Nur die wenigsten Unternehmen bedenken, dass die IT-Ausstattung der größte Energiefresser ist. Angefangen bei der Wahl des Arbeitsplatzrechners bis hin zum Internetserver: Die IT-Infrastruktur ist der beste Hebel, um die Energiekosten im Unternehmen langfristig zu senken. Wer Tausende Euro pro Jahr spart, den treffen steigende Energiepreise weniger hart.
Einsparpotenzial bei Arbeitsplätzen
Ein durchschnittlicher PC-Arbeitsplatz verbraucht pro Jahr 201 Kilowattstunden (KWh) Strom. Das hat die BITKOM-Studie „Ressourceneffiziente Arbeitsplatz-Computerlösungen 2020“ ergeben. Ein Mini-PC benötigt nur 74 KWh und damit weniger als die Hälfte. Dabei ist er für die üblichen Büroanwendungen ebenso geeignet wie ein herkömmlicher PC. Noch energiesparender sind Notebooks mit 65 KWh Jahresverbrauch. Am besten schneiden mit 43 KWh sogenannte Thin Clients ab, auf denen sich keine Programme mehr befinden. Bei einem Gewerbestrompreis von rund 21 Cent wird schnell deutlich: Schon bei 100 KWh Unterschied im Stromverbrauch sparen Unternehmen pro Arbeitsplatz und Jahr rund 21 Euro. Bei 50 Mitarbeitern sind das 1.050 Euro, bei 500 Mitarbeitern schon 10.500 Euro.
Vor einer Neuanschaffung sollten Unternehmen den Energieverbrauch ihrer Computerausstattung ermitteln und in ihrer Entscheidung funktional vergleichbare und energieeffizientere Geräte wie Mini-PCs oder Notebooks berücksichtigen. Diese sind zudem platzsparend, geräuscharm und energie- beziehungsweise materialsparend. Bei der Auswahl der Geräte sind Energie-Labels wie der EU Energy Star, die EU-Blume oder der Blaue Engel eine gute Orientierungshilfe.
Virtualisierung und Cloud Computing können helfen
Wenn beispielsweise im Rechenzentrum des Providers Virtualisierungstechniken eingesetzt werden, kann der Energieverbrauch erheblich reduziert werden. Bei der Virtualisierung ersetzt ein leistungsstarker Server mehrere physische Server. Zusätzlich werden manche Komponenten erst bei Bedarf gestartet oder deren Leistung verstärkt. In großen Rechenzentren laufen auf einem physischen Server bis zu 64 Anwendungen, die normalerweise einen eigenen Server benötigen würden. Dies senkt nicht nur die Hardwarekosten, sondern pro Anwendung auch den Energieverbrauch um zirka 15 bis 20 Prozent gegenüber dem Betrieb eines eigenen Servers. Eine der Hauptursachen von Stromverschwendung sind auch Server, die weiterlaufen, obwohl sie seit Jahren nicht mehr benutzt werden. Das kann zum Beispiel der firmeneigene Mailserver sein, der längst extern vom Provider betrieben wird.
Außerdem kann es sich auch für kleine Betriebe lohnen, auf Cloud Computing zu vertrauen und die jeweils benötigte Rechenleistung, Speicherkapazitäten und Software über das Internet zu beziehen. So kann je nach Bedarf aufgestockt werden und das ist weitaus günstiger, als diese Leistungen fest einzukaufen. Das mögliche Einsparpotenzial kann mit Cloud-Rechnern im Internet berechnet werden.

