Brüssel (dapd). Die Absatzkrise auf dem europäischen Automarkt wird als Resultat der strammen Sparpolitik im Mittelmeerraum immer schlimmer: Im September wurden in der EU nur noch 1,1 Millionen Neuwagen zugelassen, wie der Branchenverband ACEA am Dienstag in Brüssel mitteilte. Das sind rund elf Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Nach Ansicht des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer ist keine Wende zum Besseren in Sicht.

Der Abwärtstrend gewinnt an Fahrt: In den ersten neun Monaten zusammen beträgt der Rückgang nur 7,6 Prozent auf 9,4 Millionen Stück. Auch der bisher scheinbar unverwundbare Hersteller Volkswagen wird mit in die Tiefe gerissen: Die Kernmarke VW verlor in Europa im September fast 14 Prozent und schnitt damit noch schlechter ab als die Krisenmarken Citroën oder Peugeot.

Unter den großen Fahrzeugmärkten wurde kein Land vom Abwärtstrend verschont, außer Großbritannien mit einem Zuwachs von über acht Prozent. Die Nachfrage in Deutschland fiel um 11 Prozent, in Frankreich um 18 Prozent, in Italien um 26 Prozent und in Spanien sogar um 37 Prozent.

"Die nächsten Monate werden noch schlimmer", sagte Dudenhöffer der Nachrichtenagentur dapd. Er sprach sich dafür aus, Autofabriken in Europa zu schließen. "Die Schließungswelle muss kommen", sagte der Experte vom Center of Automotive Research (CAR). Es gebe viel zu viele Fabriken für die Größe des Automarktes.

Dudenhöffer geht davon aus, dass die Krise noch drei bis vier Jahre anhalte, wenn die Konjunktur nicht wieder anzieht. So lange werde es dauern, bis die heute rollende Fahrzeugflotte so alt sei, dass Ersatzfahrzeuge gekauft werden müssen.