Wenn ein Unternehmen Personal abbaut, befindet es sich meist in einer Krise. Die Unternehmensführung kämpft also zeitgleich an mehreren Fronten. Entsprechend wenig Zeit hat sie, sich mit den Problemen der Führungsmannschaft zu befassen. Dabei übersieht sie, dass es weitgehend vom Verhalten der Führungskräfte abhängt, wie reibungslos der Personalabbau verläuft und wie schnell das Unternehmen danach wieder durchstarten kann.
Denn gerade die Führungskräfte, die die Abbaumaßnahme ihren Mitarbeitern verkünden müssen, durchleben ein Wechselbad der Gefühle – besonders dann, wenn sie befürchten, auch selbst mittelfristig gehen zu müssen. Auf diese Herausforderung sind insbesondere die jungen Führungskräfte in der Regel schlecht vorbereitet.
Ein Beispiel: Der Vorstand Ihres Unternehmens verkündet öffentlich, aus Kostengründen zehn Prozent des Personals abzubauen. Handelt es sich um eine Kapitalgesellschaft, sollten Sie sich nun darauf einstellen, selbst auf Nachfrage keine näheren Infos zu erhalten, da noch keine konkreten Pläne vorliegen. Wie der Personalabbau über die Bühne geht, muss erst noch – gegebenenfalls unter Beteiligung des Betriebsrats – ausgehandelt werden. Zugleich müssen Sie sich aber darauf einstellen, dass Ihre Mitarbeiter in große Aufregung geraten. Sie werden Sie mit Fragen bombadieren – und diesen Fragen müssen Sie sich stellen, selbst dann, wenn Sie keine Antworten haben.
In dieser Phase sollten Sie Ihren Mitarbeitern signalisieren, dass Sie ihre Ängste, ihre Wut und Enttäuschung verstehen, dass ihre Sorgen und Emotionen berechtigt sind. Keinesfalls jedoch sollten Sie Killerphrasen wie „das wird alles nicht so schlimm“ verwenden. Versprechen Sie Ihren Mitarbeitern nicht, was Sie nicht halten können. Sagen Sie aber zu, dass Sie sie informieren werden, sobald Sie über genauere Informationen verfügen.