„Noch allzu selten werden Projekte in der Umsetzung hinterfragt, ob sie sich noch auf dem richtigen strategischen Weg befinden. Änderungen in der Priorisierung durch die Geschäftsleitung führen noch selten zur Refokusierung und/oder zum Abbruch eines Vorhabens.“
Das schreibt Martin R. Sedlmayer, der das Multiprojektmanagement bei der schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft aufbaute, und verweist damit auf Verbesserungspotenziale, die er in seinem Unternehmen noch sieht.
[Quelle: Gero Lomnitz, Multiprojektmanagement]
Nachdem die Unternehmen in den letzten Jahren gelernt haben, dass Projektmanagement eine Organisationsform ist, um neue oder besonders komplexe Aufgaben zu bewältigen, haben sie ihre Mitarbeiter im Projektmanagement geschult. Das sollte sicherstellen, dass sie Projekte richtig, das heißt effizient machen.
Doch je mehr Projekte die Unternehmen angestoßen haben, desto drängender wurde die Frage nach der Effektivität: Machen sie überhaupt die richtigen Projekte?
Multiprojektmanagement als weitergehende Organisationsform in den Unternehmen
Wer seine vielen Projekte aufeinander abstimmen will, braucht das so genannte Multiprojektmanagement. Es ist schon deshalb wichtig, weil unterschiedliche Projekte um knappe Ressourcen streiten. Mitarbeiter in Schlüsselpositionen müssen sich oft in mehrere Projekten einbringen – neben ihrer eigentlichen Arbeit im Unternehmen. Sie werden dann schnell zum Engpassfaktor.
Genauso wie der Personaleinsatz sollten auch die Ziele unterschiedlicher Projekte richtig aufeinander abgestimmt sein. Im besten Fall orientieren sich an der Strategie des Unternehmens. Im Rahmen des Multiprojektmanagements wird geprüft, ob die einzelnen Projekt-Ziele zur Unternehmensstrategie passen und ob die Projekte noch auf Kurs sind.
Stichwort
Multiprojektmanagement bedeutet die gleichzeitige Koordination und Steuerung mehrerer Projekte. Insbesondere werden dabei Ziele von Projekten aufeinander abgestimmt, Synergien analysiert und genutzt und notwendige Ressourcen projektübergreifend eingeplant. Außerdem sollen Erfahrungen und Projekt-Know-how zusammen geführt und genutzt werden.
Große Unternehmen richten für ihr Multiprojektmanagement so genannte Projekt-Büros (Project Office) ein. So wird das Multiprojektmanagement organisatorisch verankert.
Synonyme sind: Programmmanagement, Mehrprojektmanagement, Meta-Projektmanagement, Projekt-Portfoliomanagement
[Quellen: Wikipedia, Projekt-Magazin]
Projekte in Portfolios managen
Für die strategische Projektplanung werden Projekt-Portfolios erstellt. Sie bilden die Projektlandschaft eines Unternehmens ab und sollen eine bessere Übersicht über das Projekt-Un-Wesen geben. Das Projekt-Portfolio-Management hat unter anderem folgende Aufgaben:
- den Einsatz knapper Ressourcen planen und die Projekte damit versorgen, ohne dass Konkurrenz den Projekten schadet;
- bei der Menge und Vielfalt an Projekten einen Überblick schaffen;
- bei der Auswahl der richtigen Projekte unterstützen;
- klare Prioritäten setzen, die auch verstanden und akzeptiert werden;
- ein strategisches Projekt-Controlling durchführen und helfen, dass unwichtig gewordene Projekte rechtzeitig abgebrochen werden.
Hinweis
Isabelle Royer von der Universität Paris Dauphine beschreibt die Rolle und Aufgaben des Exit Champions. Dieser hinterfragt Projekte und ihre Ergebnisse laufend und muss dafür sorgen, dass Projekte, die nicht den gewünschten Erfolg versprechen, auch abgebrochen werden. Das erfordert die richtige organisatorische Einbindung des Exit Champions, aber auch hohe Reputation im Unternehmen und ein besonderes Maß an Durchsetzungskraft.
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