Was ist so schwierig an der Teamleitung?
Die Aufgaben eines Teamleiters sind vielfältig und sind durchaus mit dem Wirken einer Mutter in der Familie zu vergleichen. Das Team muss koordiniert und die Sitzungen müssen moderiert werden. Teammitglieder benötigen Beratung und hin und wieder einen Anstoß, ihre Aufgaben auch wirklich zu erledigen. Konflikte gibt es natürlich auch, die durch Konsens oder Durchgreifen gelöst werden müssen. Und wie bei jeder Familie gibt es natürlich auch bei Teams „Nachbarn“ und „Verwandte“, die in unterschiedlichster Weise auf die Teamarbeit einwirken. Ein Multitalent, das all diese Aufgaben auf gleichermaßen hohem Niveau leisten könnte.
Die Team-Koordination
Der Teamleiter funktioniert hier als Schmiermittel in allen Gelenken des Teams. Er sorgt für Räume, Terminabsprachen, besorgt Informationen und Arbeitsmittel und stellt Kontakte her. Diese Aufgaben erfüllt er planend, oft genug jedoch improvisierend, manchmal auch im Katastropheneinsatz. Die Teammaschine muss laufen wie "geschmiert", und das heißt für Teamleiter meist Schnittstellenmanagement: Wer muss bis wann welche Aufgaben erledigt haben? Wer benötig wann welche Ressourcen? Wo funktioniert die Selbststeuerung der Teammitglieder? Wo müssen Teamleiter eingreifen und die Prozesse sichern?
Die Team-Moderation
Teams sind lebende Organismen, die sensibel sind und nur bei guter Pflege Leistung bringen. Ziel der Moderation ist es, das Team zusammenzuhalten und die Diskussionen so zu führen, dass immer wieder konstruktive Lösungsansätze erarbeitet und verfolgt werden. Teamleiter sollten nur dann eine Moderatoren-Rolle einnehmen, wenn eine Lösung schon vorhanden ist und diese nur noch optimiert werden muss. Wenn jedoch neue Ideen und ganz neue Wege gefragt sind, hält sich der Teamleiter besser zurück. Denn seine Meinung hat hohes Gewicht, jede seiner Äußerung wird bereits als Vorentscheidung gewertet und damit andere Ansätze häufig genug unterdrückt.
Teammitglieder führen
Teams können deutlich mehr sein als die Summe der Teammitglieder, aber eben auch deutlich weniger. Neben der Betreuung des Gesamtteams müssen Teamleiter daher immer auch für die Betreuung der einzelnen Teammitglieder sorgen, um die Motivation und die Arbeitskraft zu erhalten. Die einfachste Teilaufgabe ist die Fach- und Methodenberatung, in der Teamleiter ihr Know-how zur Verfügung stellen oder Wege aufzeigen, woher dieses besorgt werden kann.
Ihre Sozialkompetenz ist bei Beziehungsproblemen im Team gefordert. Ihr Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen können für den Erfolg des Teams entscheidend sein. Eine Mischung aus Zuhören, Nachfragen, Verständnis zeigen, aber auch auf eine Problemlösung drängen ist hier gefragt.
Konflikte managen
Der Grundsatz gilt: "Wo es Teams gibt, ist der Konflikt nicht weit." Konflikte entstehen im günstigen Fall auf der Sachebene, weil man sich über die gemeinsamen Ziele nicht einig werden kann. Diese Konflikte sind noch am einfachsten zu lösen, da über sachliche Argumente eine Einigung gefunden werden kann. Schwierig wird das jedoch auf der Beziehungsebene, da hier sehr oft kaum durchschaubare Konflikte ablaufen. So gibt es Konflikte, weil die Rollenverteilung nicht klar ist oder weil die Chemie zwischen Teammitgliedern nicht stimmt. Der schwierigste Fall tritt ein, wenn es Spannungen zwischen dem Teamleiter und dem Team selbst gibt, da man in diesem Fall gezwungen ist, einen Schiedsrichter von außen zu bestimmen.
Drei Tipps für Ihr Teammanagement
- Richten Sie Ihr Augenmerk auf Gräben zwischen Teammitgliedern. Schütten Sie diese durch Gespräche zu und bringen Sie die Beteiligten durch gemeinsam zu lösende Aufgaben dazu, ihr Kriegsbeil zu begraben.
- Konzentrieren Sie sich auf Engpässe in der Teamarbeit und richten Sie Ihr Augenmerk auf Teammitglieder, deren Arbeitsergebnisse das Weiterarbeiten des ganzen Teams beeinflusst.
- Nehmen Sie verschiedene Rollen ein. So bringen Sie als „Lokomotive“ ein erschöpftes Team wieder in Schwung, während Sie als „Hilfsarbeiter“ ein gut arbeitendes Team nur unterstützen.