Das Ergebnis ist oft eine mit Anglizismen angereicherte Sprache. Da ist von „Benchmarking“, „Cashflow“ und „Satisficing“ die Rede. Der Managementvordenker Peter Drucker fasste es einmal so zusammen:
„In den vergangenen 40 Jahren hat sich ein ziemlich abwegiger Glaube beharrlich gehalten: Wenn sich jemand verständlich ausdrückt, ist er ungebildet.“
Dabei sorgt unklare Sprache häufig für Missverständnisse. Führungskräfte müssen sich daher die Fähigkeit bewahren, je nach Gesprächspartner ihren Sprachstil anzupassen, rät Anke Brandt. „Führungskräfte sprechen häufig durch die Blume“, so die Trainerin. Dadurch kommen Botschaften nicht klar an. Man müsse Dinge konkret benennen und einen Mittelweg finden. Denn häufig werde entweder zu hart oder zu weich gesprochen.
Und ein weiteres Problem: „Führungskräfte sprechen wenig zielorientiert“, so Brandt. Dazu müsse sich die Person erst darüber klar werden, was das Ziel ist. Häufig würden auch nur die Schritte zum Erreichen des Ziels genannt, was sehr direktiv wirke. Um das zu vermeiden, sollten Entscheidungen begründet werden. Denn schließlich offenbart der Kommunikations- und Sprachstil auch viel über den Menschen. „So wie meine Einstellung ist, kommuniziere ich auch“, sagt Anke Brandt. Und schließlich färbt der Sprachstil, der von Führungskräften genutzt wird, auch auf die Kommunikationskultur im gesamten Unternehmen ab.
Für gute Kommunikation ist vor allem Zeit nötig. Vier von zehn Managern verwenden heute die Hälfte und mehr ihrer Zeit für Kommunikationsaufgaben, so die Umfrage der Akademie für Führungskräfte. Dabei ist die Gefahr eines „Informations-Overkills“ groß. Mailfreie Tage können beispielsweise helfen, um wieder zum direkten Gespräch zu kommen.
- Teil 1: Führungskompetenz: Wer das Sagen hat, sollte reden können
- Teil 2: Führungskräfte machen sich unverständlich
- Teil 3: Zwölf Regeln für unmissverständliche Kommunikation
- Teil 4: Interview mit Daniel F. Pinow von der Akademie für Führungskräfte, Überlingen und Bad Harzburg
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