Management-Handbücher, Stellenbeschreibungen, Organigramme, Ablaufpläne und Arbeitsanweisungen sollen das Geschehen in einem Unternehmen beschreiben und vorgeben, was alle Manager und Mitarbeiter zu tun haben. Sie können das aber nur zum Teil. Meistens wird das Unternehmen (wie jede Organisation) von ganz anderen Spielregeln beherrscht. Das alltägliche Verhalten der Menschen in der Organisation kann erheblich von dem abweichen, was „in der Theorie“ erwartet wird.
Was sind die wirklich wichtigen Instrumente eines Managers, um auf der Karriereleiter nach oben zu kommen? Sicherlich gehören Kompetenz, Disziplin, Fleiß und Ausdauer dazu. Aber reichen diese Eigenschaften aus? Sind persönliche Netzwerke und strategisch-taktisches Handeln nicht mindestens genauso wichtig? Wer in seinem Unternehmen erfolgreich sein und vorankommen will, agiert vor allem eigennützig. Das Wohl des Unternehmens steht hinten an.
Die Mitarbeiter sind darauf bedacht, ihre Stellung im Unternehmen abzusichern, keinen Ärger zu bekommen oder ihn auf andere abzuleiten. Sie durchkreuzen die Pläne ihrer Vorgesetzten und Kollegen, weil sie um ihre Stellung, ihren Einfluss und manchmal auch einfach um ihren Job fürchten. Andere wollen ihre Karriere voranbringen, ihre Meinungen und Ansichten durchsetzen, Anerkennung erfahren oder sogar ihre Psychosen ausleben. Mit sogenannten mikropolitischen Verhaltensweisen wollen sie sich und anderen etwas beweisen.
