Die Unterstützung vom Arbeitgeber ist die eine Sache. Der Mitarbeiter muss aber ebenso gewillt sein, sich beruflich zu engagieren und die Doppelbelastung von Beruf und Familie zu meistern. Gerade alleinerziehende Mütter oder Väter haben es dabei besonders schwer. Sie sind auf verschiedene Stellen angewiesen, die sie unterstützen. Neben dem Arbeitgeber sind das zum Beispiel: das familiäre Umfeld, öffentliche oder private Kitas und Kinderhorte.
Diese Erfahrung hat auch Christiane Weiss gemacht. Sie hätte sich ohne Unterstützung aus dem privaten Umfeld eine Karriere abschminken können. Sie hat es aber glücklicherweise geschafft, mit einer mittlerweile 11-jährigen Tochter und alleinerziehend, im Beruf erfolgreich zu sein. Seit April 2009 leitet sie am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) die Abteilung für Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement. Die 43-jährige Führungskraft sagt heute:
„Es war zwar schwierig, aber irgendwie habe ich es dann doch geschafft. Eine gute strukturelle Organisation und Unterstützung aus dem privaten Umfeld haben mir dabei geholfen, meine beruflichen Ziele zu verfolgen und meinen Weg zu gehen.“
Auch wenn es viel Organisation und Planung bedarf, würde Christiane Weiss nicht auf ihren Job verzichten wollen. Die Zeit, die sie mit ihrem Kind verbringt, ist vielleicht kürzer, als wenn sie keine Abteilungsleiterin wäre, aber dafür nutzt sie die „Familienzeit“ intensiv:
„Ohne die berufliche Herausforderung wäre ich wahrscheinlich eine ziemlich unzufriedene Mutter geworden. Und dies hätte sich letztendlich negativ auf die Beziehung zu meiner Tochter ausgewirkt. So, wie es ist, bin ich sehr zufrieden.“
Die alleinerziehende Mutter schätzt an ihrem Arbeitgeber, dass sie die Möglichkeit hat, Telearbeit zu nutzen. Dies sieht so aus, dass sie zwei Nachmittage von zu Hause aus arbeitet. Einen Laptop und ein Diensthandy kann sie dafür nutzen. Die Geräte hat sie auch deshalb zur Verfügung gestellt bekommen, weil sie oft auf Dienstreise ist. Dann bleibt die Tochter bei den Großeltern. Der Arbeitgeber, das KIT, bietet zwar eine Kita für kleinere Kinder an, eine Übernachtungsmöglichkeit jedoch noch nicht.
Doch wie reagieren Kollegen oder Vorgesetzte, wenn der alleinerziehende Mitarbeiter ständig weg muss, weil zum Beispiel sein Kind krank ist oder vom Kindergarten abgeholt werden muss? Das kann die Teamarbeit stören und die Stimmung im Team gefährden. Bei Christiane Weiss gab es kaum Probleme mit den Kollegen oder dem Vorgesetzten. Gründe dafür sind eine strikte Planung der Abläufe und ein familiäres Umfeld, auf das sich Christiane Weiss jederzeit verlassen kann. Flexibel sein und kurzfristige Planänderungen sind aber dabei nicht vorgesehen. Darauf muss sich das Team einstellen. Weiss sagt:
„Projekte, die von heute auf morgen umgesetzt werden sollen, sind nicht machbar. Aber dafür haben meine Mitarbeiter, Kollegen und Vorgesetzte Verständnis. Ohne frühzeitige Planung läuft hier nichts.“
- Teil 1: Familienfreundliche Personalpolitik: Arbeitgeber unterstützen Mitarbeiter mit Kindern
- Teil 2: So unterstützen Unternehmen Mitarbeiter mit Kindern
- Teil 3: Alleinerziehend und trotzdem Karriere gemacht
- Teil 4: Familienfreundlichkeit auch in Kleinunternehmen umsetzbar
- Arbeitsgestaltung
- Change Management
- Flexibilität
- Führungskompetenz
- Führungsstil
- Gesundheit
- Gesundheitsmanagement
- Kündigung
- Mitarbeiterstruktur
- Mitarbeiterzufriedenheit
- Mittelstand
- Motivation
- Personalbeschaffung
- Personalentwicklung
- Rendite
- Selbstmanagement
- Stress
- Weiterbildung
- Zeitmanagement
- demografischer Wandel