Berlin (ddp.djn). Commerzbank-Vorstand Achim Kassow hat Vorwürfe zurückgewiesen, sein staatlich gestütztes Institut verwende die Gelder der Steuerzahler, um sich mit Dumping-Preisen im Wettbewerb Vorteile zu verschaffen. «Erstens gewinnen Sie allein mit niedrigen Preisen dauerhaft keine Kunden. Und zweitens können wir aufgrund der EU-Auflagen solche Preise überhaupt nicht nehmen», sagte Kassow der «Berliner Zeitung» (Freitagausgabe).
Die schwierigste Phase der Integration der Dresdner Bank stehe noch bevor: «Für die Kunden war dies bisher noch kein wirkliches Thema», sagte Kassow. «Die entscheidende und damit spannende Phase hat also erst begonnen.» Die große Herausforderung sei, dass diejenigen, die sich bewusst für die Dresdner entschieden hätten, jetzt zufriedene Commerzbank-Kunden würden.
Kassow räumte ein, dass es bei den von Mitarbeitern der Dresdner Bank im großen Stil verkauften Lehman-Zertifikaten Beratungsfehler gegeben haben könnte: «Natürlich können wir nicht ausschließen, dass es in Einzelfällen zu Fehlern gekommen ist. Aber das muss individuell geprüft werden.» Angesichts der scharfen öffentlichen Kritik an der Qualität der Anlageberatung der Banken forderte der Commerzbank-Vorstand dass es «einheitliche Regeln für alle Berater geben muss, auch für die freien». Von den seit Anfang 2010 vorgeschriebenen Beratungsprotokollen hält Kassow wenig: «Das Protokoll schafft Transparenz, verbessert aber nicht die Beratungsqualität. Das müssen wir Finanzinstitute schon selbst leisten», sagte er.
ddp.djn/mar
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