Berlin (ddp). Im Schienengüterverkehr der Deutschen Bahn sollen Berichten zufolge bis 2011 rund 4000 Stellen gestrichen und bundesweit zahlreiche Güterbahnhöfe geschlossen werden. Insgesamt würden 72 Anlagen stillgelegt, berichteten die «Berliner Morgenpost» (Montagausgabe) und die Gewerkschaft Transnet übereinstimmend.

Zugleich kritisierte Transnet die Pläne scharf. Die Krise werde als Vorwand benutzt, um das Unternehmen wieder «auf Rendite zu trimmen», sagte der Vize-Vorsitzende Wolfgang Zeil am Wochenende. Anstatt eine «Offensivstrategie zu entwickeln, fällt dem Management nichts ein, als Schließen, Streichen, Schluss». Dabei verwies Zeil auf Experten, nach deren Einschätzung das Güterverkehrsaufkommen in den kommenden Jahren deutlich steigen werde.

Nach Bahn-Angaben wird es keinen «Kahlschlag in der Fläche» im Schienengüterverkehr geben. Allerdings müsse das Unternehmen auf die um ein Viertel gesunkenen Transportvolumina reagieren, sagte der Vorsitzende der DB-Güterverkehrstochter Schenker Rail, Alexander Hedderich. Er fügte hinzu: «Bei allem, was wir tun, werden wir dem langfristig prognostizierten Wachstum im Schienengüterverkehr Rechnung tragen.»

Zugleich versicherte Hedderich, dass die Bahn zu dem vereinbarten Beschäftigungsbündnis stehe, das betriebsbedingte Kündigungen ausschließt. Die Betriebsräte seien «über ein Paket möglicher Maßnahmen zur Stabilisierung und Sicherung des Schienengüterverkehrs» informiert worden. In den kommenden Monaten werde darüber weiter beraten. Bislang gebe es keine Entscheidungen zu den Vorschlägen. Diese würde im Anschluss an die Gespräche in der zweiten Jahreshälfte 2010 erwartet. Eine Umsetzung soll überwiegend nach dem Jahreswechsel 2010/2011 erfolgen.

ddp.djn/jwu/mwa

 


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