Schon vor 20 Jahren sprach die Beraterbranche vom Wissensmanagement und löste damit einen Hype aus. Aber was bedeutet Wissensmanagement eigentlich? Zunächst verstand man darunter das Sammeln von Mitarbeiterwissen über Prozessabläufe. Beim Versuch, den Mitarbeitern Erfahrungswissen abzujagen, konnte jedoch schnell festgestellt werden, dass sie dies nur ungern preisgaben, denn dieses Wissen sicherte ihre Stellung im Unternehmen. Plötzlich verlor das Thema an Attraktivität.
Wissensmanagement fängt damit an, Wissen überhaupt erst entstehen zu lassen. Wissen im unternehmerischen Kontext bedeutet Unternehmenswissen und nicht die Erfahrungswerte der Mitarbeiter. Doch was versteht man unter diesem Unternehmenswissen und wie lässt es sich generieren? Im Allgemeinen wird Wissen als Informationen definiert, die zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, in der richtigen Qualität der richtigen Person zur Verfügung stehen. Das heißt: Die zusammengetragenen Informationen von Mitarbeitern müssten auf mühevolle Weise anschaulich gemacht werden, so dass alle Wissensnutzer rasch darauf zugreifen könnten. Das Problem dabei: Diese Informationen sind nicht validiert und die Qualität muss nicht unbedingt die richtige sein. Die Folge: Es kann kein Unternehmenswissen entstehen, sondern höchstens eine Ansammlung von Informationen – die in vielen Unternehmen durchaus Sinn macht, vorausgesetzt, sie ist strukturiert aufgebaut.

