Diversity Unternehmen brauchen Frauen im Management

29.05.2009 – Frauen im Management sind immer noch die Ausnahme in Deutschland. Sie sind bescheiden und verfolgen andere Ziele. Und viel zu oft werden sie durch veraltete Denkmuster und mangelhafte Rahmenbedingungen ausgebremst. Unternehmen können Einiges tun, um sich das wertvolle Potenzial weiblicher Führungsqualitäten zu erschließen. Denn mit Diversity Management entsteht eine Vielfalt, die viele Vorteile hat.
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Bild: Patrizia Tilly - Fotolia.com

Wenn es um das Thema weibliche Führungskräfte geht, gehört Deutschland im internationalen Vergleich zu den Schlusslichtern (Platz 32 von 36 Ländern). Dies zeigt eine weltweite Studie der Wirtschaftsprüfer-Organisation Grant Thornton. Im Mittelstand sieht es etwas besser aus, denn da sitzen in den Chefetagen immerhin 17 Prozent Frauen.

Die besten Plätze innerhalb Europas belegen Russland mit 42 Prozent, Polen mit 32 Prozent sowie Finnland und Griechenland mit jeweils 23 Prozent. International sind die Philippinen der Spitzenreiter mit 47 Prozent weiblichen Führungskräften, gefolgt von Thailand mit 38 Prozent und China mit 31 Prozent. Der Schnitt liegt weltweit bei 24 Prozent.

Da ist es nicht verwunderlich, dass Familienministerin Ursula von der Leyen die Wirtschaft auffordert, umzudenken und sich am Ausland zu orientieren. Die ausländischen Unternehmen haben nämlich die Vorteile von Frauen im Management erkannt:

"Die Grundhaltung ist dort: Wer in seinem Beruf gut ist und Kinder hat, ist flexibel, pragmatisch, organisiert und belastbar."

Und auch eine kürzlich veröffentlichte Studie vom DIW Berlin zeigt, wie selten Frauen in Deutschland im Vorstand sind. Je größer die Unternehmen sind, desto geringer wird der Frauenanteil in den Führungsgremien. So ist in den 68 Vorstandspositionen der zehn umsatzstärksten Unternehmen nur eine einzige Frau vertreten: Barbara Kux bei Siemens. Sie ersetzte keinen ihrer männlichen Kollegen, sondern trat eine eigens für sie geschaffene Position an (Einkauf und Umwelt).

Weibliche Talente werden von Unternehmen missachtet

Der Frauenanteil an Universitäten lag 2005 ungefähr auf gleichem Niveau wie der Männeranteil. Die Verteilung auf die Fächer war jedoch nicht so ausgeglichen. Nur knapp ein Viertel der Abschlüsse bei Ingenieurwissenschaften wurden von Frauen erreicht. Bei Rechts- und Wirtschaftswissenschaften lag der Anteil bei über 50 Prozent. Sogar die Abschlussnoten sind meist besser als von Männern. Beste Voraussetzungen für eine berufliche Karriere. Es kann also weder an der Fächerwahl noch an der Qualität der Abschlüsse liegen, warum so wenig Führungspositionen von Frauen besetzt sind.

Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie 50 Prozent der Talente nicht beachten und viel Potenzial verschenken, wenn sie größtenteils auf Frauen im Management verzichten. Gerade im Zuge des demografischen Wandels kann dies aufgrund des Fach- und Führungskräftemangels verheerende Folgen haben. Die Firmen sollten begreifen, dass sie auch auf die weiblichen Talente angewiesen sind. Barbara Schneider, Expertin in Sachen Frauen im Management unterstreicht dies in ihrem Buch „Fleißige Frauen arbeiten, schlaue steigen auf“:

„Unternehmen können es sich nicht leisten, auf Topfrauen zu verzichten. Aber die Topfrauen können es sich leisten, Unternehmen zu verlassen, in denen sie nicht weiterkommen, weil in diesen Organisationen die Vorstellungen von Management auf einer sehr traditionellen Sichtweise beruhen.“

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