Sinnvollerweise bauen in einer Trainerausbildung einzelne Module aufeinander auf und steigern sich sukzessive in ihren Anforderungen. Grundlagen des Trainerberufs sind die Präsentationsfähigkeiten und die Außenwirkung, gepaart mit dem Selbstverständnis des Trainers.
Es lohnt sich immer, zu hinterfragen, warum jemand als Trainer arbeiten möchte, weil er sich so seiner eigenen Motive sicher sein kann und insgesamt lernt, „konsistent“ aufzutreten. Dabei bedeutet „konsistent“, dass sich innere Antreiber mit der Außenwirkung decken und der Trainer in seiner Rolle authentisch wirkt.
Unerlässlich ist in der Ausbildung die Vermittlung der nötigen Didaktik und Methodik. Dazu gehören der richtige Medieneinsatz ebenso wie ein erweiterbares Repertoire an Lernexperimenten und Übungen, die sich Gewinn bringend nicht nur zur Auflockerung, sondern vor allem zum Erarbeiten von Inhalten einsetzen lassen.
Dann sollte es ans „Eingemachte“ gehen: Trainer arbeiten schließlich meist mit Gruppen und das ist nicht immer einfach. Manche Situationen scheinen sogar dazu angetan, den Trainer in den Wahnsinn zu treiben. Unterschiedlichste Typen von Menschen sitzen vor ihm: Da gibt es den offensiven Teilnehmer, dessen Fragen sich schnell als Anklage interpretieren lassen. Oder den redseligen Teilnehmer, der jede der Erklärungen mit einer Anekdote aus seinem Leben ausschmücken möchte. Oder den „Co-Trainer“, der dem Trainer erzählt, wie er seinen Job machen sollte. Neben den Grundlagen der Gruppeninteraktion sollte die Ausbildung dem Trainer also unbedingt Strategien für den Umgang mit schwierigen Situationen und Teilnehmern vermitteln.
Auch die konzeptionelle Arbeit sollte Teil einer Trainerausbildung sein: Nicht nur die Seminarkonzeption mit der konkreten Bedarfsermittlung im und für das Unternehmen, Strukturierung und Durchführung muss hier ein Thema sein, sondern ebenso Evaluation, Feedbacktools und Transfersicherung sollte ein Trainer nach der Ausbildung beherrschen.
Schließlich ist ein hoher Praxisanteil in einer Trainerausbildung von großem Vorteil: Idealerweise bindet eine Ausbildung den Trainer in „echte“ Trainingsprojekte ein oder lässt ihn bei realen Live-Trainings hospitieren.
Zu einer durchdachten Trainerausbildung gehört aber neben dem modernen Handwerkszeug des Trainers unbedingt die Beschäftigung des Trainers mit der Rolle als Unternehmer – auch, wenn er innerhalb eines Unternehmens als Angestellter arbeiten soll. Eigenverantwortliches Arbeiten, der kritische Blick auf das Budget, Kreativität – dies alles sind Qualitäten, die vor allem auch den inhouse tätigen Weiterbildner auszeichnen und dem Unternehmen einen echten Mehrwert bescheren.
Wieder ein Montagmorgen. Für einige Mitarbeiter der Anfang einer ungewöhnlichen Woche im Job, denn heute steht ein Seminar an. Die Teilnehmer sind schon versammelt und folgen aufmerksam den Worten des Trainers. Neu ist: Niemand muss sich fragen, ob das Geld für das Seminar gut angelegt ist. Ob der Trainer inhaltlich und methodisch den Nerv der Zuhörer trifft. Ob er gut vorbereitet ist, sich in die Denke und Kultur des Unternehmens eingearbeitet hat. Denn alle Beteiligten können sicher sein, dass der Trainer der richtige Mann für seine Aufgabe ist.