. Sie wird damit zum Kern einer ganzheitlichen Geschäftsstrategie, die der Dach- oder Firmenmarke (Corporate Branding/ monolithische Markenstruktur).
Ein Unternehmen präsentiert sich als Marke und bietet verschiedene Produktpaletten an; Beispiele sind Telekom, IBM, Intel, Microsoft oder Coca Cola.
- Vorteile:
höhere Stabilität in konjunkturschwachen Phasen
kein begrenzter Lebenszyklus
klare Zugehörigkeit
hoher Imagetransfer auf die Produkte möglich
Skalenerträge und Synergien - Nachteile:
ein Flop beeinträchtigt das Gesamtimage
es kann nur eine einheitliche Preisstrategie für alle Produkte geben
80 Prozent aller als Bild- oder Wortmarken registrierten Dienstleistungsmarken stellen inzwischen Dachmarken dar. Hierbei geht es um die Summe der Assoziationen im Zusammenhang mit einem bestimmten Unternehmen. Zum Beispiel muss sich die Telekom nach außen hin mit einer klaren Botschaft und einem konsistenten Bild präsentieren. Dadurch wird das Vertrauen in das Unternehmen aufgebaut, nicht nur in einzelne Produkte oder Dienstleistungen. Die Firmenmarke wird nach und nach zu einem Treiber für die gesamte Produktpalette.
Als Zwischenstufe der beiden Strategien ist die gestützte Markenstruktur zu nennen. Die reine Produktmarke wird dann durch den Zusatz der Unternehmensmarke ergänzt.
- Corporate Identity
- Direktmarketing
- Internet
- Kernkompetenz
- Kommunikationspolitik
- Kundenanalyse
- Kundensegmentierung
- Markenmanagement
- Marketing-Controlling
- Marketing-Instrument
- Mittelstand
- Online-Werbung
- Onlinemarketing
- Produktplanung
- Public Relations
- Unternehmensimage
- Verkaufsförderung
- Werbebrief
- Werbemittel
- Werbewirkung

