Nicht nur das Angebot von Kita-Plätzen macht Unternehmen familienfreundlich. Es gibt diverse Möglichkeiten, berufstätige Eltern zu unterstützen, unter anderem mit flexiblen Arbeitszeiten und Unterstützung während und nach der Elternzeit:
- Arbeitszeiten: Damit Arbeitszeiten familienfreundlich sind, müssen sie flexibel und reduzierbar sein. Ein Gleitzeitmodell sowie Möglichkeiten zur Teilzeitarbeit sind daher ideal für Arbeitnehmer mit Kindern. Eltern sind oft auf flexible Arbeitszeiten angewiesen aufgrund des unzureichenden Betreuungsangebots. Auch Telearbeit und Jobsharing-Modelle könnten eine Lösung sein, um Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren.
- Elternzeit: Während und nach der Elternzeit können Unternehmen auf Eltern Rücksicht nehmen, indem sie beispielsweise bei der Planung von Arbeitsprozessen oder Meetings berücksichtigen, dass Mitarbeiter, die in Elternzeit waren, danach nur noch Teilzeit beschäftigt sind oder öfter ausfallen. So können Team-Besprechungen, die an einem bestimmten Tag der Woche stattgefunden haben, bei Bedarf an einem anderen Tag durchgeführt werden, um das gesamte Team versammeln zu können. Während der Elternzeit können Vorgesetzte und Kollegen auch weiterhin zum Mitarbeiter Kontakt halten, um die Wiedereingliederung zu erleichtern. Zusätzlich helfen Einarbeitungsprogramme dabei, dass sich der Mitarbeiter wieder besser integrieren kann. Auch Patenmodelle sind geeignet, um Mitarbeiter in Elternzeit auf dem Laufenden zu halten. Dabei hält ein Kollege im Betrieb dauerhaft den Informationsfluss zu einem Mitarbeiter in Elternzeit aufrecht. Dazu können Weiterbildungsangebote für Mitarbeiter, die in Elternzeit sind, angeboten werden.
Beispiel: Ausgewogener Mix familienfreundlicher Maßnahmen
Die SICK AG aus Waldkirch setzt mehrere familienfreundliche Maßnahmen um, damit die Beschäftigten die Vereinbarkeit von Beruf und Familie leichter bewältigen können. So konnte die Stadt Waldkirch mit großzügiger Unterstützung der „Gisela und Erwin Sick Stiftung“ und der SICK AG den Bau eines Kinderhauses finanzieren. In diesem Haus werden Kinder im Alter von zehn Monaten bis sechs Jahren ganztags betreut. Und auch eine flexible Hausaufgabenbetreuung für ältere Kinder von sechs bis zwölf Jahren bietet die SICK AG direkt auf dem Betriebsgelände an. Des Weiteren können alle Kinder der Mitarbeiter in der Unternehmenskantine essen, wobei die Kosten hierfür zur Hälfte von der SICK AG getragen werden. Um Betreuungsengpässe in den Schulferien aufzufangen, hat das Unternehmen eine eigene Ferienbetreuung organisiert. Zusätzlich besteht die Möglichkeit einer stundenweisen „Notfallbetreuung“ über die Ausbildungsabteilung des Unternehmens.
- Teil 1: Familienfreundliche Personalpolitik: Arbeitgeber unterstützen Mitarbeiter mit Kindern
- Teil 2: So unterstützen Unternehmen Mitarbeiter mit Kindern
- Teil 3: Alleinerziehend und trotzdem Karriere gemacht
- Teil 4: Familienfreundlichkeit auch in Kleinunternehmen umsetzbar
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