Ein starkes „Wir-Gefühl“ ist eine der Säulen einer gelebten Begeisterungskultur. Gemeinsame Feste, Lernmöglichkeiten und Engagements jenseits des Arbeitsalltags unterstützen ein solches Wir-Gefühl. Wer einem beim Grillfest zur Hand ging oder bei der Paddeltour durch die Stromschnelle half, ist spätestens ab da mehr als „irgendein Kollege“.
Stärken Sie den Teamgeist!
Damit Gemeinschaftsgeist die tägliche Zusammenarbeit dauerhaft prägt, können Sie als Chef einiges tun:
- Keine Lieblinge oder Kronprinzen: In jeder Abteilung gibt es Menschen, mit denen Sie etwas lieber zusammenarbeiten als mit anderen; Mitarbeiter, bei denen die Wellenlänge einfach stimmt. Vermeiden Sie es trotzdem, einzelne Teammitglieder zu bevorzugen. Dabei geht es nicht allein um sichtbare Privilegien, sondern auch um Aufmerksamkeit und Zuwendung (ständig miteinander essen gehen, regelmäßiger Plausch auf dem Gang, nur Einzelne duzen usw.). Mitarbeiter schauen sehr genau hin, ob es „gerecht“ zugeht. Ist das nicht der Fall, provozieren Sie Neid und Missgunst.
- Kein „teile und herrsche“: Für Machtspielchen und taktische Manöver ist in einer BeGEISTerungskultur erst recht kein Platz. Kurzfristig erreichen Sie vielleicht Ihr Ziel, wenn Sie Mitarbeiter gegeneinander ausspielen. Mittelfristig trübt das das Klima, denn Sie sähen gleichzeitig Misstrauen.
- Unterschiede wertschätzen: Menschen sind verschieden. Diese Erkenntnis ist weniger banal, als sie klingt, denn man kann diese Verschiedenheit als Bereicherung oder als Störfaktor betrachten. Ein gutes Team profitiert von unterschiedlichen Begabungen seiner Mitglieder, davon, dass es akribische Systematiker, Kommunikationstalente, fürsorgliche Harmoniker, Macher, Kreative, Vorsichtige und Wagemutige gibt. Führen Sie im Bewusstsein, dass jeder einen Beitrag zum Ganzen leistet, und strahlen Sie dieses Bewusstsein deutlich aus – etwa, wenn es in Sitzungen um Aufgabenverteilungen geht oder wenn Sie im Zweiergespräch über abwesende Kollegen reden.
- Auf eine gesunde Mischung im Team achten: Großunternehmen haben inzwischen eigene Beauftragte für „Diversity“. Es fördert die Produktivität, wenn Jung und Alt, Frau und Mann, Erfahrene und Neueinsteiger, Einheimische und Zugewanderte miteinander arbeiten. Zu viel Gleichförmigkeit erzeugt gleichförmiges Denken, und das gefährdet ambitionierte Ziele. Außerdem gleichen sich verschiedene Mentalitäten aus. Ein erfahrener Meister im Team ist ebenso wichtig wie eine ideenreiche Nachwuchskraft. Und Mitarbeiter mit Migrationshintergrund bringen wertvolles Wissen mit, um sich auf Kunden anderer Kulturkreise einzustellen.
- Konflikte nicht schwelen lassen: Wir alle wissen, dass Konflikte sich hochschaukeln, wenn man sie ignoriert. Das heißt nicht, dass Sie die Flöhe husten hören und wegen jedes hitzigen Wortwechsels eine Mediationssitzung einberufen müssen. Wenn der Umgangston in der Abteilung jedoch immer gereizter wird, wenn dicke Luft herrscht oder sich dauerhaft Fraktionen bilden, sollten Sie der Sache auf den Grund gehen und die Streithähne an einen Tisch holen. Gehen Sie die Sache beherzt an, statt auszuweichen!
- Positive Fehlerkultur: Fehler sind Lernchancen. Nur wer nichts macht, macht auch keine Fehler. Suchen Sie daher nicht nach Schuldigen, sondern nach neuen Lösungen. Fragen Sie „Was lernen wir daraus?“ statt „Wer hat das verbockt?“ Und sanktionieren Sie eher das Vertuschen von Fehlern als das Zugeben von Fehlern. Nur so kann man gemeinsam wachsen und sich stetig verbessern.
Verwandte Schlagwörter
- Aufgabendelegierung
- Change Management
- Führungspsychologie
- Gesprächsführung
- Kommunikationskompetenz
- Kommunikationsmanagement
- Konfliktmanagement
- Macht
- Mitarbeitergespräch
- Mitarbeiterorientierung
- Mitarbeiterzufriedenheit
- Motivation
- Personalentwicklung
- Persönlichkeitsentwicklung
- Produktivität
- Selbstmanagement
- Soziale Kompetenz
- Teamarbeit
- Unternehmenskultur
- Vertrauen
Ähnliche Artikel
Im Handbuch
Top Themen

