Osnabrück (dapd). Der Wirtschaftsforscher Thomas Straubhaar hat die geplante Zwangsenteignung von Kunden zyprischer Banken als "Katastrophe für das europäische Wirtschaftsmodell" kritisiert. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstagausgabe) sagte der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), die Kleinen würden bestraft, um die Großen zu verschonen. Das sei keine Politik, die Vertrauen schaffe. Als Folge fragten sich auch deutsche Sparer, ob ihre Einlagen sicher seien.

Straubhaar nannte die Strategie der EU "völlig unverständlich". Das Parlament in Nikosia schiebe die Gewichte nur etwas hin- und her, indem es die Enteignungssätze für Kleinanleger senke und für große entsprechend anhebe. "Aber am Ende wird es beim Tabubruch bleiben, und Sparer werden bluten müssen", sagte der Ökonom. Klüger wäre es gewesen, die Aktionäre maroder zyprischer Banken zu enteignen. Ein allgemeiner Bankenzusammenbruch ist nach den Worten von Straubhaar allerdings "nicht im entferntesten erkennbar". Da würde er "Entwarnung geben".

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