Problemazubis Mit schwierigen Auszubildenden richtig umgehen

Teil 2: Ursachen für die Probleme mit Auszubildenden herausfinden

Zunächst sollten Sie das Problem an der Wurzel packen und herausfinden, welche Ursachen die schlechteren Leistungen oder das unangebrachte Verhalten haben. Die Gründe können Sie zum Beispiel in einem erfragen. Sofern der Azubi gesprächig ist, wird er Ihnen erzählen, warum es Probleme gibt.

Wenn er eher verschlossen ist und nicht darüber offen und ehrlich spricht, müssen Sie wohl oder übel selbst Ursachenforschung betreiben. Beobachten Sie den Auszubildenden und fragen Sie auch Kollegen, ob ihnen etwas aufgefallen ist. Ein Anruf in der Berufsschule oder bei den Eltern könnte auch aufschlussreich sein. Mögliche Ursachen sind:

  • Desinteresse: Der Auszubildende hat die Ausbildung nur angefangen, weil er keinen Platz in seinem gewünschten Ausbildungsberuf bekommen hat.
  • Überforderung: Die Anforderungen an den Azubi sind zu hoch, er kann das Arbeitspensum nicht bewältigen und gibt auf (Resignation).
  • Unterforderung: Die Aufgaben, die der Auszubildende erhält sind zu einfach oder es ist nicht genügend Arbeit vorhanden. Das führt zu Langeweile und Frustration.
  • Private Probleme: Der junge Berufstätige hat andere Probleme, die nichts mit dem Betrieb zu tun haben. Er kann sich dadurch nicht auf seine Ausbildung konzentrieren.
  • Pubertät: Teilweise beginnen die Jugendlichen die Ausbildung schon mit 15 Jahren. Das ist genau die kritische Phase der Pubertät. Da sind Konflikte mit Autoritäten ein normaler Prozess der Persönlichkeitsentwicklung.
  • Probleme unter Auszubildenden: Sie entstehen unter anderem durch Neid oder Antipathie. Konflikte oder Streit, das Rangeln um Macht und Anerkennung kann zu Frust, Angst und Desinteresse führen.
  • Mangelnde Disziplin: Einige Jugendliche sind es nicht gewohnt, dass sie bestimmte Regeln einhalten müssen. Wenn die Nicht-Einhaltung bestimmter Regeln bei ihren Eltern oder in der Schule nie Konsequenzen hatte, lässt die Disziplin automatisch zu Wünschen übrig. In der Berufsausbildung wird diese dann aber eingefordert.
  • Antipathie: Zwischen Azubi und Vorgesetzten herrscht keine Sympathie auf menschlicher Ebene.
  • Unternehmenskultur: Der Azubi ist das schwächste Glied im Unternehmen und die Mitarbeiter lassen ihn das auch immer spüren. Er weiß nicht, wie er sich dagegen wehren kann und verliert Spaß am Beruf.

Erst wenn die Ursache klar ist, können die Probleme angepackt und Lösungen gefunden werden.

Was Sie tun können, wenn der Azubi Ärger macht

Sie haben drei Möglichkeiten:

  1. Sie kündigen dem Auszubildenden (in der Probezeit ist das kein Problem, nach der Probezeit brauchen Sie einen schwerwiegenden Kündigungsgrund.)
  2. Sie ertragen ihn bis zum Ende der Ausbildung, beschäftigen sich aber nicht weiter mit ihm. Eine Übernahme ist nicht gewünscht.
  3. Sie versuchen, die Konflikte mit dem Azubi zusammen zu lösen, um ihm einen guten Abschluss zu ermöglichen und sich als azubifreundliches Unternehmen zu etablieren.

Hinweis

Damit eine gewisse Qualität der Berufsausbildung in den Betrieben gewährleistet ist, gilt seit dem 1. August 2009 die neue Ausbilder-Eignungsverordnung. Danach müssen Ausbilder wieder zurück auf die Schulbank und eine Prüfung ablegen. Hier finden Sie:

Die neue Ausbilder-Eignungsverordnung

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