In den neunziger Jahren galten Offshore-Leistungen innerhalb von IT- oder Softwareentwicklungsprojekten als geeignete Lösung, um mit geringerem finanziellem Aufwand entsprechende Projektziele zu erreichen. Deutlich günstigere Stundensätze in Fernost versprachen, den von Anwenderseite gestellten Anforderungen auch mit geringeren Budgets entsprechen zu können. Doch die anfängliche Euphorie wich der Ernüchterung und der Erkenntnis, dass die Integration von Offshore-Leistungen in das IT-Servicekonzept eines Unternehmens nicht einfach ist. Mehr noch: Bei einer schlechten Integration der Entwicklungs- oder Servicepartner drohen am Ende sogar höhere Kosten als bei einer Ausführung durch interne Abteilungen. Diese Erfahrungen mussten auch große Konzerne wie Thomas Cook, Arcandor oder Porsche machen und holten ihre IT sukzessive wieder ins eigene Unternehmen zurück.
Eine aktuelle Umfrage von Harvard Business Manager unter rund 500 deutschen IT-Vorständen aller Branchen zu ihren Erfahrungen mit Outsourcing-Projekten zeigt: Deutsche Unternehmen sind mit ihren heimischen IT-Dienstleistern deutlich zufriedener als mit exotischen Offshore-Anbietern. Den Anbietern aus dem Inland (Onshore) werden insbesondere bei Kommunikation und Koordination bessere Noten ausgestellt. IT-Fachkräfte bewerten Dienstleister vor Ort mit „gut“, Farshore-Anbieter aus China oder Indien dagegen mit „ausreichend“. Die Qualität der Kommunikation und Koordination als erfolgskritischer Faktor innerhalb von Software- oder IT-Projekten macht also den Unterschied zwischen heimischen Leistungserbringern und solchen aus Billiglohn-Ländern. Und das hat entscheidenden Einfluss auf die Qualität der Projektergebnisse. Doch wie lassen sich diese Probleme mit Offshore-Partnern eigentlich erklären?
