Wie es heute ist: Mitarbeiterorientierung als Bedingung
In einer globalisierten Arbeitswelt, wie sie sich uns heute zeigt, steht der Mensch beziehungsweise der Mitarbeiter im Mittelpunkt. Der Grund: Die Beschäftigten, also das Humankapital, und ihr zum Teil hoch spezialisiertes Fachwissen sind in unserer Wissensgesellschaft eine wichtige und entscheidende Ressource geworden, wenn es um die Wettbewerbsfähigkeit geht. Auf die Arbeitsbedingungen beziehungsweise auf Unternehmenskulturen bezogen heißt das: Arbeit orientiert sich am Menschen, am Mitarbeiter. Eine Kultur, die auf den einzelnen Mitarbeiter ausgerichtet ist, eine partizipative Führung, die in der Lage ist, das Vertrauen der Mitarbeiter zu gewinnen, wird künftig mehr denn je gefragt sein.
Warum ist dies so? Geändert haben sich die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Gingen frühere Modelle von Unternehmenskulturen noch von einer relativen Stabilität der Märkte aus und waren Unternehmen streng hierarchisch organisiert, hat sich das Blatt heute um 180 Grad gewendet. Märkte sind globalisiert, schnelllebig und unberechenbar geworden. Die jüngste Finanzmarktkrise zeigt dies in einem drastischen Ausmaß. Auch die Mitarbeiter, insbesondere gut ausgebildete Fachkräfte, schreiben sich heute selbst eine andere Rolle im Unternehmen zu. Sie möchten Verantwortung übernehmen, eigenständig arbeiten und sinnvolle Tätigkeiten ausüben.
Dazu gehört jedoch eine Führung, die diese Wünsche nicht nur respektiert, sondern auch die Kultur im Unternehmen danach ausrichtet. Beim aktuellen „DGB-Index Gute Arbeit“, der vom Deutschen Gewerkschaftsbund als ein Maß für die Qualität der Arbeits- und Einkommensbedingungen etabliert wurde und bei dem Arbeitnehmer nach ihrem Urteil über ihre Arbeitssituation sowie nach ihren persönlichen Vorstellungen von guter Arbeit gefragt werden, schneidet die Arbeitsdimension „Betriebskultur" mit 62 von möglichen 100 Index-Punkten eher mäßig ab.
Vertrauen als Wettbewerbsvorteil in der Krise
Warum es sich lohnt, die Kultur eines Unternehmens an seinen Mitarbeitern auszurichten, zeigen die Technische Universität München und das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO). Danach gehören zu optimalen Arbeitsbedingungen unter anderem:
- die autonome Gestaltung der Arbeitsbedingungen und Arbeitsinhalte,
- eine Vielfalt an Anforderungen,
- die Möglichkeit der Selbstverwirklichung,
- ein gutes Klima im Team,
- eine intensive Kommunikation
Mitarbeiter sind das wichtigste „Kapital“ von Unternehmen. Warum also sollte man sie dann nicht respektvoll behandeln, ihnen so viel wie möglich an Eigenverantwortung zugestehen und ihnen im Endeffekt vertrauen? Gerade in wirtschaftlichen Krisenzeiten wird dieses Vertrauen zwischen Unternehmen, Führungskräften und Mitarbeitern auf seine Tauglichkeit und Widerstandfähigkeit hin überprüft. In äußeren Umständen, die von Arbeitsplatzunsicherheit, zunehmender Mobilität, Singularisierung und – wie die letzte Finanzkrise deutlich zeigte – Misstrauen in große Teile der Wirtschaft geprägt sind, lässt sich Vertrauen nur sehr schwer aufbauen.
Für Unternehmen gilt es daher umso mehr, die Vertrauenskarte zu spielen und sich als fairer und attraktiver Arbeitgeber zu zeigen. Kommt es nämlich zum Vertrauensbruch zwischen der Führungsebene und Mitarbeitern, kann dies ähnliche Folgen haben, als wenn die Leistung von Mitarbeitern zu wenig oder gar nicht gewürdigt wird: einen Einbruch der Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit, die über die innere Kündigung hinaus auch zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den oder die betroffenen Mitarbeiter führen können.
Vertrauen gegenüber den Mitarbeitern zeigt sich aber nicht nur im persönlichen Umgang miteinander. Genauso müssen Prozesse und Strukturen, müssen Arbeitsbedingungen im Unternehmen organisiert sein, die den Mitarbeitern Freiräume und Entscheidungsspielräume ermöglichen, ihnen ein großes Maß an Eigenverantwortung übertragen. Die Folgen: Mitarbeiter sind motiviert, kreativ, innovativ und zeichnen sich überdies durch eine bessere Gesundheit aus. Am Ende kann eine antizyklische Personalpolitik in Krisenzeiten bewirken, dass nicht nur eine vertrauensvolle Unternehmenskultur entsteht, sondern dadurch auch Vorteile im Wettbewerb erwachsen.
- Arbeitszeit
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- Stress
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- Teamentwicklung
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