Führungslos Chefs vernachlässigen die Mitarbeiter und schaden dem Unternehmen

Teil 2: Obwohl Mitarbeiter mehr Unterstützung wollen, führen Manager zu wenig

Was Mitarbeiter von ihren Chefs erwarten

Die meisten Mitarbeiter möchten Vorgesetzte haben, die entschlussfreudig sind und sich durchsetzen können. Eine internationale Mitarbeiterbefragung des Münchner geva-instituts zeigt die Erwartungshaltung der Mitarbeiter gegenüber ihren Vorgesetzten. Zwei Ergebnisse sind:

  • 80 Prozent der deutschen Arbeitnehmer erwarten von ihren Chefs Entschlusskraft und Durchsetzungsfähigkeit.
  • Deutsche Chefs dürfen ruhig mehr loben: Nur die Hälfte der Deutschen hat das Gefühl, dass ihre Arbeitsleistung ausreichend geschätzt wird.

Die Schlussfolgerung daraus ist, dass ein zu lascher Führungsstil nicht gut ankommt. Die Mehrzahl der Mitarbeiter möchte wissen, was ihre Aufgabe ist und auch eine Rückmeldung darüber bekommen. Führungskräfte, die alles laufen lassen und wenig eingreifen, sind bei den Mitarbeitern unbeliebter.

Die einzige Gruppe, denen ein führungsschwacher Chef gefallen könnte, sind die eher leistungsschwachen Mitarbeiter. Sie profitieren von einem passiven Vorgesetzten, der alle gleich behandelt. Sie finden es gut, in Ruhe gelassen zu werden. Damit können sie sich verstecken und das gleiche Gehalt kassieren wie ihre Kollegen, auch wenn ihre Leistung nicht die gleiche ist.

Das führt dazu, dass sich die leistungsschwachen Mitarbeiter die führungsschwachen Vorgesetzten suchen. Sie fühlen sich bei diesen wohl. Dann beginnt die Abwärtsspirale. Wenn eine Führungskraft jedoch stark und engagiert führt, wird sie die leistungsstarken Mitarbeiter anziehen und sich in die Aufwährtsspirale begeben. Letztendlich bedeutet das: Die Art des Führungsstils bestimmt die Art der Mitarbeiter.

Gründe für mangelndes Mitarbeitermanagement

Sich als Chef ganz aus den Angelegenheiten der Mitarbeiter herauszuhalten und seine Mitarbeiter nicht mehr zu managen, hat viele Gründe. Einige Beispiele sind:

  • Die Flucht vor Auseinandersetzungen sowie ein übertriebenes Harmoniebedürfnis, lässt Führungskräfte passiv werden.
  • Sie haben Angst davor, falsch zu führen. Sie könnten die falschen Entscheidungen treffen, was dann zu noch schlimmeren Folgen führt.
  • Einige Manager werden zu Führungskräften, obwohl sie dafür gar nicht gemacht sind. Sie sind keine Führungspersönlichkeit und fühlen sich vom Managen ihrer Mitarbeiter überfordert.
  • Sie haben nie gelernt andere Mitarbeiter zu managen und wissen einfach nicht, wie es geht.
  • Es ist ihnen zu anstrengend und zu zeitaufwendig. Sie können dann nicht mehr ihren eigentlichen Aufgaben nachkommen.
  • Oder sie haben einfach zu viele Mitarbeiter unter sich, um die sie sich kümmern müssten. Dann lassen sie es lieber ganz.
  • Außerdem wollen sie nicht den strengen autoritären Führer spielen, der den Mitarbeitern befiehlt, wie sie ihre Arbeit erledigen sollen.
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