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Mitarbeitermotivation Die zehn Regeln glaubwürdiger und wirksamer Anerkennung

19.03.2008 – Fähige und glaubwürdige Führungskräfte mit einem positiven und respektbasierenden Menschenbild verstehen es besonders gut, ehrliche, motivierende und respektierende Anerkennung auszusprechen. Doch ein "Schulterklopfen" zwischen Tür und Angel mit einem saloppen "Das haben Sie wieder mal gut gemacht" wird nicht unbedingt eine berauschende Wirkung zeigen. Es gilt, einige Regeln zu berücksichtigen.

1. Anerkennungsgespräche immer persönlich führen

Delegieren Sie es nie an einen Mitarbeiter, nach dem Motto: "Sagen Sie dann Frau Meierhans, dass sie heute wirklich gute Arbeit geleistet hat." Echtes Lob muss persönlich erfolgen.

2. Sich Zeit nehmen und einen Ort wählen

Sprechen Sie Ihr Lob nicht zwischen Tür und Angel aus, sondern vereinbaren Sie einen Termin in Ihrem Büro oder gar in einem Café außerhalb des Betriebes. Das hat zwei Vorteile: Sie messen dem Lob damit eine hohe Bedeutung bei und andere Mitarbeiter können nicht mithören: Neid und Missgunst schließt man so aus.

3. Adäquat und angemessen loben

Nur alle Schaltjahre einmal zu loben, wenn ein Mitarbeiter eine absolut herausragende Top-Leistung gezeigt hat, wäre genauso falsch, wie ihm bei jeder Kleinigkeit auf die Schulter zu klopfen. Loben Sie, wenn ein Mitarbeiter mehr als die Leistung gezeigt hat, die von ihm erwartet wird und eine besonders wertvolle, förderwürdige Fähigkeit bewiesen hat.

4. Spezifische und persönlichkeitsbezogene Anerkennung

Beziehen Sie Ihr Lob genau auf die Leistung, für die der Mitarbeiter es verdient hat und sprechen Sie konkrete Merkmale an wie Innovationsgabe, Termintreue, Überzeugungskraft oder Teamgeist. Bestätigen Sie ihn, indem Sie bestimmte Eigenschaften des Mitarbeiters für den Erfolg verantwortlich machen: hohe Qualitätsansprüche, Genauigkeit, Verantwortungsbewusstsein.

5. Gesamtzusammenhang und betrieblicher Kontext

Machen Sie dem Mitarbeiter klar, dass seine Innovation auf die Ziele der Abteilung oder des Unternehmens einen wichtigen Einfluss haben, wie Kosteneinsparungen oder ein exzellenter Kundenservice die Marktführerschaft stärkt und auszubauen erlaubt. Damit erkennt der Mitarbeiter, dass und welchen Teilbeitrag er zum gesamten Unternehmenserfolg leistet. Diese Gewissheit und Erkenntnis stärken das Selbstwertgefühl und den Stolz auf die erbrachte Leistung zusätzlich.

6. Aufrichtige und ehrliche Anerkennung

Anerkennung wahllos und nach dem Gießkannenprinzip auszuschütten, ist kontraproduktiv. Mitarbeiter haben ein sehr feines Sensorium dafür, wie ehrlich und aufrichtig Lob gemeint ist. Je konkreter, spontaner, emotionaler und respektzollender Lob ausgesprochen wird, desto eher ist die Aufrichtigkeit zu erkennen.

7. Anerkennung nicht mit Kritik verbinden

Das Lob relativierende Kritik vernichtet die Wirkung des Lobes, da so die Zuckerbrot-Peitsche-Absicht sofort erkannt wird und viel eher die Kritik als das Lob als eigentlicher Anlass des Gespräches vermutet wird. Also Negatives und Einschränkendes beiseite lassen und ohne "Schon gut, aber..." Anerkennung aussprechen, die voll und nur als solche gemeint ist.

8. Anerkennung nicht in Gegenwart Dritter aussprechen

Anerkennung sollte nur unter vier Augen ausgesprochen werden. Schnell einmal können andere Mitarbeiter sich zurückgesetzt fühlen oder die beglückten Kolleginnen und Kollegen als Streber und Karrieristen abtun. Eine Gruppe oder ein Team darf als Ganzes gelobt werden, aber immer nur unter konsequentem Einbezug aller.

9. Nicht nur Spitzenleistungen und Stars loben

Sicher verdienen es Spitzenleistungen, herausragende Erfolge oder für das Unternehmen besonders wertvolle Leistungen, entsprechend anerkannt und gelobt zu werden. Doch auch Lösungsansätze, Teilerfolge und Detailfortschritte zu loben ist wichtig, da so das Selbstvertrauen gestärkt und signalisiert wird, dass man von einem erfolgreichen Abschluss überzeugt ist.

10. Zielkonform und relevantbezogen loben

Anerkennung sollte sich im Großen und Ganzen konsequenterweise auf vereinbarte Ziele für das Unternehmen und das Team relevante Leistungen konzentrieren, was die Ziel- und Relevanzfokussierung verstärkt.


Dies ist ein Auszug aus dem im PRAXIUM-Verlag erschienenen Buch „Nachhaltige und wirksame Mitarbeitermotivation“ von Marco De Micheli. Mehr Informationen dazu finden Sie auf der Verlags-Website unter http://www.praxium.ch/motivation.htm