Wissensmanagement Wissen Sie eigentlich, wie viel Ihr Unternehmen weiß?

31.07.2009 – Ein Unternehmen zeichnet sich nicht allein durch seine Produktpalette und sein Leistungsspektrum aus, es lebt vor allem von seinem Know-how. Dieses Wissen liegt in vielfacher Ausprägung vor: sei es als technisches und produktionsrelevantes, als organisatorisches oder auch abteilungsspezifisches Wissen. Hinzu kommen auch noch die Erfahrungen und Kenntnisse, die jeder Mitarbeiter individuell einbringt.

Die Frage „Wo finde ich das? Hört man auch in mittelständischen Unternehmen immer wieder. Warum das so ist? In der Realität ist das Wissen auf die verschiedenen Bereiche verteilt, wird in unterschiedlicher Konstellation genutzt, wenn es denn überhaupt geteilt wird. Statt zentral auf alles zugreifen zu können, suchen die Mitarbeiter mühsam die für sie relevanten Informationen in Archiven und durch Nachfragen bei Kollegen zusammen. So entstehen Reibungsverluste in der Projektarbeit, die durch umfassende Zugriffsmöglichkeit auf alle zur Verfügung stehenden Informationen verhindert werden könnten.

Wissen als Ressource

Häufig, so erscheint es, ist es den meisten Unternehmen gar nicht bewusst, über wie viel Wissen ihre Mitarbeiter eigentlich verfügen. Dazu kommt noch die allgemeine Annahme, dass geteiltes Wissen nur halbes Wissen sei. Entsprechend lassen sich Unternehmer wie auch Mitarbeiter nicht gerne „in die Karten“ schauen, weil ihnen das als Vorteilsverlust erscheint. In welchem Ausmaß ein solches Denken vorherrscht, hängt nicht zuletzt auch von der Kultur ab, die im jeweiligen Unternehmen vorherrscht. Das Unternehmen profitiert auf diese Weise langfristig von den Synergieeffekten, die die Mitarbeiter untereinander auslösen. Die ohnehin große Bedeutung des betrieblichen Wissens als Produktionsfaktor wird damit weiter gesteigert – und somit auch sein gezielter Beitrag zur Gewinnerzielung des Unternehmens.

Als „Ressource“ zahlt das Wissen auf betriebliche Abläufe ein, beschleunigt und verbessert diese und muss deswegen allen zur Verfügung stehen. So wird eine offene, teamorientierte Arbeitsatmosphäre geschaffen – eine Arbeitsatmosphäre, in der es eine Selbstverständlichkeit ist, das berufliche Wissen zu teilen beziehungsweise gemeinsam zu nutzen. Diese Bereitschaft sollte durch die Möglichkeit, das erarbeitete Wissen zentral zu speichern – und somit dauerhaft zugänglich zu machen – wesentlich unterstützt werden.

Systematisches Sammeln

Information ist lediglich die Grundlage für Wissen, denn Letzteres entsteht erst durch den Menschen, der die Information bewertet und einordnet. Daher ist eine große Datenbank allein ein zwar wichtiger Teil des gesamten Systems, aber noch lange kein Wissensmanagement-Tool. Benötigt werden deshalb fortschrittliche Technologien, ohne die die Verwaltung des Wissens im Unternehmen nicht mehr möglich ist. Die Web-2.0-Wissensmanagement-Welle hat zwischenzeitlich Wissenstransfer-Initiativen in Unternehmen und Organisationen kräftig angeschoben, wie auch der neue Trendreport „Wissensmanagement“ des BITKOM zeigt. Mit dieser „Social Software“-Technologie eröffnen sich für das Wissensmanagement im Hinblick auf Lernmanagement und Zusammenarbeit neue Möglichkeiten. Nützlich ist dabei, dass Web-2.0-Services wie Wikis oder Blogs den Nutzern vor Einführung im Unternehmen bereits aus dem World Wide Web bekannt sind.

Web-2.0-Technologien

  • Web 2.0: Die wechselseitige Vernetzung von Anbietern und Nutzern im Internet durch moderne Technologien. Sie erlaubt beispielsweise die aktive Mitarbeit an Internetinhalten durch Besucher einer Webseite.
  • Wiki: Eine im Netzwerk (Internet, Intranet) verfügbare Seitensammlung, die von den Benutzern nicht nur gelesen, sondern auch inhaltlich mitgestaltet wird. Wissen und Informationen jeglicher Art können im Unternehmen verbreitet und abrufbar gemacht werden.
  • Blog: Die Zusammensetzung aus den Wörtern Weblog und Logbuch. Der Begriff bezeichnet ein auf einer Website, also im Internet, öffentlich zugängliches Journal.

Dieser Artikel wurde von der nextbusiness-IT Redaktion erstellt. „nextbusiness-IT – Exzellenz im Mittelstand“ ist eine bundesweite Leitthemenkampagne für den Mittelstand, die unter anderem die „Bibliothek des modernen IT-Wissens“ für den Mittelstand herausgibt. Diese Bibliothek können Sie hier kostenlos anfordern.

[Bild: Nmedia - Fotolia.com]

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