„Was soll ich jetzt tun?“ Hilflosigkeit und Stress sind bei Betroffenen oft das vorrangige Gefühl, das eine produktive Arbeit erschwert. Erste Hilfe bietet hier eine Anlaufstelle für Konflikte. Wer dafür den Büronachbarn oder die Vorgesetzte nicht ansprechen mag, wird dankbar sein für einen zentralen Ansprechpartner: eine externe Konflikthotline, der betriebliche Mobbingbeauftragte oder beispielsweise eine Ombudspersonen.
Ombudspersonen
- sind vertrauenswürdige Ansprechpartner im Konflikt, wenn sie vertraulich, neutral und unabhängig von der Unternehmensleitung arbeiten,
- können vielfach dem Betroffenen selbst helfen, wenn sie in mediativer Gesprächsführung erfahren sind, und
- übernehmen das Fallmanagement, wenn weitere Schritte sinnvoll erscheinen.
Als Verfahren stehen eine Fülle von Möglichkeiten zur Wahl – von der Verhandlung über Mediation und Schlichtungsstellen bis hin zum Gerichtsverfahren. Die Entscheidung für ein Verfahren kann einerseits fallweise durch zum Beispiel die Ombudspersonen geschehen, oder auch durch ein systematisches Fallmanagement, wie es etwa Bombardier Transportation für externe Konflikte nutzt. Dieses computergestützte Claim-Management-System basiert auf einer für das Unternehmen maßgeschneiderten Scorecard, der Dispute Resolution Recommendation Matrix, und empfiehlt in Abhängigkeit von verschiedenen Parametern eines von fünf vorgesehenen Verfahren.
Als eigentliche Konfliktbearbeiter bieten sich – wenn eine interessenorientierte, selbst verantwortete Lösung angestrebt wird – Mediatoren an. Dabei kann auf externe Mediatoren zurückgegriffen werden oder ein eigener Mediatorenpool aufgebaut werden, der zusätzlich die dann ausgebildeten Mitarbeiter befähigt, auch informell auf entstehende Konflikte positiv einzuwirken. Fünf Beispiele für Arbeitsweise und Organisationsform von Mediatorenpools – und damit auch für Verfahrensstandards – werden in der Studie genannt.
Wichtig für Akzeptanz und Weiterentwicklung von Konfliktmanagement ist deren Controlling, das zentraler Punkt der vierten PwC/Viadrina-Studie sein wird. Zunächst werden in der vorliegenden Studie die notwendigen Anforderungen zusammengetragen. Denen muss sich eine betriebswirtschaftliche Überprüfung mediativen Konfliktmanagements stellen, von der Falldokumentation bis zu qualitativen und quantitativen Indikatoren.
Vielleicht der wichtigste Punkt bei der Etablierung von Konfliktmanagement in Unternehmen ist die Kommunikation der Konfliktlösungsmechanismen an die Mitarbeiter. Nur, wenn sie von ihm überzeugt sind, werden sie es bei Konflikten frühzeitig in Anspruch nehmen, sodass der maximale Mehrwert für das Unternehmen erreicht werden kann. Damit ist die Werbung für das Konfliktmanagement auch zentrales Element aller Etablierungsbemühungen.