Leipzig (dapd). Nach der Fast-Pleite der früheren Sachsen LB müssen sich weitere ehemalige Vorstände vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Leipzig erhob gegen vier Ex-Manager des mittlerweile abgewickelten Geldinstituts Anklage wegen schwerer Untreue und unrichtiger Darstellung. Der strafrechtlich relevante Schaden liege im dreistelligen Millionenbereich, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag. Möglich seien Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.

Den ehemaligen Vorständen wird vorgeworfen, ab der zweiten Jahreshälfte 2006 bis August 2007 Finanzgeschäfte getätigt zu haben, die in keinem Verhältnis zu der Kapitalausstattung und den Refinanzierungsmöglichkeiten der bundesweit kleinsten Landesbank standen. Die Geschäfte sollen demnach über im Ausland gegründete und von der Sachsen LB geführte Zweckgesellschaften abgewickelt worden sein. Die Gesellschaften selbst verfügten den Angaben zufolge jeweils nur über geringe Eigenmittel.