Menschen streben nach sozialer Belohnung, also Anerkennung, Wertschätzung und Verbundenheit. Sie wollen als geachtetes Mitglied einer Gruppe gelten und wertvolle Beiträge für das Ganze leisten. Der Begriff „social“ drückt dies wohl am treffendsten aus. Er symbolisiert Solidarität, Gemeinschaft und Gruppenzugehörigkeit – über alle geografischen und kulturellen Grenzen hinweg. Er trennt nicht, sondern verbindet und betont Ähnlichkeiten, denn nur über Ähnlichkeiten lassen sich Gegensätze entschärfen. Wer die gleiche Kleidung trägt, die gleichen Marken schätzt oder die gleiche Sprache spricht, ist kein „Fremder“ mehr.
Kluften schaffen Konflikte. Kommunikation, Partizipation und Gleichrangigkeit hingegen haben schon immer für sozialen Frieden gesorgt. Wenn wir wissen, wie Gruppendynamik funktioniert, können wir erfolgreicher sein, denn wer Mitglied einer Gruppe ist, unterwirft sich deren Spielregeln und sozialen Normen. Ganz generell lauten diese: Hilf den Mitgliedern der Gruppe! Steh für sie ein! Sei stolz auf sie! Sprich gut über sie! Sei loyal! So grenzt man sich nach außen gegenüber Anderen ab, was schnell auch zu Feindseligkeiten führen kann. Im Innenverhältnis jedoch steht man füreinander ein.
Das Gemeinschaftsgefühl zu fördern und auch zu feiern, zählt also mehr als das Heroisieren von Einzelerfolgen. Letzteres ist in vertriebsorientierten Organisationen aber immer noch Usus. Dadurch gewinnen zwar einige Wenige, doch ein Großteil wird zu Verlierern gemacht. Auch die Firma als Ganzes wird so am Ende Federn lassen, denn wer gegeneinander arbeitet, wird im entscheidenden Moment seine Hilfe versagen – und wertvolles Wissen für sich behalten. Wenn etwa nur zehn Prozent der Teammitglieder davon ausgehen, dass sich ein Incentive überhaupt erreichen lässt, dann sind 90 Prozent von vorne herein demotiviert.
„Win-Lose-Konzepte“, bei denen es wenige Gewinner und viele Verlierer gibt, sind keine geeigneten Strategien für die Zukunft. „Win-Win-Konzepte“ aber, bei denen Alle gewinnen können, sind wesentlich besser geeignet. So setzt sich die These vom „Social Brain“ auch in den Unternehmen immer mehr durch. Sie besagt, dass Menschen nicht primär auf Egoismus und Konkurrenz ausgerichtet sind, sondern auf Zuwendung und gelingende zwischenmenschliche Beziehungen.