1. Die Schaltung von Stellenanzeigen in Printmedien ist drastisch zurückgegangen. Jobbörsen haben aus Kostengründen und Effektivität in der Informationsbereitstellung (24 Stunden, 7 Tage, Globale Verfügbarkeit), Schnelligkeit und Funktionalität der Prozessabwicklung nachhaltige Vorteile im Medienwettbewerb und bei den E-Recruiting-Prozessen erreicht. Printmedien haben auf webbasierte Jobbörsen nur langsam reagiert.
2. Die Dialoggruppe IT, Consulting und Engineering rechnet mit einem konjunkturellen Wachstum in der webbasierten Human Ressource Vermittlung. Die hohe Affinität zum Internet in diesem Bereich wird in den kommenden Jahren den Anteil digitaler Plattformen um weitere 20 Prozent von 64 Prozent auf insgesamt über 84 Prozent ansteigen lassen (Quelle: „Recruiting Trends“).
3. Die Funktionalität der webbasierten Vermittlung wird durch Profile, konzentriertes Matching, Kandidaten-Datenbanken und Bewerber-Management-Systeme sukzessive verbessert. Die erweiterten Funktionalitäten wie Suche in Lebensläufen, Logoschaltungen, Banner-Verlinkungen und ein fundiertes Bewerbermanagement bieten derzeit nur ein Drittel. Eigene Suchaufträge in Lebenslaufdatenbanken haben nur 22 Prozent, eine Bewerbervorauswahl über Onlinefragebögen führen nur etwa 18 Prozent. Alle Extra-Funktionen sind bisher nur von maximal 4 Prozent der Mitbewerber geplant. Kostenlose Benachrichtigung per E-Mail gibt es selten und insbesondere RSS-Feeds sind in der Branche noch unüblich.
4. Der Anteil elektronischer Bewerbungen via E-Mail und Online-Formular steigt gegenüber den klassischen Papierbewerbungen kontinuierlich an. Während diese beiden Formen jeweils circa 50 Prozent des digitalen Prozesses beanspruchen, stehen sie insgesamt mit einem Anteil von momentan bis zu 60 Prozent gut da. Bis 2010 und danach rechnen Experten sowohl in Mittelstand als auch Großunternehmen mit einem weiteren Wachstum.
5. Relativ niedrige Einstiegskosten für spezialisierte Jobbörsen sorgen für zahlreiche Nischenanbieter. Eigentümerwechsel bei Jobbörsen-Betreibern verändern den Markt, jedoch ist eine Konsolidierung auf wenige Jobbörsen aufgrund der hohen Zahl an Nischen-Jobbörsen nicht zu erkennen.
6. Die Bundesagentur für Arbeit dominiert mit ihrem neu entwickelten „virtuellen“ Arbeitsmarkt in Bezug auf Stellenanzeigen und Stellengesuche massenmäßig den Markt, jedoch hat die geforderte Einbeziehung aller Arbeitsmarktpartner noch keinen großen Erfolg gezeigt.
7. Große Jobbörsen wie Monster verstärken ihre Reichweite durch die Platzierung ihrer Stellenanzeigen in stark frequentierten Webportalen im Rahmen von Kooperationsverträgen oder Unternehmensbeteiligungen.
8. Viele Jobbörsen verfolgen mittels Franchising eine weitere Spezialisierung und Fragmentierung des Marktes.
9. Lebenslauf-Datenbanken von Stellensuchenden gewinnen an Bedeutung. Diese ermöglichen den Jobbörsen durch eine Vorauswahl beispielsweise durch Online-Fragebögen und entsprechende Anforderungsprofile eine bessere und konkretere Ansprache der potenziellen Bewerber. Jedoch bieten das momentan nur rund 30 Prozent der Anbieter an, weniger als fünf Prozent haben eine Erweiterung geplant.
10. E-Recruiting fördert eine quantitativ und qualitativ zunehmende Messbarkeit des Erfolgs in allen Prozessen, die von Vor- und Nachteil ist.