Motivation Was führt zur Eigeninitiative der Mitarbeiter?

Teil 2: Mit Eigeninitiative kann man auch anecken

Wer von sich aus aktiv wird und etwas unternimmt oder voranbringen will, der kann bei Kollegen oder Vorgesetzten auch anecken. Denn die Vorschläge, die ein eifriger Kollege auf die Tagesordnung bringt, bedeuten für die anderen vielleicht mehr Arbeit oder sie machen eine Verhaltensänderung notwendig.

„Personen, die viel Eigeninitiative zeigen, werden deshalb häufig als anstrengend oder manchmal sogar als rebellisch wahrgenommen.“

Das sagt Michael Frese in einem seinem Artikel zur Eigeninitiative. Die Kollegen werden aus ihren Routinen gerissen, Vorgesetzte werden zu Entscheidungen gezwungen, die ihnen im Moment nicht passen. Hier kommt das Merkmal der Beharrlichkeit und der Ausdauer zum Tragen. Nur damit lassen sich die Widerstände überwinden, mit denen viele Mitarbeiter mit Eigeninitiative zu kämpfen haben.

In manchen Fällen reagieren die Kollegen auch mit Neid. Sie sehen im engagierten Mitarbeiter den Konkurrenten, der sich in der Abteilung profilieren will, der immer der erste sein will, alles besser weiß oder mit nichts zufrieden ist. Oft wird er vom Chef auch mehr geschätzt, häufiger gelobt, bei Entscheidungen bevorzugt und er macht Karriere. Die Neider können eine bewusste oder unbewusste Abwehrhaltung einnehmen oder sogar offen die Arbeit des Nebenbuhlers mies machen. So führt die Eigeninitiative zu Konflikten mit anderen.

Eigeninitiative kann auch für das Unternehmen schädlich sein – dann wenn die engagierten Mitarbeiter eher die eigenen Interessen verfolgen, als die Ziele des Unternehmens. Sie haben nur ihren eigenen Vorteil im Auge und wollen diesen gegenüber Vorgesetzten und Kollegen durchsetzen. Wenn diese das merken, kann auch das zu Konflikten führen.

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