Wiesbaden (dapd). Die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt hat die Gründerstimmung der Deutschen im vergangenen Jahr deutlich sinken lassen. Die Zahl der Neugründungen von Firmen ging 2012 kräftig zurück, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Demnach wurden rund 134.000 Betriebe mit einer größeren wirtschaftlichen Bedeutung gegründet. Das waren sieben Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig gaben im vergangenen Jahr 122.000 solcher Betriebe ihr Gewerbe wieder auf.

Besonders stark war der Rückgang bei Kleinunternehmern, die den Sprung in die Selbstständigkeit wagten. Die Zahl der neu gegründeten Firmen ohne Beschäftigte und ohne Eintrag ins Handelsregister fiel 2012 im Jahresvergleich um 17 Prozent auf rund 243.000, erklärten die Statistiker. Bei diesen Kleinstfirmen gaben 292.000 im vergangenen Jahr wieder auf.

Als Grund für die sinkende Zahl von Firmengründungen nannten die Statistiker den robusten Arbeitsmarkt und die hohe Beschäftigung in Deutschland.

Auch die staatliche Förderbank KfW sieht die gute Lage am Arbeitsmarkt als Grund für die geringere Gründungsaktivität. Im vergangenen Jahr habe es gute Möglichkeiten gegeben, eine abhängige Beschäftigung zu finden. "Auch im Jahr 2013 erwarten wir keinen Gründungsboom", sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Sollte sich der Arbeitsmarkt allerdings nicht so stabil entwickeln wie erwartet, könnte sich die Gründungstätigkeit etwas beleben.

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