Bewerbungsabsagen Wenn Bewerber und Unternehmen nicht zusammenfinden

Teil 2: Absageschreiben beeinflussen Arbeitgeberimage

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Bewerber sind frustriert

Selbst wenn Arbeitgeber gesetzeskonforme Absagen verschicken, sind Bewerber unzufrieden damit. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn eine Ablehnung ist und bleibt eine Ablehnung ohne Chance auf den Job. Bewerbungsexperte Winkler betont:

„An einer Absage stört die meisten Bewerber der Umstand, dass sie nicht genommen wurden. Ich bin Bewerbungsberater und impfe meinen Klienten ja kompetitives Denken ein. Sich dem Wettbewerb stellen bedeutet aber auch, dass man es akzeptiert, nur Rang zwei oder schlechter geschafft zu haben. Man muss es auch aushalten können, dass man wegen seines Gesichts oder der schlechten Tagesform nicht genommen wurde. Ich finde, man diskutiert in der Regel auch nicht nach einem verlorenen Spiel mit der Gegenseite, weshalb man es nicht geschafft hat. Man analysiert für sich oder mit seinem Trainer das Ganze.“

Damit diese Reflexion möglich ist, hätten Bewerber gerne auch ein qualifiziertes Feedback. Doch das bekommen sie kaum noch. Für viele steigert das die Unzufriedenheit.

Nette Formulierungen verbessern Arbeitgeberimage

Wer keine Standardformulierungen in Absageschreiben verwenden möchte, muss vorsichtig sein, damit er nicht gegen das AGG verstößt. Es gibt allerdings auch kreative Absageschreiben, die rechtlich nicht problematisch sind. Solche zu finden, ist nicht immer einfach. Personalabteilungen könnten dazu zum Beispiel die Marketing- und die Rechtsabteilung involvieren, um die Absageschreiben zu optimieren. Im Marketing sitzen kreative Köpfe, die neue Ideen für Formulierungen geben und die Juristen prüfen, ob dabei gegen Gesetze verstoßen wird. Das kommt dann im Endeffekt dem ganzen Unternehmen zugute, weil mit guten Absagen das Image nicht leidet und sich sogar verbessern kann.

Unternehmen heben sich von ihren Mitbewerbern ab, wenn sie sich bei der Formulierung der Absageschreiben mehr Mühe geben. Das Unternehmen tut damit nicht nur den Bewerbern, sondern auch sich selbst einen Gefallen – immerhin baut es damit ein positives Arbeitgeberimage auf. Und gefragte Talente bewerben sich lieber in Häusern, die für guten Ton und Umgang stehen.

Gute Absageschreiben prämiert

Kienbaum hat den Communications-Award 2009 für das beste Absageschreiben vergeben. Den ersten Platz machte die Continental AG. Auf den Plätzen zwei und drei landeten die TNT Express Deutschland GmbH und die Hermes Logistik Gruppe. Dass es gelingen kann, eine Absage so zu formulieren, ohne die Bewerber zu sehr zu enttäuschen, zeigen die Siegerbeiträge.

Continental überzeugte die Jury mit Mut zur Offenheit in Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs und der aktuellen Turbulenzen rund um das eigene Unternehmen. Im Inhalt sehr authentisch, in der Sprache klar und untheatralisch geht Continental auf die Situation des eigenen Unternehmens und die spezifische Bewerbersituation ein.

TNT Express sicherte sich Platz zwei mit einer individuellen Ansprache, die die Balance zwischen Emotion und Information hält.

Der Drittplatzierte Hermes lenkt den Blick des Bewerbers in die Zukunft: „Das muss jedoch nicht das letzte Wort sein“, heißt es im Absageschreiben von Hermes.

Mehr Informationen: Kienbaum Communications Award 2009

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